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100 articles, 2016-03-25 12:02

 

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Terror in Brüssel: Weiterer Verdächtiger festgenommen (3.01/4)

Laut dem Radiosender RTBF gab es in Brüssel erneut eine Festnahme. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür es nicht. Bei Razzien hatte die Polizei zuvor bereits sechs Personen festgenommen. Sie werden mit den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt in Zusammenhang gebracht.  
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Die Razzia sei am Freitagmorgen in der Gemeinde Forest abgeschlossen worden, berichtete der Sender. Im Laufe des Tages werde über Haftbefehle entschieden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Brüssel mit. Ob unter den Festgenommenen zwei von Überwachungskameras aufgenommene Komplizen der Attentäter waren, ist unklar.
Fünf Festnahmen erfolgten laut Staatsanwaltschaft an zwei verschiedenen Orten im Zentrum von Brüssel, eine weitere in dem Vorort Jette. Bereits vor den Festnahmen hatte Belgien die höchste Terrorwarnstufe wieder aufgehoben. Bei den Anschlägen waren am Dienstag mehr als 30 Menschen getötet und 300 weitere verletzt worden.
Zunächst war der Flughafen Brüssel-Zaventem durch zwei Explosionen erschüttert worden, die von Ibrahim El Bakraoui und Najim Laachraoui ausgelöst wurden. Rund eine Stunde später zündete Khalid El Bakraoui, ein Bruder Ibrahims, einen Sprengsatz in einer U-Bahnstation im Europaviertel. Nach mindestens zwei weiteren Tätern, die auf Überwachungskameras mit den Attentätern zu sehen waren, wurde gefahndet.
Die belgischen Sicherheitsbehörden stehen seit den Pariser Anschlägen vom November massiv in der Kritik, weil diese in Belgien vorbereitet wurden. Mehrere belgische Medien spekulierten, dass das Land einer noch größeren Katastrophe entgangen sein könnte. Möglicherweise seien Anschläge nach Pariser Vorbild geplant gewesen, wo die Täter auch mit Sturmgewehren um sich geschossen hatten. Bei der Attacke in Paris im November vergangenen Jahres wurden 130 Menschen getötet.
Der US-Fernsehsender NBC berichtete unter Berufung auf nicht näher genannte Verantwortliche, die beiden Brüder seien den US-Behörden als Terrorverdächtige bekannt gewesen. Am Freitag wurde US-Außenminister John Kerry in Brüssel erwartet.
Dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zufolge hatten die türkischen Behörden Belgien gewarnt, dass es sich bei einem von ihnen abgeschobenen Mann - laut türkischen Regierungskreisen Ibrahim El Bakraoui - um einen "ausländischen terroristischen Kämpfer" handelte.

 

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Nachruf von Walter Straten | Cruyff (†) – sein Fußball wird weiterleben! (3.01/4)

Johan Cruyff ist tot. Das Holland-Idol verlor mit 68 Jahren den Kampf gegen den Krebs. BILD-Sportchef Walter M. Straten erinnert an einen der besten Spieler, und Trainer aller Zeiten.
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US-Schauspielerin Rita Gam mit 88 Jahren gestorben (2.00/4)

Los Angeles – Die amerikanische Schauspielerin Rita Gam, Ex-Frau von Regisseur Sidney Lumet, ist tot. Wie ihre Sprecherin Nancy Willen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, starb die Schauspielerin am Dienstag in einem Krankenhaus in Los Angeles an Atemversagen. Gam wurde 88 Jahre alt. 
Sie spielte an der Seite von Stars wie Gregory Peck, Mel Ferrer und Jane Fonda. Zu ihren bekanntesten Filmen zählen „Das unsichtbare Netz“ (1952), „Attila, der Hunnenkönig“ (1954), „Hannibal“ (1959) und „Klute“ (1970). Auf der Berlinale 1962 erhielt sie für „Geschlossene Gesellschaft“ den Silbernen Bären als beste Schauspielerin.
Gams erster Ehemann (von 1949 bis 1955) war der Filmregisseur Sidney Lumet. Aus ihrer späteren Ehe mit dem Verleger Thomas Guinzburg hatte sie zwei Kinder. Die Schauspielerin war eng mit ihrer Kollegin Grace Kelly („Über den Dächern von Nizza“) befreundet. Bei deren Hochzeit 1956 mit Fürst Rainier von Monaco stand sie als Brautjungfer zur Seite. Fürstin Gracia Patricia starb 1982 bei einem Autounfall. (dpa)

 

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Ostern im Zeichen von Asyl (2.00/4)

Von Marco Witting
Innsbruck, Lienz – Ostern. Ein kirchliches Fest voller Symbole. Und auf Symbolik setzen rund um die höchsten christlichen Feiertage auch die Pfarrer, Diözesen und Gläubigen des Landes. Sei es mit Osterkerzen in den Kirchen, die mit Stacheldraht umwickelt sind, oder mit einem KlageZAUN, der in Lienz vor dem Altar aufgestellt wird. Man protestiert. Gegen Terror. Gegen die Schließung der Grenzen. Für legale Wege der Migration nach Europa.
Mayrhofen. Pfarrer Alois Moser musste sich gestern erst informieren. Aber auch er hat schon gehört, dass die Osterkerze mit Stacheldraht umwickelt wird. „Da werden wir mitmachen“, sagte er. Der Anstoß zur Aktion kam aus der Erzdiözese Salzburg, zu der auch 63 Tiroler Pfarren gehören. Dechant Alois Dürlinger, Assistent und Sprecher des Erzbischofs in Asylfragen, hatte angeregt, auf diese Art ein Zeichen zu setzen. „Angesichts Tausender Menschen in Not können wir nicht schweigen, wenn Österreich nicht einmal ein Prozent an Asylsuchenden (im Verhältnis zur Bevölkerung) aufgenommen hat. Es macht betroffen, wenn Österreich laut einer Aussage der Innenministerin zu einer Festung ausgebaut werden soll“, sagte er beim Priestertag. Er will als weiteres Zeichen außerdem in „seiner“ Pfarrkirche in St. Veit im Pongau am Karfreitag um 15 Uhr, zur Todesstunde Jesu also, zu der auf der ganzen Welt die Glocken schweigen, alle Glocken läuten.
„Im Salzburger Dom werden wir die Osterkerze mit Stacheldraht umwickeln“, hatte auch Erzbischof Franz Lackner angekündigt und gleichzeitig aufgefordert, auch in anderen Pfarren die Osterkerzen mit Stacheldraht zu umwickeln. Diesem Beispiel wird man unter anderem in Wörgl folgen, wie bereits gestern klar war. Viele andere Pfarren werden folgen.
In der Diözese Innsbruck hat man bereits angeregt, wie in den Erzdiözesen Wien und Salzburg eine eigene Karfreitagsfürbitte für verfolgte Christen und Terroropfer zu verwenden. Diözesanadministrator Jakob Bürgler hat dies ermöglicht. Das Einfügen einer zusätzlichen Bitte in die zehn Großen Fürbitten der Karfreitagsliturgie ist nicht üblich. Laut katholischem Messbuch kann der jeweilige Diözesanbischof aber „in einer schweren öffentlichen Notlage“ eine solche besondere Bitte zusätzlich gestatten oder anordnen.
In der Innsbrucker Diözese gibt es darüber hinaus zwar nicht den gesammelten Aufruf mit einem Stacheldraht um die Osterkerze. Doch es gebe viele bewusste Akzente gegen Terror und rund um das Asylthema, hieß es auf Anfrage bei der Diözese. Eine davon gibt es in Osttirol.
Lienz. In der Lienzer Pfarre Hl. Familie wurde vor fast drei Wochen die Installation „KlageZAUN + TischGEMEINSCHAFT“ unter großer nationaler Beachtung vorgestellt. Seither ziert ein Stacheldrahtzaun und ein Tisch den vorderen Bereich der Kirche. Auf dem zwei Meter hohen Zaun sind auf großen Zetteln diverse Aussagen angebracht – von Bibelstellen über Zitate von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel bis hin zu Papst Franziskus. Dekan Bernhard Kranebitter erklärte dazu: „Wenn wir ungerechtfertigte Grenzen setzen zu Notleidenden, dann haben wir diese Grenzen auch zwischen uns und Gott, dann können wir nicht mehr Gottesdienst feiern wie vorher, darum bewusst der Zaun im Kirchenraum.“
In der Osternacht werden ein irakischer Asylwerber, der mit seinen Kindern im Pfarrhaus lebt, und ein Osttiroler den Zaun auf die Seite stellen. Der Tisch soll zudem die Gemeinschaftlichkeit symbolisieren, stehen doch auf dem christlich-muslimisch gedeckten Tisch auch Unterlagen für einen Deutschkurs.

 

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VW und Porsche: VW ruft 800.000 Autos zurück (2.00/4)

Mitten im VW-Abgas-Skandal rufen Volkswagen und die Konzerntochter Porsche weitere rund 800.000 Fahrzeuge zurück. Die baugleichen Modelle des Typs VW Touareg und Porsche Cayenne würden wegen eines möglicherweise gelösten Sicherungsrings am Lagerbock der Pedalen in die Werkstätten geordert, teilten die Unternehmen am Donnerstag mit. In Deutschland seien knapp 58.000 Touareg und gut 30.000 Cayenne betroffen.
"Das Problem wurde bei internen Untersuchungen erkannt und in der laufenden Produktion bereits abgestellt", hieß es. Der Eingriff werde weniger als eine halbe Stunde in Anspruch nehmen.
Erst am Mittwoch hatte VW bestätigt, dass wegen Problemen an der Zentralelektrik weltweit 177 000 Passat zurückgerufen werden, davon rund 63 000 Exemplare in Deutschland. Beide Rückrufe haben nichts mit dem Abgas-Skandal zu tun. (dpa)
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Studie: Atomkraftwerke nicht ausreichend vor Anschlägen geschützt

Die deutschen Atomkraftwerke sind nach Einschätzung der Umweltorganisation BUND nicht ausreichend gegen Terrorangriffe geschützt. Die vorgesehene Vernebelung der Gebäude, die gezielte Angriffe aus der Luft verhindern soll, schütze die Reaktoren nur minimal, heißt es in einer Studie der Diplomphysikerin Oda Becker, die am Donnerstag bei einem BUND-Kongress in Berlin präsentiert wurde. Der künstliche Nebel, der ohnehin nur an zwei Standorten installiert worden sei, «mindert (...) die Trefferwahrscheinlichkeit eines Flugzeugs nur unwesentlich».
Relativ einfach durchführbar wäre der Studie zufolge auch der Absturz eines mit Sprengstoff beladenen Hubschraubers. In diesem Fall drohe eine «erhebliche radioaktive Freisetzung», weil die Kraftwerke nicht gegen eine solche Detonation ausgelegt seien. Auch das Einschleusen von Tätern werde durch die Zuverlässigkeitsprüfungen der Belegschaft nicht vollständig verhindert - und dürfte schwerwiegende Folgen haben.

 

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Gleichberechtigung im Tennis: Djokovic rudert zurück

Miami - Der Tennis-Weltranglisten-Erste Novak Djokovic betonte, dass es bei der Verteilung der Preisgelder keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern geben dürfe. Der Serbe äußerte sich am Mittwoch am Rande des Turniers in Miami nach einem Treffen mit den einstigen Damentennis-Stars Billie Jean King und Chris Evert.
Djokovic hatte in der jüngsten Debatte um gleiche Prämien zuletzt für eine Kontroverse gesorgt, meinte nun aber, er glaube an Gleichberechtigung und gleiche Chancen für alle. „Wir sind alle Teil des gleichen Sports, und wir alle tragen auf unsere eigene und besondere Weise dazu bei.“ Zuletzt hatte die Nummer eins öffentlich über eine bessere Entlohnung der Herren nachgedacht, weil die Statistiken zeigten, dass sie mehr Zuschauer anziehen würden.
Die jüngsten Diskussionen hatten sich an Äußerungen des mittlerweile zurückgetretenen Turnierdirektors von Indian Wells, Raymond Moore entzündet. Er hatte dem Damen-Tennis unterstellt, nur eine Art Anhängsel des Herren-Tennis zu sein.
King äußerte sich in ihrer Kritik dennoch zurückhaltend: „Ich schubse ihn nicht von der Klippe, weil ich ihn mag und er einige große Dinge für uns getan hat“, sagte die stets für Gleichberechtigung eintretende Tennis-Ikone. „Niemand ist perfekt. Ich habe auch schon Unsinn erzählt.“ (dpa)

 

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Tiroler Langläufer Wurm wegen Dopings vier Jahre gesperrt

Wien - Ex-Skilangläufer Harald Wurm wurde von der Österreichischen Anti-Doping Rechtskommission (ÖADR) für vier Jahre gesperrt. Der Tiroler habe gegen diverse Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen, so habe er u.a. auch die von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verbotene Substanz Kobalt besessen und verwendet, teilte die ÖADR am Donnerstag in einer Aussendung mit.
Auch habe der 31-jährige Tiroler verbotene Methoden - „intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von mehr als 50 ml innerhalb eines Zeitraums von sechs Stunden“ und „intravaskuläre Manipulation von Blut oder Blutbestandteilen mit physikalischen oder chemischen Mitteln“ - angewandt, hieß es in der Urteilsbegründung. Die Sperre, gegen die Wurm keinen Einspruch erhoben hat, wurde rückwirkend mit 13. Dezember 2015 (Tag der vorläufigen Suspendierung) ausgesprochen und läuft somit bis 12. Dezember 2019.
Bei Wurm war am 25. August des Vorjahres eine Hausdurchsuchung wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Anti-Doping-Bundesgesetz durchgeführt worden. Dabei wurde laut Staatsanwaltschaft belastendes Material gefunden, weshalb sich der Olympia- und WM-Teilnehmer am 19. Februar vor dem Landesgericht Innsbruck wegen des Vergehens des schweren Sportbetrugs verantworten musste. In diesem Strafprozess bot ihm Richter Günther Böhler eine Diversion - eine Zahlung von 2.000 Euro binnen 14 Tagen - an, die Wurm annahm. Mit der Zahlung war das Verfahren gegen den Langläufer eingestellt, da auch Staatsanwalt Dieter Albert der Diversion zugestimmt hatte.
Fall zivil- und sportrechtlich abgeschlossen
Beim Gerichtstermin zeigte sich Wurm, der seine Sportkarriere mittlerweile beendet hatte, geständig. „Ich habe für mich selber verbotene Substanzen verwendet“, sagte der 31-Jährige und räumte dabei auch die Verwendung von Kobalt ein. Da Wurms Sponsoren auf etwaige Ersatzansprüche verzichteten, ist der Fall auch zivilrechtlich bereits erledigt. Sportrechtlich bekam er nun mit der vierjährigen Sperre die Rechnung für sein Fehlverhalten präsentiert.
Der Österreichische Skiverband (ÖSV), der sich in der Vergangenheit mehrmals mit Dopingfällen in der Langlaufsparte auseinandersetzen musste, hatte Wurm nach erfolgter Akteneinsicht bereits am 19. November suspendiert. Schon damals hatte der ÖSV angekündigt, dass Wurm im Fall einer Bestätigung der Vorwürfe vom „Verband ausgeschlossen“ werde. (APA)

 

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In den Landesligen riecht‘s da wie dort nach Fotofinish

Landesliga Ost
Von Tobias Waidhofer
Wenn die Walchsee-Kicker mit Schaufeln bewaffnet ihren Sportplatz stürmen, dann ist der Landesliga-Frühjahrsauftakt nicht weit. Am vergangenen Wochenende befreite die Gratt-Truppe ihren Platz von den letzten Winter-Resten.
Zu den Titelfavoriten zählen Johannes Harasser und Co. dennoch nicht. Aber gibt’s die überhaupt in einer Liga, in der Tabellenführer Volders gerade einmal elf Punkte vor der Abstiegszone liegt oder die Top acht nur durch acht Zähler getrennt sind?
„Nein“, sagt der Volderer Trainer Jürgen Zimmermann. „Ich bin überzeugt, dass die Meisterschaft erst in den letzten Runden entschieden wird.“ Angesprochen auf eine mögliche Meisterparty winkt er ab. „Ebbs ist extrem stark. Mayrhofen und Hippach ebenfalls. Wir haben hingegen Problem­e, wenn wir nicht komplett sind.“ Zumindest die beiden Ex-Matreier Florian Beikircher und Daniel Stoll sollten den Kader verstärken.
„Uns freut’s, wenn die Konkurrenz uns als Favoriten wahrnimmt“, lacht Trainer-Routinier Reinhard Hofer aus Mayrhofen. „Wir haben uns gut vorbereitet und wollen so lange wie möglich vorne dabei sein.“ Das erste Match gegen Ebbs könnte dabei schon wegweisend werden.
Dort schwärmt man noch von der Relegation im vergangenen Jahr. „Megageil war das“, erinnert sich der sportliche Leiter Manfred Dagn. Auch heuer sei der Aufstieg das Ziel. Aber: „Da wirst du Meister werden müssen. Ich glaub­e nicht, dass im Sommer ein Relegationsspiel stattfindet“, weiß Dagn um die vier Tiroler Teams, die in der Westliga gegen den Abstieg spielen.
Hippach-Trainer Thomas Gufler will vom Aufstieg nichts wissen. Doch er bringt die Lag­e im Osten am besten auf den Punkt: „In dieser Liga kann jeder gegen jeden gewinnen.“
Landesliga West
Von Alex Gruber
Gerade einmal fünf Zähler trennen den Ersten vom Fünften, die Top drei (SV Absam, FC Zirl und SV Axams) blicken im Kampf um den Aufstieg allesamt schon auf Tiroler-Liga-Erfahrung zurück.
In Absam vertraut Coach Christian „Kelly“ Kellner mit vielen einheimischen Spielern einem „eingeschworenen Haufen“, der durch Torjäger Dominik Müller und Wackers Co-Trainer Andreas Schrott (wenn er Zeit hat) veredelt wird. „Unser Ziel waren die ersten fünf, da sind wir dabei“, spielt Kellner die Understatement-Karte aus. Bei Verfolger Axams setzte unter neuer sportlicher Leitung (Martin Ostermann) und neuem Trainerduo (Gerhard Zeber/Patrick Liebhart) ein großes Facelifting ein, Routiniers (Payr, Riedl, Dollinger, Egger) kamen aus unterschiedlichen Gründen abhanden.
Es schaut eher nach Umstrukturierung als nach Aufstieg aus. Womit von der Papierform Zirl unter Neo-Coach Christoph Aschenwald („Wir haben gute Fußballer, aber das Gesamtpaket muss passen“) zum Favoriten werden könnte. Aschenwald betont: „Wir wollen eine Mannschaft formen, die im Sommer großteils zusammenbleibt.“
Kaum einer kennt die Landesliga West mittlerweile besser als Mils-Coach Gernot Glänzer, der dort seine fünfte Saison am Kommandostand bestreitet. „Wir sind nicht die Favoriten“, lacht der „Liga-Dino“, der auf die Rückkehr seiner Verletzten (Briga, Hörtnagl, Kirchmair) hofft. Seefeld überraschte im Herbst.
Vom Tabellensiebenten aus Oberperfuss (Verlust der Buchers Florian und Gerald/beide SVI) bis zum Vorletzten Innsbruck West könnte der Abstiegskampf toben. Der Klassenerhalt des IAC unter Neo-Coach Bernhard Lampl käme einem Fußballwunder gleich.

 

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Kampf gegen den Terror: Was die EU noch tun muss

Terrorismus-Richtlinie : Die EU-Kommission hat am 2. Dezember einen Vorschlag zur strafrechtlichen Harmonisierung von Delikten im Zusammenhang mit Terrorismus vorgelegt. Dies betrifft Mindeststrafen für Reisen für Terrorzwecke, Unterstützung für Terrortrainings, die Finanzierung und Beihilfe für solche Reisen. Am 11. März haben die EU-Justizminister eine allgemeine Ausrichtung beschlossen, die EU-Kommission fordert den EU-Ministerrat und das Europaparlament auf, die Sache mit Vorrang abzuschließen.
Revision der Schusswaffen-Richtlinie : Der von der Kommission am 18. November vorgelegte Entwurf sieht eine striktere Kontrolle beim Handel von Schusswaffen, bei der Registrierung und bei der Deaktivierung solcher Waffen vor. Rechtliche Grauzonen, die durch unterschiedliche nationale Gesetze bestehen, sollen gestärkt und die Rolle von Polizei und Ermittlern gestärkt werden. Die EU-Innenminister haben über den Vorschlag beraten, eine Entscheidung gemeinsam mit dem EU-Parlament steht aus.
Fluggastdaten-Richtlinie (PNR) : Die EU-Innenminister haben sich auf eine europäische Erfassung und Speicherung von Fluggastdaten im Dezember - kurz nach den Anschlägen von Paris - geeinigt. Unmaskiert gespeichert werden die Daten für sechs Monate, danach werden sie anonymisiert für fünf Jahre gespeichert. Innereuropäische Flüge werden nicht verpflichtend vom Gesetz umfasst, sondern auf freiwilliger Basis. Im Europaparlament steht der Beschluss noch aus.
Geänderte Europol-Verordnung : Mit ihr soll Europol zur Schnittstelle für den Informationsaustausch von Ermittlungsbehörden der EU-Staaten werden. Das Anti-Terrorzentrum bei Europol ist seit Jahresbeginn in Betrieb, doch fehle es an Vertrauen der EU-Staaten, beklagte EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos. „Nur fünf von 28 nationalen Geheimdiensten in der EU tauschen bisher wirklich Informationen aus und arbeiten zusammen“, beklagte der ÖVP-Europaabgeordnete Heinz Becker, dies sei „ein Armutszeugnis“. Nach Angaben von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) liefert Österreich Informationen an Europol.
Grenzschutz-Paket : Am 15. Dezember hat die EU-Kommission einen Vorschlag zur Schaffung einer europäischen Küsten- und Grenzschutzwache vorgelegt, Auslöser war die Flüchtlingskrise. Mit enthalten ist eine Anpassung des Schengener Grenzkodex, die vorsieht, dass systematische Einreisekontrollen an den EU-Außengrenzen auch bei EU-Bürgern vorgenommen werden. Der Vorschlag für eine europäische Küsten- und Grenzschutzwache liegt bei den Innenministern, sie wollen sich darauf bis Juni einigen. Die Kontrollen von EU-Bürgern wurden erst kürzlich beschossen, es gilt aber eine sechsmonatige Übergangsfrist.
Ausweitung des EU-Strafregisters : Der Austausch von Strafregisterdaten soll nach einem Vorschlag der EU-Kommission vom Jänner auf Nicht-EU-Bürger ausgeweitet werden. Auch hier fordert die Brüsseler Behörde eine prioritäre Behandlung durch die Gesetzgeber. (APA)

 

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Agentur: IS hat hunderte Attentäter gegen Europa ausgebildet

Die Terrororganisation Islamischer Staat unterhält Angaben aus Sicherheitskreisen zufolge spezielle Lager, um Attentäter für Einsätze in Europa auszubilden. Dies meldete die Nachrichtenagentur Associated Press am Mittwoch. Die Agentur beruft sich dabei auf nicht näher genannte Personen aus europäischen und irakischen Nachrichtendiensten und auf einen französischen Informanten aus der Strafverfolgung.
Eine Verifizierung der Aussagen ist nicht möglich, weil die offenbar aus Geheimdienstkreisen stammen. Die Organisationen verfolgen neben der Beobachtung der Sicherheitslage auch meist ein bestimmtes Interesse, damit Informationen in der Öffentlichkeit lanciert werden. Nachdem es sich hier um Informanten aus den europäischen Geheimdienstes handeln soll, besteht eine gewisse Plausibilität, dass die Aussagen zutreffen. Nicht-europäische Dienste streuen solche Mutmaßungen dagegen häufig, um Verunsicherung in Europa zu säen.
Den Angaben zufolge wurden bereits rund 400 Kämpfer für Anschläge ausgebildet und nach Europa geschickt. Die Quellen sprechen davon, dass die Attentäter auf den richtigen Zeitpunkt warten sollen, um an geeigneten Orten mit den entsprechenden Methoden zuzuschlagen.
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Verwirrte Frau zerreißt 18.500 Euro

Kassel. Auf den ersten Blick scheint die Sache klar: Die Bundesbank muss sich an eine Vorgabe der Europäischen Zentralbank (EZB) halten, wonach Geld bei vorsätzlicher Zerstörung nicht ersetzt wird. Doch der Anwalt der Frau, Alexander Pasquazi, sagt über seine Mandantin: "Sie ist stark verwirrt und dement und immer schwerer ansprechbar. " Dies belege auch ein Gutachten, das allerdings erst nach Bekanntwerden des Vorfalls Anfang 2014 erstellt worden war.
Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) folgt den Argumenten des Anwalts und entscheidet am Donnerstag, dass "ein solches gänzlich ungewöhnliches Verhalten nicht dem eines geistig gesunden Menschen" entspreche und es so der 89-Jährigen aus dem bayerischen Waldkraiburg nicht anzulasten sei (Az: 6 A 682/15). Also muss die Bundesbank die Scheine ersetzen. Eine Revision wurde nicht zugelassen.
Die Frau hatte die 37 Scheine mit einem Wert von je 500 Euro in kleine Schnipsel gerissen und in einem Gefrierbeutel im Eisfach versteckt. Die Vertreter der Bundesbank hatten in der Verhandlung am Mittwoch erklärt, es gebe kein finanzielles Interesse der Bundesbank. Ihnen gehe es darum, Sicherheit zu erhalten, wie künftig mit solchen Fällen umgegangen werden solle.
"Das ist für alle Zentralbanken in Europa von Interesse, die den EZB-Beschluss umsetzen", hatte ein Bundesbank-Jurist gesagt. Denn ähnlich seien Fälle, bei denen Geld in betrunkenem Zustand zerstört werde.
Um kaputte Geldscheine von der Bundesbank erstattet zu bekommen, sind bestimmte Voraussetzungen nötig. Zunächst einmal müssten mehr als 50 Prozent der Banknote noch vorhanden sein, sagt Rainer Elm vom Analysezentrum der Bundesbank in Mainz. "Kleinere Teile ersetzen wir in der Regel nicht. "
Zudem wird das Geld nicht gegen neue Scheine getauscht, wenn es aus einer Straftat, also etwa aus einem Diebstahl oder Raub, stammt und dabei beschädigt wurde, zum Beispiel mit spezieller Farbe, die Banken einsetzen. Der Bestohlene bekommt dagegen natürlich beschädigtes Geld ersetzt.
Die Bundesbank hat 2015 rund 30.000 Anträge zur Erstattung von beschädigtem Geld bekommen. 2015 wurden laut Elm rund 44 Millionen Euro erstattet. "Die Erstattungsquote lag bei über 90 Prozent", sagt Elm.
Fälle von aufgefundenen Geldschnipseln sorgen immer wieder für Aufsehen. Erst im Sommer 2015 wurden in Darmstadt 23 Stellen bekannt, an denen Teile von 500-, 100- und 50-Euroscheinen entdeckt wurden. In mindestens einem Fall lagen die Schnipsel mitten auf der Straße. Insgesamt handelte es sich um fast 20.000 Euro. Auch Monate danach hat die Polizei noch keine Erklärung, woher das Geld stammen könnte, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte. Hinweise auf eine Straftat gebe es nicht.
Schlagzeilen machte Ende 2015 auch eine ältere Frau hat in einem Seniorenheim südlich von Wien. Nachdem die 85-Jährige gestorben war, fand die Polizei in ihrem Zimmer einen Haufen säuberlich zerschnittener Geldscheine - insgesamt 950.000 Euro. Glück für die Erben: Die Österreichische Nationalbank ersetzte in diesem speziellen Fall das Geld.
Von Timo Lindemann

 

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Lüneburgern ist es nachts zu hell in der Altstadt

Lünburg ist bei Touristen beliebt. Die Stadt lebt von der gut erhaltenen, nahezu pittoresken Altstadt. Das sollen die Besucher auch gut sehen können, muss sich die Stadtverwaltung gedacht haben. Jedenfalls ließ sie vom zuständigen Energieversorger neue Leuchtmittel in die Lampen der historischen Gassen drehen. "Jetzt strahlen die Lampen hier so hell wie das Flutlicht auf einem Sportplatz", sagt Anwohnerin Paula Deubner. Sie wohnt in einem der ältesten Fachwerkhäuser von Lüneburg aus dem Jahr 1470. In den vergangenen fast 550 Jahren haben sich die Wände verzogen. "Hier ist alles schräg, Standard-Rollos aus dem Baumarkt halten hier nicht", sagt sie. Aber weil ihre Kinder von dem hellen Schein der Lampen nicht mehr schlafen konnten, hatte sie zunächst Schals und Wolldecken ins Fenster gehängt. Mittlerweile hat sie sich dunkle Vorhänge selber genäht.
Anwohner in Lüneburg fühlen sich durch neue Straßenlaternen beeinträchtigt. Stadtführer und Nachtwächter Horst Mietzner berichtet von der Lichtverschmutzung in der Altstadt.
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Schon vor mehreren Monaten wurden einige Straßenzüge in der Innenstadt mit der neuen Beleuchtung versehen. "Dort ist das grellere Licht aber gar nicht aufgefallen, weil es durch die beleuchteten Schaufenster ohnehin hell ist", sagt Christian Burgdorff. Seit den 70er-Jahren engagiert er sich in dem Verein "Arbeitskreis Lüneburger Altstadt" für die Denkmalpflege des historischen Stadtkerns und die Stadtbildpflege. Dazu gehört nach seiner Ansicht auch, dass die alten Gassen in einer angemessenen Lichtstimmung ausgeleuchtet werden. Damit das Gesamtbild stimmt, hat sein Verein insgesamt rund 93.000 Euro für 68 stilechte gusseiserne Laternen in der Altstadt ausgegeben. Auch an diesen hat die Stadt nun die alten Quecksilberdampf-Birnen gegen Natriumdampf-Birnen austauschen lassen.
"Mit dem alten Leuchtmittel waren alle zufrieden. Es gab überhaupt keinen Grund, das auszutauschen", sagt Burgdorff. Das sieht die Stadtverwaltung anders. Es habe zwar tatsächlich keine Beschwerden gegeben, aber das Quecksilber in den alten Birnen sei giftig. Deshalb mussten sie ausgetauscht werden. Außerdem sollen die neuen Leuchtmittel Energie und somit Geld sparen. Jede Lampe würde der Stadtkasse in Zukunft pro Jahr 50 Euro einsparen, so ein Sprecher. Für den Altstadtverein spielt aber auch die Ästhetik eine Rolle. Und das sehen auch einige Stadtführer so, die in historischen Kostümen auch abends, Besuchergruppen durch die Gassen begleiten. "Das ist sicherlich ein Gefühlswert, aber die Romantik ist weg", sagt Horst Mietzner. Mehrmals in der Woche führt er als Nachtwächter verkleidet bis zu 100 Touristen durch die Altstadt.
Horst Mietzner führt seit vielen Jahren als Nachtwächter "Hinnerk" Touristen durch die Altstadt von Lüneburg. Besonders beliebt sind die Abendführungen.
Aber seit die neuen Leuchtmittel in den historischen Gassen eingesetzt werden, sei die Romantik weg, findet der Stadtführer.
Nach Mietzners Empfinden gibt es kaum noch einen Unterschied zwischen Tag- und Nachtführungen.
Auch Anwohner Christian Burgdorff stört die neue Beleuchtung. Seiner Ansicht nach waren die alten Quecksilberdampf-Birnen genau richtig für die gusseisernen Lampen vom Typ "Alt Lüneburg".
Mit dem "Arbeitskreis Lüneburger Altstadt" haben Burgdorff und seine Mitstreiter insgesamt rund 93.000 Euro für den historischen Nachbau der Straßenlaternen ausgegeben.
Doch nun strahlen grelle Natriumdampf-Birnen aus insgesamt 120 Lampen in der Altstadt.
Anwohnerin Paula Deubner strahlt die Straßenlaterne direkt ins Zimmer ihrer Kinder - wie Flutlicht wirke das.
An ihrem fast 550 Jahre alten Haus ist keine Wand gerade. Standard-Rollos aus dem Baumarkt halten deshalb nicht.
Einige Anwohner haben sich offenbar schon selbst geholfen und über die neuen Birnen ein Verdunkelungsglas gestülpt.
Viele, die zum zweiten Mal an seiner Führung teilnehmen, würden sofort bemerken, dass es früher gemütlicher war, sagt er. Das sei schade, weil die Lüneburger Altstadt so aufwendig restauriert wurde und nachts eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahle. Aber zwischen Tag- und Nachtführungen gibt es nach seiner Ansicht nun kaum noch einen Unterschied - so hell strahle die neue Beleuchtung. Dabei hatte die Stadt es besonders gut gemeint und beim Wechseln des Leuchtmittels auch die Gläser der Lampen reinigen lassen. "Wahrscheinlich strahlt das Licht deswegen im Moment auch heller", so der Stadtsprecher. Damit sich das Problem aber nicht erst im Laufe der Jahre mit zunehmendem Staub wieder legt, soll der zuständige Energieversorger mit dem Altstadtverein nun eine Lösung erarbeiten. Einige Anwohner haben derweil anscheinend schon ihre eigene Lösung gefunden und die Lampen mit einem Verdunkelungsglas versehen.
Das abgebrannte historische Löseckehaus am Lüneburger Stintmarkt sollte bis zum Sommer wieder stehen. Doch es wird vermutlich erst Ende des Jahres fertig. Der Baufirma wurde gekündigt. (04.03.2016)
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Vor zwei Jahren ist das Lösecke-Haus am Lüneburger Stintmarkt durch Brandstiftung zerstört worden. Inzwischen stehen zwei von vier Etagen wieder. Hier sehen Sie den Vorher-/Nachher-Effekt. (02.12.2015)
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Die Osterfeiertage und ihre Bedeutung

An Palmsonntag zog Jesus in Jerusalem ein, Gründonnerstag feierte er das Abendmahl und Ostern ist er von den Toten auferstanden. Aber was wird an Pfingsten gefeiert? Erklärungen zu den Feiertagen.
Mal feiern wir Ostern im März, mal im April. Warum eigentlich? Die Kirche hat im 4. Jahrhundert festgelegt, dass Ostern auf einen bestimmten Sonntag fällt, nämlich den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang. Der 22. März ist damit der früheste Termin und der 25. April der späteste. Weil Christi Himmelfahrt und Pfingsten vom Termin des Osterfestes abhängen, gehören auch sie zu den beweglichen Feiertagen. Die Osterzeit dauert bis Pfingsten.
Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern. Mit ihm beginnt die Karwoche. Das Neue Testament berichtet, dass Jesus an diesem Tag auf einem Esel in Jerusalem einritt. Die Bevölkerung, die in ihm den Messias sah, begrüßte ihn jubelnd und legte Kleidung, Palm- und Ölbaumzweige auf die Straße, gewissermaßen als "roten Teppich" für Jesus.
Der Gründonnerstag erinnert an das Abendmahl, das Jesus am Vorabend seines Todes mit seinen zwölf Jüngern gefeiert hat. Auf dieses Ereignis geht das Heilige Abendmahl zurück, das in der Kirche begangen wird. Leornado da Vinci hat das Abendmahl Jesu in seinem berühmten Fresko in einem Mailänder Kloster dargestellt. Am Gründonnerstag wird noch weiterer Ereignisse gedacht: Jesus wusch seinen Jüngern die Füße und zeigte ihnen so, dass er ihnen diente. Später am Abend, im Garten Gethsemane, fiel er seinen Verfolgern in die Hände, weil sein Jünger Judas ihn für 30 Silberlinge und durch einen Kuss, den Judaskuss, verraten hatte.
"Kar" wird abgeleitet von einem Wort, das Klage, Elend oder Trauer bedeutet. An diesem Tag wurde Jesus dem römischen Statthalter in Judäa, Pontius Pilatus, gegenübergestellt, zum Tode verurteilt und auf dem Hügel Golgatha an das Kreuz genagelt. Die Hinrichtungsform der Kreuzigung war in der Antike sehr verbreitet und entsprach römischem Recht. Laut den Evangelien starben auch andere zum Tode Verurteilte denselben Tod wie Jesus. Die 15. Stunde des Tages gilt als seine Todesstunde, daher werden karfreitags um 15.00 Uhr Gottesdienste abgehalten. Der Karsonnabend, auch Ostersonnabend genannt, ist der Tag der Grabesruhe. Es findet in der Regel kein Gottesdienst statt und die Altäre in den Kirchen sind frei von Kerzen und Blumen. In der Nacht zum Sonntag jedoch wird die Osternacht gefeiert. Osterkerzen bringen wieder Licht in die zuvor dunklen Kirchen.
Am Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu. Nach dem Matthäus-Evangelium wälzte ein Engel den Stein, mit dem das Grab Jesu verschlossen war, zur Seite. Das Grab war leer. Der Engel verkündete, dass Jesus auferstanden sei. Ostern ist das höchste Fest der Christen und das zentrale Ereignis ihrer Religion. Denn die Auferstehung Jesu begründet den Glauben an ein Leben nach dem Tod. Am Ostermontag begegneten zwei der Jünger ihrem Herrn, so berichtet das Neue Testament. Sie hatten bis dahin an seiner Auferstehung gezweifelt, verbreiteten die Nachricht nun aber mit Freude.
40 Tage nach dem Osterfest, also immer an einem Donnerstag, wird Christi Himmelfahrt gefeiert. Die Apostelgeschichte berichtet davon, dass Jesus mit seinen Jüngern zusammen war, als ihn eine Wolke erfasste und in den Himmel trug. In Deutschland wird an diesem Tag zugleich der Vatertag gefeiert. Grundeigentümer mussten früher einmal im Jahr ihren Grundbesitz umschreiten, um so ihren Besitzanspruch aufrecht zu erhalten. Diese Vatertagstour sieht heute etwas anders aus: In manchen Gegenden unternehmen Gruppen am Himmelfahrts-Tag feuchtfröhlige Ausflüge.
50 Tage nach Ostern findet das Pfingstfest statt. Daher auch der Name: Pfingsten leitet sich von dem griechischen Wort "pentekosté", der Fünfzigste, ab. Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes, der den Aposteln erschienen sein soll. An Pfingsten wird die "Ausgießung" oder "Entsendung" des Heiligen Geistes gefeiert. Dieses Ereignis war der Ausgangspunkt für das missionarische Wirken der Jünger Jesu. Der Missionsauftrag ist ein zentraler Punkt im Christentum, der es zum Beispiel vom Judentum unterscheidet, das keine aktive Mission kennt.

 

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John Irvings neuer Roman zu gewinnen!

Dieses Thema im Programm:
NDR Kultur |
22.03.2016 | 12:40 Uhr
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WM-Quali: Nächster Rückschlag für Copa-América-Sieger Chile

Santiago de Chile. Neben Argentinien fuhren auch Kolumbien, Paraguay und erstmals Venezuela Punkte in der Fremde ein.
In Santiago brachten Ángel Di María (20.) und Gabriel Mercado (25.) den Chilenen trotz der frühen Führung durch Felipe Gutiérrez (11.) die zweite Niederlage in Folge bei und garantierten eine erfolgreiche Revanche für das verlorene Elfmeter-Drama im letztjährigen Copa-América-Finale.
Kolumbien feierte dank des Last-Minute-Tors von Joker Edwin Cardona einen 3:2 (2:0)-Sieg in Bolivien. Zuvor hatte der WM-Viertelfinalist eine 2:0-Pausenführung durch Topstar James Rodríguez von Real Madrid (11.) und den bei Bayern München gehandelten AC-Mailand-Stürmer Carlos Bacca (41.) aus der Hand gegeben.
Beim 2:2 (1:1) in Ecuador schnupperte Paraguay nach dem Doppelpack des Ingolstädter Bundesliga-Profis Darío Lezcano (38./59) an einer Überraschung. Doch Ángel Mena bewahrte ebenfalls mit einem Treffer in der Nachspielzeit den Eliminatorias-Spitzenreiter noch vor der ersten Niederlage.
Im Kellerduell kam Peru mit dem Bundesliga-Trio Claudio Pizarro (Bremen), Carlos Zambrano (Frankfurt) und Carlos Ascues (Wolfsburg) nicht über ein 2:2 (0:1) gegen Venezuela hinaus. In Lima sorgte Raúl Ruidiáz erst mit der letzten Aktion des Spiels für den Ausgleich der Hausherren.
Der Clásico Brasilien gegen Uruguay schließt in der Nacht zum Samstag den fünften Eliminatorias-Spieltag ab.
© 2016 SID

 

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Dragovic im Interview: „34 Millionen sind doch Wahnsinn“

Wäre es völlig vermessen zu hoffen, dass Österreich Fußball-Europameister wird? Die Griechen hatte 2004 ja auch keiner auf dem Zettel, ehe...
Aleksandar Dragovic: Nein, lassen wir die Kirche im Dorf. Sicherlich ist alles möglich, nur schon im Vorfeld davon zu sprechen, ist realitätsfern. Sind wir doch einmal froh, dass wir uns qualifiziert haben. Natürlich fährst du nicht hin mit dem Gedanken „Wir verlieren eh". Zuerst müssen alle verletzungsfrei bleiben, dann musst du deinen Turnierrhythmus finden. Sollten wir am Ende tatsächlich Europameister werden, steht nicht einmal mehr Wien.
Der Erfolg des Nationalteams wird der Tatsache zugeschrieben, dass so viele Legionäre wie nie zuvor auf dem Platz stehen. Ist das der Hauptgrund?
Dragovic: Wahrscheinlich, ja. Das stimmt schon, die Erfahrung macht viel aus und es hat Vorteile. Man kennt die Härte, das schnellere Spiel, die Belastung. Aber egal, ob Bundesliga oder Legionär — man darf sich nie ausruhen, muss immer an sich arbeiten. Der Weg nach oben ist steil, dort angekommen musst du mehr machen denn je, um auch oben zu bleiben. Jeder hat sich weiterentwickelt, es sind teils unglaubliche Entwicklungen. Aber bei der EURO beginnt alles wieder bei null.
Bleibt Ihnen oder Marc Jank­o noch genug Rampenlicht — oder nimmt David Alaba alles ein?
Dragovic: Das passt schon so, ich persönlich muss nicht im Rampenlicht stehen. David hat es sich verdient. Wir müssen stolz sein, dass wir einen Österreicher haben, der bei Bayern spielt. Österreich hat wahrscheinlich noch nie so einen guten Spieler gehabt.
Wer ist denn tatsächlich der Rädelsführer in der Kabine, gibt Ton und Musik vor?
Dragovic: Den Chefstatus hat ohnehin der Trainer. Unter den Spielern gibt es keinen klassischen Anführer, am ehesten Marko (Arnautovic, Anm.). Jeder gibt seinen Senf dazu. Ich bin zwar bei jedem Blödsinn dabei, aber bei Ansprachen halte ich mich eher im Hintergrund auf.
Zu Ihren Wurzeln: Wussten Sie schon als Kind, dass Sie Profifußballer werden wollen? Wie und wo haben Sie Fußball spielen gelernt?
Dragovic: Ich bin in Brunn am Gebirge aufgewachsen, zum Fußball bin ich durch meinen Opa gekommen, meinen größten Kritiker und Fan. Ihm verdanke ich alles. Ich habe in Käfigen gespielt, auf der Straße, überall. Wir hatten keinen Garten, der Käfig aber war nicht weit. Ich war immer überall gleich dabei, obwohl ich als Kind eigentlich recht schüchtern war.
Opa und Oma sind auch weiterhin Fixpunkte in Ihrem Leben. Sie wohnen bei Ihnen in Kiew, sind bei alle­n Urlauben dabei...
Dragovic: Nein, nicht bei jedem. Aber ich habe ihnen sehr viel zu verdanken und ich möchte eben versuchen, etwas zurückzugeben. Mein Opa schimpft mich, wenn ich schlecht spiele, und ist richtig sauer, wenn ich ein­e Rote Karte bekomme. Ab und zu streiten wir auch: Du kannst ja nicht jede Partie gut spiele­n...
Und der Rest der Familie? Stimmt es, dass Ihre Eltern in Amerika leben?
Dragovic: Ich habe eine Schwester, auch einen Bruder. Sie spielt nicht Fußball — und mein Bruder ist mit den Füßen so gut wie ich mit den Händen... also lässt er es lieber bleiben. Und ja, meine Eltern leben in Florida, dort ist es schön warm. Zuletzt haben wir uns in Disney World getroffen, in Orlando.
Wie sehr haben Ihre Eltern geholfen? Schule und Sport bringt man in Österreich nicht so leicht unter einen Hut.
Dragovic: Sie haben mich unterstützt, mich dazu animiert, es mit dem Fußball zu versuchen, obwohl ich nicht der Beste im Gymnasium war. Wenn du in die Pubertät kommst, weißt du, ob du Fußballer werden willst. Ob du es schaffst, weißt du eh nie. Ich war anfangs eigentlich immer offensiv, Stürmer! Im ganzen Nachwuchs war ich Mittelfeldspieler, erst bei Austria hat mich Karl Daxbacher in einen defensiven Mittelfeldspieler umgewandelt. So wurd­e ich zum Innenverteidiger, von null auf 100. Zum Glück. Oder leider, wie man es sehen will. Mir taugt's.
Ihnen eilt nicht nur ein stark ausgeprägter Siegeswille voraus, sondern auch das Gerücht, Sie seien sehr abergläubisch?
Dragovic: Nein, wie kommen Sie auf das ..? (lacht) Also ich bilde mir ein, wenn man mit langen Ärmeln spielt, spielt man schlechter und verliert. Das stimmt. Egal, wie kalt, welches Wetter — bei einem Match habe ich kurze Ärmel. Es ist auch nicht nur einmal passiert, dass ich mit langen Ärmeln angefangen, mich in der Halbzeit dann umgezogen habe und wir die Partie noch gedreht und gewonnen haben.
Sie spielten bei Austria, Base­l und nun in Kiew. Ist das wirklich so ein ver­lockender Klub?
Dragovic: Früher wären nicht viele nach Basel gegangen, jetzt gilt der Klub als Anziehungspunkt. Man kann nie etwas einplanen, es war sicherlich ein Risiko. Kiew war eine Herausforderung. Ich wollte etwas Neues probieren — und die Geschichte dieses Klubs ist überragend. Ich wollte ein Teil dieser Geschichte werden und helfen, dass Dynamo wieder in der Fußballwelt beachtet wird.
Sie haben in Kiew unter Oleg Blochin trainiert. War er wirklich so ein sturer, eiserne­r Typ?
Dragovic: Mit ihm war es sehr schwer, es war sicher das härteste Jahr in meiner ganzen Karriere. Aber so ist es im Fußball, manchmal geht es bergauf, manchmal bergab. Damit musst du lernen umzugehen, es ist halt so in diesem Geschäft. Als Fußballer musst du auch Ecken und Kanten haben. Aber natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, als ich nicht gespielt habe oder Blochin geschrien hat. Nur: Ich habe einen Fünfjahres­vertrag unter­schrieben und irgendwie schaffe ich das auch, das habe ich mir immer gedacht. Wenn man gut spielt, kommt alles von alleine.
Und was bringt die Zukunft?
Dragovic: Was nach der Saison passiert, daran verschwende ich jetzt noch keinen Gedanken. So weit plane ich nicht. Ich konzentriere mich immer nur auf den nächsten Tag. Vorbereiten, trainieren, neue Ziele setzen, darum geht's.
Beeinflussen können Sie auch nicht das ganze Transfer-Theater rund um Ihre Person. Sind Sie die kolportierten 34 Millionen Euro Ablöse wert?
Dragovic: Ganz ehrlich: So viel Geld bin ich sicher nicht wert. Da muss ich mal mit dem Präsidenten reden, vor allem wenn wirklich einmal ein Klub kommt, bei dem ich gerne spielen würde. 34 Millionen sind doch Wahnsinn.
Das Gepräch führten Markku Datler und Christoph Gastinger/Die Presse

 

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Schlierenzauer: Mit Gewissheit in die Ungewissheit

Innsbruck – Die Untersuchung am Montag in Innsbruck brachte Gewissheit und damit auch neue Ungewissheit: Gregor Schlierenzauer hat sich vergangene Woche bei seinem Skiausflug in Kanada einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen. Österreichs Rekord-Adler, der sich seit Anfang Jänner eine Auszeit genommen hatte, muss operiert werden. „Das ist natürlich bitter und schon ein Rückschlag, aber es ist bei Weitem keine Tragödie“, beschreibt der 26-Jährige in einer ersten Reaktion.
Wann und ob Schlierenzauer überhaupt wieder auf die Schanzen zurückkehrt, scheint nun offener denn je zuvor. Auf seiner Homepage versucht der Stubaier eine Antwort zu liefern, fix ist aber noch nicht einmal ein Operationstermin. Der Zeitpunkt sei nicht festgelegt, werde aber voraussichtlich für Ende März, Anfang April angedacht. „Mein Ziel ist es, wieder maximal gesund zu werden, daran werde ich mit voller Energie und Zielstrebigkeit arbeiten, aber ich werde den Dingen ihren Lauf lassen und mir so lange Zeit dafür nehmen, wie notwendig“, schreibt der 53-fache Weltcupsieger.
Die Erfahrungen zeigen, dass bei vergleichbaren Verletzungen mit einer Regenerationsdauer von etwa acht Monaten zu rechnen ist. Schlierenzauer macht seine sportliche Zukunft von dieser Heilung abhängig: „Ich muss zuerst wieder völlig fit werden, dann kann ich mich neu ausrichten, so viel ist klar.“ Deshalb werde er sich auch in der kommenden Zeit eher rar machen, „nicht weil es mir schlecht geht, sondern weil es aktuell nicht mehr zu sagen gibt“. Der Abstand helfe ihm, in Ruhe an seiner Genesung und den Zukunftsplänen zu arbeiten. Den Kopf hängen lassen will der Tiroler nicht, dafür gebe es keinen Grund, „alles halb so wild, die Pläne ändern sich eben und darauf gilt es sich einzustellen“. Nicht zum ersten Mal.
Umgestellt hatte Schlierenzauer sich bereits im Jänner drastisch. Nach einem Formtief zu Saisonbeginn erlegte er sich im Dezember selbst eine Wettkampfpause auf, meldete sich aber mit Starts bei zwei Tournee-Springen wieder zurück. Mit für ihn mäßigem Erfolg – ausgerechnet auf seinen Lieblingsschanzen. 21. in Garmisch und die verpasste Quali für den zweiten Durchgang in Innsbruck veranlassten ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin, auf eine Nominierung des Tirolers für Bischofshofen zu verzichten.
Am Tag nach dem Tournee-Abschlussbewerb verkündete Schlierenzauer seine Auszeit. Wie er jetzt schreibt, eine Zeit nach zehn Jahren im Spitzensport, in der er erstmals Gelegenheit gehabt hätte, „nicht nach Plan funktionieren zu müssen“. Um in Ruhe die guten und weniger guten Zeiten aufarbeiten zu können, ergänzt der zweifache Tourneesieger: „Das ist nicht immer einfach, aber wohltuend und wichtig und die Verletzungspause wird nichts daran ändern, diesen Prozess weiter fortzusetzen.“
Ihm sei bewusst, dass sein Ab- und Untertauchen Fragen aufkommen ließen, „aber entweder ordentlich oder gar nicht“, erklärt der Team-Olympiasieger und bedankt sich auch für den ungebrochenen Zuspruch und das Verständnis seiner Fans: „Ich melde mich, sobald es Neuigkeiten gibt, liebe Grüße und bleibt positiv, Euer GS.“ (sab)

 

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Technischer Defekt löste Großbrand in Innsbruck aus

Innsbruck – Nach dem Großbrand Samstagnachmittag in der Klostergasse in Innsbruck steht nun die Brandursache fest. Das Feuer war im Dachgeschoß des Firmengebäudes ausgebrochen und ist eindeutig auf einen technischen Defekt an der Elektroinstallation zurückzuführen. Das teilte das Landeskriminalamt am Mittwochabend mit.
Beim Gebäude handelt es sich um die Tirol-Niederlassung des Unternehmens PKE Electronics AG mit Sitz in Wien. Es beherbergt das Computertomographie-Institut, in dem millionenteure Diagnosegeräte der Innsbrucker Radiologen untergebracht sind. „Zum Ausmaß des vermutlich sehr hohen Sachschadens, liegen derzeit noch keine vollständigen Schätzungen vor“, heißt es von Seiten der Polizei.
Der am Samstagnachmittag ausgebrochene Brand hatte die Feuerwehren bis in die Nacht in Atem gehalten. Der Großbrand schien bereits unter Kontrolle, vermutlich durch den Wind waren die Flammen dann aber neu entfacht worden. Das Feuer betraf vor allem die Dachkonstruktion, die Rauchsäule war im ganzen Stadtgebiet zu sehen. (TT.com)

 

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Lienz: Kaufhausareal geht an Spar-Gruppe

Lienz, Bozen – Eine Südtiroler Gesellschaft namens Hobag erwarb vor neun Jahren Flächen im Zentrum von Lienz direkt an der Bundesstraße. Geplant war, dort ein Kaufhaus zu bauen. Für das Projektmanagement zeichnet die Innovative Construction Management (ICM) von René Benko verantwortlich.
Inzwischen ist die Hobag in Konkurs, das Grundstück in Lienz wurde am Donnerstag am Landesgericht Bozen im Rahmen des Konkursverfahrens verkauft. Interessiert war nur ein einziger Bieter: Martin Hellweger, Eigentümer und Geschäftsführer der Kronberg International. Das berichtet Burkard Zozin, Masseverwalter der Hobag in Bozen.
Die Kronberg-Gruppe agiert im Bereich Finanzbeteiligungen und Real Estate und hat Sitze in Luxemburg und Berlin. Das 6300 Quadratmeter große Grundstück im Stadtzentrum kostete Hellweger aufgrund fehlender Konkurrenz nur den Mindestpreis von 4,875 Millionen Euro. Entgegen früherer Andeutungen aus der Stadtpolitik hatte die Signa von René Benko kein Interesse am Grundstück. Martin Hellweger hatte bereits vor dem Hobag-Konkurs sein Interesse an dem Kaufhaus-Projekt angemeldet.
Formeller neuer Besitzer ist allerdings nicht Hellweger oder seine Kronberg-Gruppe, sondern die SK Projektentwicklung GmbH. Und diese gehört zu etwa drei Vierteln der Spar-Gruppe, genauer gesagt, der SES Spar European Shopping Centers GmbH. Das restliche Viertel hält die Kronberg-Gruppe inne. Die SK ist erst am 8. März 2016 gegründet worden. Die SES ist bereits in Osttirol vertreten. In Nußdorf-Debant, der Nachbargemeinde von Lienz, betreibt sie ein Fachmarktzentrum „auf der grünen Wiese“.
Verfahrenstechnisch ist der Kaufhaus-Bau in trockenen Tüchern. Allerdings gibt es noch eine rechtliche Unsicherheit in Zusammenhang mit der UVP-Prüfung. ( co )

 

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Kreditkarten: Card complete führt kostenpflichtige Papierrechnung ein

Wien – Der heimische Kreditkartenanbieter card complete (Visa, Mastercard) verlangt ab Juni 90 Cent für die monatliche Kreditkartenabrechnung per Post. Begründet wird dieser Schritt mit steigendem Aufwand für Papier, Druck und Versand, schreibt der Kurier in seiner Donnerstag-Ausgabe. Mitbewerber Six (vormals PayLife) verrechnet für die monatliche Papierrechnung seit dem Jahr 2013 insgesamt 1,10 Euro.
Kostenlos ist weiterhin die monatliche Rechnung per E-Mail. Wenn der card-complete-Kunde über kein Internet verfügt, um die Rechnung online zu erhalten, kann er die Abrechnung weiterhin kostenlos per Post erhalten. Eine schriftliche Mitteilung darüber an die Kreditkartenfirma per Post oder Fax ist ausreichend.
Card complete bestätigte auf APA-Anfrage die Einführung der kostenpflichtigen Kreditkarten-Papierrechnung ab 1. Juni. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) sieht wenig Chancen, generell gegen die Gebühren vorzugehen, hieß es gegenüber dem Kurier.
Mobilfunker dürfen hingegen seit einem Urteil des Obersten Gerichtshofes (OGH) aus dem Jahr 2012 kein Geld mehr für Papierrechnungen verrechnen. Die Rechnung sei fixer Bestandteil des Vertrages, eine Extra-Gebühr für die Papierrechnung verstoße daher gegen die guten Sitten und sei „gröblich benachteiligend“, so die damalige Begründung. Eine Neuregelung im Telekommunikationsgesetz (TKG) untersagt nun Extra-Spesen für Papierrechnungen. Das für Kreditkartenanbieter geltende Zahlungsdienstegesetz sieht keine entsprechende Regelung zur Papierrechnung vor. (APA)

 

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Brasilien registrierte seit Oktober 907 Fälle von Mikrozephalie

Brasilia – Brasilien hat seit dem Ausbruch der Zika-Epidemie im Oktober vergangenen Jahres 907 Fälle von Mikrozephalie bei Babys registriert. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag außerdem erklärte, starben 198 Babys an dem schweren Defekt.
Normalerweise gibt es in Brasilien jährlich rund 150 Fälle von Mikrozephalie - dabei haben die Neugeborenen einen abnormal kleinen Kopf und häufig auch schwere Hirnschäden.
Das Zika-Virus steht im Verdacht, Mikrozephalie bei Babys auszulösen und gilt damit für Schwangere als besonders gefährlich. Derzeit laufen wissenschaftliche Untersuchungen zu dem vermuteten Zusammenhang zwischen Zika und Mikrozephalie. Als gesichert gilt hingegen, dass das Virus die schwere Nervenkrankheit namens Guillain-Barre-Syndrom auslösen kann.
Das von Mücken übertragene Zika-Virus grassiert derzeit vor allem in Südamerika. Besonders betroffen ist Brasilien: Die Zahl der Zika-Infektionen wird dort auf 1,5 Millionen geschätzt. Die brasilianischen Behörden untersuchen derzeit außerdem noch fast 4.300 weitere mögliche Fälle von Mikrozephalie, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. (APA/AFP)

 

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Neu im Kino

Ausgerechnet jetzt, wo Batman (Ben Affleck, l.) erste kleine Zipperlein plagen, legt er sich mit dem mächtigsten aller Superhelden (Henry Cavill) an: "Batman v Superman" heißt das Actionspektakel, das Zack Snyder inszeniert hat. Warum zwei Gute plötzlich aufeinander losgehen, fragt man sich da. Dahinter kann natürlich nur ein Dritter stecken: der alte Erzfeind Supermans Lex Luthor. Und dann wird's laut und sehr explosiv - aber nach zweieinhalb Stunden ist die Erde dann doch wieder gerettet.
"Rock the Kasbah" erzählt von einem erfolglosen Rock-Manager, gespielt von Bill Murray, der seine nächste Starsängerin sucht und ausgerechnet in Afghanistan findet. Die Paschtunin Salima soll in der beliebten TV-Casting-Show "Afghan Star" auftreten. Doch das sieht nicht nur ihre Familie anders. Außerdem hat der zwielichtige
Söldner Brian (Bruce Willis) Murray in Waffengeschäfte verwickelt. Unterstützung findet er nur bei Edelhure Merci (Kate Hudson).
Mit Zeichentricksequenzen, privaten Filmen und Fotos, assoziativen Bildern, erfundenen und realen Sequenzen erzählt die Performance-Künstlerin, Sängerin und Dichterin Laurie Anderson vom jahrelangen Leben mit ihrem Hund "Lolabelle". Aber der Dokumentarfilm "Heart of a Dog" ist mehr als eine Lieberklärung an ihren verstorbenen Glatthaarterrier. Indirekt erzählt er von einschneidenden und tragischen Ereignissen in Andersons Leben.
Die junge Tony erinnert sich an die Liebesgeschichte mit ihrem Ex Georgio, die so leidenschaftlich und humorvoll begonnen hatte. Vincent Cassel und Emmanuelle Bercot spielen die Hauptrollen in dem Drama "Mein ein, mein alles", das die Kritik als einen der größten Liebesfilme der vergangenen Jahre preist.
Esther (Ghita Nørby) möchte sterben. Sie ist unheilbar am Nervenleiden ALS erkrankt und möchte sich mit Unterstützung ihres Mannes (Morten
Grunwald), einem pensionierten Arzt, das Leben nehmen. Sie verbringt ein letztes Wochenende mit der Familie. Das dänische Drama "Silent Heart" von Bille August beschäftigt sich behutsam mit dem Thema Sterbehilfe.
"Rock the Kasbah" erzählt von einem erfolglosen Rock-Manager, der in Afghanistan eine wunderbare Frauenstimme hört und seine Chance wittert. Die Komödie mit Bill Murray ist müde inszeniert.
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Der Dokumentarfilm "Heart of a Dog" ist nicht nur Laurie Andersons Liebeserklärung an ihren verstorbenen Terrier. Indirekt erzählt sie von einschneidenden Ereignissen in ihrem Leben.
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In Thessaloniki ist am Wochenende das 18. Internationale Dokumentarfilm-Festival zu Ende gegangen - fast unbemerkt von der internationalen Öffentlichkeit.
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Tickets für die NDR Talk Show zu gewinnen!

Welchen Filmstar verkörperte Heike Makatsch? Wie heißt die Katze von Johann König? Beantworten Sie unsere fünf Fragen zu den Gästen der Sendung am Freitag, 25. März , und gewinnen Sie zwei Eintrittskarten für eine der nächsten Sendungen der NDR Talk Show. Die Studio-Plätze für diesen TV-Klassiker sind heiß begehrt. Nutzen Sie also die Chance und erleben Sie die Gastgeber Hubertus Meyer-Burckhardt und Barbara Schöneberger und ihre prominenten Gäste live beim NDR Fernsehen in Hamburg!
Und so geht's:
- Es werden Ihnen fünf Fragen gestellt.
- Pro Frage geben wir drei Antwortmöglichkeiten vor, von denen nur eine richtig ist.
- Um an dem Gewinnspiel teilzunehmen, müssen Sie alle Fragen richtig beantworten. Wenn's bei einer Frage daneben geht, starten Sie einfach noch einmal.
Das können Sie gewinnen:
Unter allen Teilnehmern verlosen wir 1 x 2 Karten für die NDR Talk Show.
Einsendeschluss: Montag, 28. März, 23.59 Uhr.
Viel Glück!
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NDR und deren Angehörige sind nicht gewinnberechtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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Keine Willkommensfeier für Olympiateam in Hamburg

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich endgültig entschieden: Die Willkommensfeier für die deutsche Olympiamannschaft wird nach den Sommerspielen von Rio (5. bis 21. August) nicht in Hamburg, sondern in Frankfurt stattfinden.
Der Dachverband hatte sich bereits nach dem Aus im Referendum gegen die Hansestadt ausgesprochen. Die Begründung: Man könne den Athleten nicht zumuten, sich in einer Stadt empfangen zu lassen, die Olympia nicht will. Anfang des Jahres war aber noch einmal Bewegung in die Sache gekommen. Hamburg hatte die rund 500.000 Euro für einen Empfang der Mannschaft im Hafen nach wie vor im Haushalt stehen. Angedacht war, dass das Team mit einem Sonderflug in Finkenwerder landen sollte, um dann per Schiff in den Hafen zu kommen - genauso wie beim grandiosen Empfang nach den Spielen von London 2012.
Noch vor wenigen Tagen hatten sich Athleten wie Moritz Fürste oder Edina Müller trotz der geplatzten Hamburger Olympiapläne vehement für ein neues Spektakel in Hamburg ausgesprochen. Nun kam die finale Absage, wie es heißt aus logistischen und finanziellen Gründen. "Schade", meinte Sport-Staatsrat Christoph Holstein. Man sei aber sicher, dass diese Entscheidung am guten, gewachsenen Verhältnis zwischen dem DOSB und Hamburg nichts ändern werde. Die deutsche Olympiamannschaft wird am 23. August aus Rio zurückerwartet.
Tausende Sportfans empfingen vor vier Jahren in Hamburg die Olympia-Teilnehmer, die auf der MS "Deutschland" von London in die Hafencity gekommen waren.
Fast zwei Tage waren sie auf See, dann hieß es endlich Land in Sicht. Morgens erreichte das "Traumschiff" Blankenese. Die Sportler hielten Ausschau nach Bekannnte am Ufer.
Bei strahlend blauem Himmel erreichte das Kreuzfahrtschiff den Hamburger Hafen.
Das Einlaufen in den Hafen wurde von Tausenden Schaulustigen begleitet.
Langsam schob sich die MS "Deutschland" Richtung Kreuzfahrtterminal. Alle Sportler versammelten sich an Deck des Schiffes.
Die Polizei zählte in Hamburgs Hafencity und entlang der Elbe etwa 20.000 Menschen, die den Sportlern zujubelten.
Die Olympia-Teilnehmer an Deck vor einer riesigen Deutschland-Fahne.
La Ola: Die Sportler auf dem Schiff setzten die Welle fort, die die Zuschauer an Land gestartet hatten.
Viele Menschen hatten Plakate dabei, mit denen sie die Sportler willkommen hießen.
Die Eltern von Diskuswerfer Markus Münch von der LG Wedel-Pinneberg.
Nach zwei Wochen Olympia im Fernsehen wollten die Menschen endlich ihre Helden live sehen.
Rund 200 Sportler waren mit dem Schiff von London nach Hamburg gekommmen.
Als die Athleten in der Hafencity auf die Bühne traten, brandete ihnen tosender Applaus entgegen.
Autogrammjäger kamen voll auf ihre Kosten. Auch die Hamburgerin Nicole Müller (Rythmische Sportgymnastik) nahm sich Zeit für ihre Fans.
Auf T-Shirts, Fahnen und Karten verewigten sich die Sportler.
Kugelstoßer und Silbermedaillengewinner David Storl genoss das Bad in der Menge.
Auch die Hockey-Damen schrieben eifrig Autogramme.
"Darf ich mal anfassen? " Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz gratulierte Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste.
Die Fans fanden ihre Olympia-Helden einfach super - auch die, die ohne Medaille aus London zurückkommen.
Britta Heidemann, Miriam Welte, Lilly Schwarzkopf und der heutige IOC-Chef Thomas Bach berichteten auf der NDR Bühne im Gespräch mit Moderator Alexander Bommes (v.l.) von ihren Erfahrungen aus London.
Lilly Schwarzkopf erzählte dabei noch einmal die dramatische Geschichte ihrer Silbermedaille. Die Siebenkämpferin war zunächst nach einer Verwechslung disqualifiziert worden, durfte am Ende aber jubeln.
Am Mittag fuhren die Athleten auf Barkassen zum Hamburger Rathaus.
Im Rathaus ging die Party weiter. Erst einmal war Winken vom Balkon angesagt.
Auch auf dem Rathausmarkt wurden die Olympioniken von Tausenden Menschen gefeiert.
Die Sportler trugen sich anschließend ins Goldene Buch der Stadt Hamburg ein. Damit ging der offizielle Teil der Veranstaltung zu Ende. Einige Sportler hatten allerdings immer noch nicht genug gefeiert und zogen weiter in einen Beachclub.
Olympia 2024 sollte Hamburgs Sport einen Schub geben. Doch das Aus änderte alles. Während der Senat in Sportstätten investieren will, suchen Clubs und Sportler verzweifelt Sponsoren.
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Hamburg bleibt wohl auf den Kosten für die Olympiabewerbung sitzen: Innenminister Thomas de Maizière teilte der Hansestadt mit, dass sich der Bund nicht beteiligen wolle.
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Tauben setzen dem Postamt zu

Landeck – „Die Dachrinnen sind verstopft, das Regenwasser kann nicht abrinnen“, schildern Mitarbeiter aus dem Landecker Postamt. „Die Fassaden sind verschmutzt, besonders das Glasdach über dem Eingang. Zumindest eine Generalreinigung wäre längst nötig.“ Auf Anfragen bei der Post-Immobilienverwaltung wären keine entsprechende Schritte gesetzt worden. „Noch dazu ist das Gebäude denkmalgeschützt.“ Die Fassaden wären jedenfalls kein Beitrag zur Ortsbildpflege in der Malser Straße.
Aus der Medienabteilung der Post AG in Wien hieß es auf TT -Anfrage: „Das Problem mit der Taubenplage beim Postamt Landeck ist bekannt. Die Immobilienverwaltung hat geplant, ein Netz am Gebäude zum Schutz vor den Tauben zu befestigen.“ Leider würden die Tauben am Postplatz immer wieder gefüttert. Zielführend wäre ein Fütterungsverbot mit Strafsanktionen. In Wien etwa habe ein Wiederholungstäter 150 Euro Strafe bezahlen müssen.
Landecks Bürgermeister Wolfgang Jörg sagte, einen Erlass zum Fütterungsverbot gebe es im Gegensatz etwa zu Innsbruck (noch) nicht. Zur Frage einer Fassadenreinigung war von der Post vorerst nichts zu erfahren.
Übrigens: Postmeister Josef Müller jun. (1866–1917) hat das Gebäude 1904 auf eigene Kosten erbaut. (hwe)

 

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Politische Bildung wird ab nächstem Schuljahr Pflicht

Wien - Mit dem Schuljahr 2016/17 wird Politische Bildung für Schüler ab der sechsten Schulstufe (2. Klasse AHS und Neue Mittelschule/NMS) Pflicht. Allerdings kommt dafür kein eigenes Fach, sondern vielmehr Pflichtmodule für das Fach Geschichte: Von den insgesamt neun Themenmodulen werden jeweils zwei Politische Bildung und historisch-politisches Lernen, fünf Module historisches Lernen umfassen.
Ursprünglich war die Einführung der Pflichtmodule schon für Herbst 2015 angekündigt, der Start wurde dann jedoch zugunsten eines Pilotprojekts an 53 Schulen verschoben. Die Erfahrungen der Pädagogen sind laut Bildungsministerium in den Entwurf für den neuen Lehrplan eingeflossen, dessen Begutachtungsfrist vor einigen Tagen geendet hat. Bis Juni soll die Lehrplan-Verordnung beschlossen werden.
Voraussetzungen für Teilnahme am politischen Diskurs schaffen
Ziele der Politischen Bildung laut Lehrplanentwurf: Die Schülerinnen und Schüler sollen altersadäquat u.a. historische und gesellschaftliche Entwicklungen verstehen, kontroverse Interessen im Umgang mit Geschichte und Politik erkennen und lernen, in einer demokratischen Gesellschaft eigene Meinungen ausdrücken und sich mit denen anderer auseinandersetzen können. Das soll die Voraussetzung dafür schaffen, dass Schüler sich an Gesellschaft und Politik beteiligen und jene Werte, auf denen die Grund- und Menschenrechte basieren, kennen, verteidigen und weiterentwickeln.
In der Praxis sieht ein Modul etwa so aus: In der 2. Klasse AHS bzw. Neue Mittelschule (NMS) sollen sich die Schüler unter dem Titel „Gesetze, Regeln und Werte“ u.a. mit Gesetzen und Normen beschäftigen, von denen sie betroffen sind, und die Anwendung sowie Verletzung von Kinderrechten in verschiedenen Gesellschaften diskutieren.
Ministerium sieht „Meilenstein“
Für das Bildungsministerium ist der neue Lehrplan ein „Meilenstein in der Vermittlung von politischer Bildung und Demokratiekultur“. Für Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle, stellvertretende Obfrau der Interessensgemeinschaft für Politische Bildung, hat die Lehrplanänderung auf jeden Fall Potenzial: „Es bedeutet schon eine Veränderung des Geschichtsunterrichts, weil es nun Module zur Politischen Bildung gibt, deren Inhalte durchgemacht werden müssen.“
Entscheidend sei allerdings die Umsetzung in der Praxis: „Und die steht und fällt sehr stark mit dem Engagement der Lehrer.“ Immerhin gehe es ihrer Meinung nach bei Politischer Bildung nicht so sehr darum zu wissen, wie viele Abgeordnete im Parlament sitzen. „Dadurch kann man Werte der Demokratie nicht stärken. Es geht darum, wie man Kinder und Jugendliche ins Handeln bringt.“
Speziell ist die Situation an den Berufsschulen: Dort gebe es zwar ein eigenes Fach Politische Bildung, das allerdings oft von Lehrern unterrichtet werde, denen noch Stunden fehlen - dementsprechend unterschiedlich sei auch je nach Motivation der Pädagogen die Qualität.
Grundsatzerlass von 1978 aktualisiert
Bisher war Politische Bildung für die 2. bis 4. Klasse NMS und AHS im Fach Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung verankert, allerdings nur sehr allgemein als sogenannter Kompetenzbereich. An den AHS-Oberstufen wird Politische Bildung im Rahmen des Fachs Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung unterrichtet, an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) ist Politische Bildung in verschiedenen Kombinationen mit Recht, Geschichte, Zeitgeschichte oder Geografie vorgesehen.
Unabhängig vom Fach ist Politische Bildung von der Volksschule aufwärts eines der zwölf Unterrichtsprinzipien, die in allen Fächern berücksichtigt werden sollen. Hier wurde der Grundsatzerlass aus 1978 vergangenes Jahr aktualisiert. Stainer-Hämmerle wertet das prinzipiell positiv, das neue Unterrichtsprinzip biete „Rückendeckung für jene, die das machen wollen“. (APA)

 

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Die Kröten sind schon auf dem Ostermarsch

Hamburg steht in den kommenden Nächten ein großer Ostermarsch bevor: Rund 10.000 Kröten machen sich auf den Weg durch die Hansestadt. Der große Umzug werde angesichts der milden Temperaturen am Wochenende seinen Höhepunkt erreichen, sagte eine NABU-Sprecherin. Die wanderfreudigen Amphibien begeben sich jeden Frühling zur Laichablage an ihren Geburtsort zurück. Einzige Bedingung: Eine Nachttemperatur von über null Grad. Dieses Jahr seien die Tiere aufgrund der bislang kalten Temperaturen spät dran, so die Sprecherin.
Damit die Kröten auf ihrer Prozession geschützt sind, errichteten rund 100 NABU-Freiwillige mehr als zwei Kilometer Zaun an Straßenrändern. So gelangen die Tiere dort nicht auf die Fahrbahn, sondern fallen in bereitgestellte Eimer. Freiwillige Helfer tragen sie dann täglich über die Straße.
In der Hansestadt liegen nach Angaben des Umweltverbandes 24 Gebiete auf den Wanderrouten der Kröten. Darunter befänden sich der Ohlsdorfer Friedhof und das Naherholungsgebiet in Hamburg-Alstertal.
Eichelhäher Kamp (Krötentunnel)
Alle Wege und Straßen in den Vier- und Marschlanden, Reitdeich (gesperrt)
Ohlsdorfer Friedhof, Bramfelder See
Sarenweg
Klövernsteenweg (Krötentunnel), Falkensteiner Ufer
Vahrendorfer Stadtweg (Krötentunnel), Nordrand des Naturschtzgebiets "Moorgürtel", Falkenbergsweg (südlich des Quellgrunds), Neuländer Elbdeich, Großmoordamm
Deelwisch
Sperlingsweg/Rahweg
Hagenweg
Grootwisch, Bönningstedter/Schnelsener Weg
Wiemerskamp Weg, Moorredder (Volksdorf), zwischen Rader Wald und Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook
Moorweg/Wespenstich, Breiter Weg, Holmer Straße
Beobachten kann man die Tiere allerdings meist nur nachts. Zwei Straßen werden zeitweise für den Verkehr gesperrt, damit sie ungefährdet wandern können: In Rahlstedt ist der Hagenweg ab Fatsbaag betroffen, in Bergedorf der Reitdeich.
Die Naturschützer bitten Autofahrer, auf Straßen und Wegen mit Amphibienwanderungen Tempo 30 nicht zu überschreiten. Hausbesitzer sollten mögliche Tierfallen wie Lichtschächte, Kellertreppen oder die Aufnahme für die Wäschespinne überprüfen. Wer die Amphibien aus den "Fallen" befreien will, aber das Anfassen scheut, kann den Tieren ein schräg gestelltes Brett als Ausstieg anbieten.
Für den Bestand der Kröten in Hamburg seien Verluste tragisch: Mit Ausnahme der Erdkröte gelten alle in der Hansestadt vorkommenden Amphibienarten als gefährdet und stehen auf der Roten Liste.
Ein Hamburger Teich machte im Frühjahr 2005 weltweit Schlagzeilen, weil an seinen Ufern Hunderte Kröten platzten. Die amtliche Begründung à la Hitchcock wirft bis heute Fragen auf. (29.04.2015)
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Infineon baut trotzdem auf Tirol

Innsbruck – Das weltweit tätige Unternehmen für Halbleiter und Systemlösungen lässt sich von kleinen Rückschlägen in Tirol nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil – Infineon investiert weiter in den Forschungsstandort und hat dazu gestern einen Kooperationsvertrag mit dem Management Center Innsbruck geschlossen.
500.000 Euro stellt Infineon dem MCI für ein Forschungslabor, ein so genanntes „Emerging Applications Lab“, zur Verfügung. Hier sollen sich die Studierenden Anwendungen für bereits bestehende Technologien von Infineon überlegen und sie aufbereiten, damit sie dann global vermarktet werden können. Anders gesagt: Die Studierenden bekommen die Bauteile in die Hand und sollen was daraus machen.
Die bereits seit zwei Jahren währende Zusammenarbeit zwischen MCI und Infineon hat auch schon Früchte getragen. Im Rahmen eines Studierendenprojekts wurde eine Systemlösung für Multicopter vom Konzept bis zur Marktreife gebracht, freuten sich MCI-Rektor Andreas Altmann und Infineon-Vorstandsvorsitzende Sabine Herlitschka gestern bei der Vertragsunterzeichnung im Beisein von Vertretern der MCI-Träger, Landesrat Herbert Tilg, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Uni-Vizerektor Bernhard Fügenschuh.
Technologien wie die Multicopter seien etwa für die Verschüttetensuche oder die 3D-Vermessung von Gebäuden wie geschaffen, meinte Herlitschka und erzählte, dass die bisherige Kooperation auch schon über die Grenzen hinaus Beachtung gefunden hätte. So seien die TU München und die Uni Erlangen interessiert, die Vorarbeit des MCI weiterzuentwickeln.
Am anderen Ende der Entwicklungkette, der Grundlagenforschung, die Infineon an der Uni Innsbruck fünf Jahre lang mit 1,5 Millionen Euro fördert, bremst derweil eine Personalie den Fortschritt. Infineon hatte Ende 2014 mit der Uni eine Stiftungsprofessur für Leistungselektronik vereinbart. Dabei geht es um die Steigerung der Energieeffizienz – einem der drei Themenschwerpunkte von Infinenon.
Doch der erst im Herbst angetretene Professor ist quasi schon wieder Geschichte. Martin Pfost will Innsbruck nach nur wenigen Monaten den Rücken kehren. Pfost hatte übrigens nach seinem Studium selbst elf Jahre für Infineon gearbeitet. Die Enttäuschung sowohl an der Uni als auch beim Konzern ist groß. „Das hat uns schon überrascht“, sagt Infineon-Chefin Sabine Herlitschka. Immerhin habe er einen Fünf-Jahres-Vertrag unterzeichnet. Jetzt suche man gemeinsam mit der Uni eine Lösung, „um die Auswirkungen dieses Rückschlags möglichst gering zu halten“, sagte Herlitschka gestern zur TT. (sta)

 

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Mutmaßliche MH370-Trümmerteile geröntgt

Canberra – Mit Röntgenstrahlen haben Experten in Australien zwei Trümmerteile in Augenschein genommen, die von dem Wrack des verschwundenen Malaysia-Airlines-Flugs MH370 stammen könnten. „Spezialisten suchen nach besonderen Merkmalen, womit die Stücke als Teile eines Flugzeugs, und wenn möglich, als Teil von MH370 identifiziert werden können“, teilte die Koordinationsstelle für die Suche nach dem Wrack (JACC) am Mittwoch in Canberra mit.
Ein weiteres Teil, das ein Archäologe in Südafrika gerade fand, könne zu einer Triebwerksvekleidung gehören, teilte JACC mit. Malaysia sei mit den Behörden Südafrikas im Gespräch, um das Teil ebenfalls untersuchen zu lassen. Nelius Kruger hatte das Bruchstück in der Nähe von Mossel Bay gefunden - er will darauf einen Teil des Logos des Triebwerkherstellers Rolls-Royce entdeckt haben.
MH370 war am 8. März 2014 mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden. Im südlichen Indischen Ozean wird seitdem vergeblich nach dem Wrack gesucht. (dpa)

 

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Thema: Die Presse als App

Die innovative "Presse"-App, bestehend aus einem laufend aktuellen Nachrichtenteil, Bildergalerien und einem ePaper, bietet neue Funktionen: einen Newsticker, Push-Nachrichten bei Breaking News, 3D-Touch auf iPhone 6s und iPhone 6s Plus sowie ein Widget mit den Top-Stories in der Mitteilungszentrale.

 

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Sex-Mob | 1. Anklage gegen Silvester-Grabscher

Die Nacht, als Frauen zu Freiwild wurden – 487 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe gingen inzwischen ein. Jetzt ist die Anklage gegen den ersten Grabscher von Silvester fertig.
Farouk B. (26) muss sich vorm Schöffengericht verantworten.
Was dem Algerier genau vorgeworfen wird und warum er der Polizei auch vor jener Silvesternacht kein unbeschriebenes Blatt war , lesen Sie hier mit BILDplus!
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Beginn und Auswirkungen: Alle Infos zur Sommerzeit 2016

Den Beginn der Sommerzeit 2016 werden wohl wieder viele Menschen körperlich spüren. Wegen ihrer Auswirkungen ist die Zeitumstellung umstritten. Warum also gibt es Sommer- und Winterzeit überhaupt? Und muss man die Uhr vor- oder zurückstellen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Zeitumstellung.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag, den 27. März 2016 werden die Uhren um 02.00 Uhr um eine Stunde auf 03.00 Uhr vorgestellt - die Nacht ist damit um eine Stunde verkürzt.
Automatisch läuft die Zeitumstellung bei Funkuhren ab. Taktgeber dafür ist in Deutschland die Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Über einen Sender werden die Signale übertragen, durch die sich die Funkuhren automatisch der neuen Zeit anpassen.
Für die Deutsche Bahn ist die Zeitumstellung der rund 120.000 Uhren in Bahnhöfen, Diensträumen und Automaten Routine. Bei den Nachtreisezügen werden die nächtlichen Aufenthalte wegen der fehlenden Stunde entsprechend gekürzt oder sie kommen am Sonntag etwas verspätet ans Ziel. Güterzüge werden möglichst schon vor der planmäßigen Abfahrtszeit auf die Reise geschickt.
Die Sommerzeit endet dann wieder am 30. Oktober - dann müssen Sie die Uhr wieder auf Winterzeit umstellen.
Die Zeitumstellung kann bei sensiblen Menschen die »innere Uhr» durcheinander bringen, was vorübergehend zu Müdigkeit, Schlafstörungen und Verstimmungen führen kann. Zwar ist es abends eine Stunde länger hell. Aber vor allem in der Woche nach der Zeitumstellung sind die Menschen insgesamt erst einmal deutlich unzufriedener, wie Experten der Universität Erlangen-Nürnberg herausgefanden. Nahezu drei von zehn Bundesbürgern kämpfen laut einer aktuellen Umfrage der Krankenkasse DAK-Gesundheit nach der Umstellung mit Problemen.
Betroffen sind vor allem Menschen mit starken zeitlichen Beschränkungen wie berufstätige Eltern mit Kindern. Ihre Lebenszufriedenheit erreicht in der Regel erst in der zweiten Woche nach der Umstellung das Ausgangsniveau. Nicht erwerbstätige Erwachsene ohne Kinder können dagegen weitaus flexibler reagieren; meist ist für sie noch in der Woche nach der Umstellung auf Sommerzeit alles wieder beim Alten.
Manche Menschen kämpfen der DAK-Studie zufolge tatsächlich mit handfesten gesundheitlichen Problemen. So häufen sich demnach in den ersten Tagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit die Herzinfarkte.
Die Sommerzeit wurde in Deutschland 1980 eingeführt - und zwar aus Gründen der Energieeinsparung. Die Überlegung: Wenn sich der Tag um eine Stunde nach vorne »verschiebt», wird weniger Beleuchtung und damit weniger Strom verbraucht.
Nach Ansicht von Kritikern sind allerdings dadurch entstehende Energiespareffekte kaum nachweisbar. So wird laut Umweltbundesamt (UBA) abends zwar weniger häufig das Licht angeknipst, dafür wird aber im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr geheizt, so dass sich der Effekt aufhebt. 74 Prozent der Deutschen halten die Zeitumstellung ohnehin für überflüssig - das sind mehr als bei einer ähnlichen Umfrage vor drei Jahren.
Auch für Autofahrer kann die Zeitumstellung Ungemach mit sich bringen: Weil sie eine Stunde früher und damit oft noch in der Dämmerung unterwegs sind, sollten sie in den kommenden Wochen besonders achtsam sein. Denn durch den Wildwechsel in der Morgendämmerung steigt die Unfallgefahr.

 

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Wetter egal: Ostern starten Camper in die Saison

Ostern gilt bei Campern als Start in die Saison - egal, wie das Wetter ist. Die Campingplätze sind darauf eingestellt. Die meisten öffnen diesmal wegen des zeitigen Osterfestes früher als in anderen Jahren. Die Dauercamper seien schon zu 95 Prozent da, sagte die Inhaberin des Campingparks Sommersdorf am Kummerower See (Mecklenburgische Seenplatte), Bianka Pommerenke. Zu Ostern öffne auch der Laden und das kleine Bistro auf dem Platz. Der Anteil der Campingbranche am Tourismus wächst, wie das Wirtschaftsministerium berichtete. Im vorigen Jahr wurden auf den 200 Plätzen mehr als 4,6 Millionen Übernachtungen erfasst. Das waren 16 Prozent der touristischen Übernachtungen im Land.

 

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Ostern kommt für deutschen Spargel zu früh

Dem deutschen Spargel ist es noch zu kalt. "Wir brauchen helle, sonnige Tage, damit der Spargel unter den Folien wachsen kann", sagt der Geschäftsführer der Vereinigung der Spargelanbauer Niedersachsen, Fred Eickhorst. Erste Betriebe mit geheizten Spargelfeldern würden ganz, ganz kleine Mengen ernten. "Ostern ist für den deutschen Spargel einfach zu früh", sagt der Fachmann. Auf das beliebte Gemüse verzichten, müssen die Verbraucher Ostern nicht. Import-Spargel aus Griechenland, Spanien und Peru schließt die Lücke. Hunderte Tonnen seien importiert worden und würden in den Supermärkten angeboten, sagt Peter Faby vom gleichnamigen Fruchtgroßhändler. Niedersachsen ist mit etwa zwei Drittel der Erntemenge Hauptspargelland.

 

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Fußball: Bierhoff sieht EM-Chance für Schweinsteiger

Berlin (dpa) - Oliver Bierhoff sieht noch eine EM-Chance für den verletzten DFB-Kapitän Bastian Schweinsteiger, auch wenn die erneute Zwangspause zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt kommt.
"Er kann das noch schaffen, auch mit 31, wenn ein großer Wille und eine große Entschlossenheit da sind. Das hat auch Sami Khedira mit einem Kreuzbandriss gezeigt", sagte Teammanager Bierhoff der Deutschen Presse-Agentur mit Hinweis auf die ähnliche Situation vor der Fußball-WM 2014. Auch da hatten sich Schweinsteiger und Khedira noch im letzten Moment fit gemeldet.
"Er hat den Vorteil, dass er ein sehr intelligenter und erfahrener Spieler ist. Auf einer Position, auf der man viel laufen muss, als erfahrener Spieler aber auch ein paar Abkürzungen kennt", bemerkte Bierhoff zu Mittelfeldmann Schweinsteiger. "Ich traue ihm das zu. Aber es ist natürlich nicht optimal, wenn man dann ohne Spielpraxis ins Turnier geht. " Nach einen Innenbandteilriss im rechten Knie muss DFB-Kapitän Schweinsteiger erneut einige Wochen pausieren.
"Natürlich ist es für ihn nicht einfach. Wenn man sich gerade wieder herangekämpft hat nach einer langen Reha-Phase. Du möchtest zu den Jungs auf den Platz, kommst da hin und bist schnell wieder draußen", erklärte der Teammanager der deutschen Nationalmannschaft. "Das ist natürlich bitter. Da muss er jetzt mal ein paar Tage durchschnaufen und dann mit voller Disziplin und Tempo die Sache angehen", riet Bierhoff dem Kapitän.

 

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Bericht: Abdeslam vor Brüsseler Anschlägen nur einmal vernommen

Brüssel (dpa) - Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam ist zwischen seiner Festnahme und den vier Tage später folgenden Anschlägen in Brüssel laut einem Medienbericht nur einmal verhört worden. Sven Mary, der Rechtsbeistand des 26-jährigen Franzosen, habe dies bestätigt, berichtet das Nachrichtenportal «Politico». Abdeslam, der bei seiner Festnahme leicht am Bein verletzt und anschließend operiert worden war, habe während des Verhörs in seinem Gefängnis in Brügge «sehr müde gewirkt».

 

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Hoffnungsschimmer für angespannten Jobmarkt

Von Wolfgang Otter
Kufstein – Am Arbeitsmarkt im Bezirk Kufstein gibt es eine vorübergehende Entwarnung. So sind derzeit um fast zehn Prozent weniger Arbeitslose gemeldet als im Vergleichzeitraum 2015. Wobei sich die Zahlen auf den Februar 2016 beziehen. Es sind die derzeit aktuellsten vorliegenden Daten. Von den 3099 als Jobsuchende gemeldeten Personen sind 1960 Männer und 1139 Frauen. Bei den Ausländern sind es mit 759 Gemeldeten fast um zwölf Prozent weniger als im Februar 2015. 420 Personen befinden sich in einer Schulungsmaßnahme (Minus 4,3 Prozent).
Für Februar 2016 konnte das Kufsteiner Arbeitsmarktservice aber auch 641 offene Stellen anbieten, um 42 Prozent mehr als noch im Vorjahr.
Die durchaus positiven Zahlen sind für den Kufsteiner AMS-Chef Hans-Jörg Steinlechner jedoch kein Grund zur endgültigen Entwarnung. „Hier dürften sich die für die Tourismusbranche günstigen Osterferien und das für die Bauwirtschaft vorteilhafte Wetter niederschlagen“, sagt Steinlechner. 2015 lag die Arbeitslosenquote bei 6,5 Prozent, im Jänner 2016 bei 7,1 Prozent, für Februar und März gibt es noch keine Berechnungen.
Steinlechner erwartet, dass die Quote in den nächsten ein bis zwei Jahren steigt. Dafür verantwortlich sind die bereits bekannten Problemfälle: stockendes Wirtschaftswachstum, der Zuzug aus dem Osten, Arbeitslosigkeit bei über 50-Jährigen, schlechte Ausbildung und fehlender Schulabschluss sowie die anerkannten Asylwerber, die ebenfalls meist ein nur niedriges Ausbildungsniveau aufweisen. Hier ist das Arbeitsmarktservice mit großem finanziellen Aufwand dabei, mit Sprachschulungen zu unterstützen. Im Ganzen setzt man auf Weiterbildung, besonders für Frauen. „Wir setzen 54 Prozent des Ausbildungsbudgets für Frauen ein“, erklärt Steinlechner, wobei er betont: „Arbeitslosigkeit hat mit der Ausbildung zu tun.“
Trotzdem stünde der Bezirk Kufstein noch gut da. Besonders durch die Firma Sandoz, die laut Steinlechner in den nächsten Jahren 1000 zusätzliche Jobs schaffen will. Dazu wurde auch eine Stiftung geschaffen, bei der sich Personen über 21 Jahre auf dem zweiten Bildungsweg für einen Chemieberuf ausbilden lassen können. „Wir suchen noch Interessierte“, sagt Steinlechner.
Wenig Spaß versteht man beim AMS, wenn sich jemand das Arbeitslosengeld erschwindeln will oder sich nicht an die Vorschriften dafür hält. Also zum Beispiel der Arbeitslose nicht zu Vorstellungsterminen bei Firmen erscheint, keine Arbeit annehmen will oder nicht zu Terminen am Arbeitsmarktservice kommt. Nicht weniger als 1100-mal wurde 2015 aus diesen Gründen die Unterstützung gestrichen.

 

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Zoo-Mitarbeiter und Hund ziehen fünf Geparden-Junge auf

Cincinnati (Ohio) – Nach einer dramatischen Kaiserschnitt-Geburt von fünf Geparden-Jungen im Zoo von Cincinnati ist die fünf Jahre alte Mutter „Willow“ gestorben. Das teilte der Zoo in der Stadt im US-Staat Ohio am Dienstag mit. Die Aufzucht der fünf kleinen Geparden teilen sich nun die Zoo-Mitarbeiter mit dem australischen Schäferhund „Blakeley“.
Der Hund hatte bereits für mehrere Zoo-Babys als Mutter-Ersatz Dienst getan. Auch diesmal dient er wieder als wärmespendender Körper, auf denen die Kleinen herumklettern können. Die Flasche bekommen die Mini-Geparden dagegen von menschlichen Pflegern.
Die frühgeborenen Geparden-Kinder entwickelten sich nach anfänglichen Sorgen überraschend positiv, heißt es vom Zoo. Geparden, die als schnellste Läufer des Tierreichs gelten, sind in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht. In Zoos gelingt ihre Zucht verhältnismäßig gut. Der Zoo von Cincinnati gilt als einer der Tiergärten mit der größten Geparden-Expertise weltweit. (APA/dpa)

 

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Tiroler Stromspeicher weitet Produktion aus

Kolsass, Hall – Damit die Energiewende funktioniert, braucht es bessere Speichermöglichkeiten für die erneuerbare Energie, heißt es immer wieder von Seiten der Experten. Die Tiroler Firma Garamanta will eine entscheidende Rolle dabei spielen.
Der Tiroler Tüftler und Garamanta-Geschäftsführer Bruno Lanbach hat bereits im Jahr 2012 ein neuartiges Batteriespeichersystem für Strom entwickelt, das besser als alle anderen Batterien am Markt Strom in großen Mengen, lange und vor allem fast ohne Verluste speichern kann. Nun haben Lanbach und sein Team das Gerät zur Serienreife gebracht. Firmenbesitzer Gernot Langes-Swarovski hat deshalb einen „Millionenbetrag“ in die Weiterentwicklung der Produktionsstätte investiert, die damit von Kolsass nach Hall in Tirol übersiedelt. Dort sollen bis zu zehn zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Die Fertigstellung ist bereits für Ende Mai 2016 geplant.
Eine Besonderheit des von Garamanta produzierten Speichers ist, dass er mit einer Stellfläche von acht Quadratdezimetern besonders klein ist. Vor allem Besitzer von Photovoltaikanlagen könnten laut Lanbach mit dem Speicher die Energieversorger von Stromspitzen entlasten, aber auch den Eigenstromanteil erhöhen. „Die Kapazität von 4,2 kWh ist ideal für die Versorgung von Einfamilienhäusern“, erklärt der Tüftler. Angesichts der sinkenden Einspeistarife für Sonnenstrom würde sich laut Lanbach der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms bezahlt machen: „Kunden sparen sich so einige hundert Euro im Jahr.“
Aber auch im Alltag sieht Lanbach einen hohen Bedarf an Stromspeichern. „Die Gefahr von großflächigen Stromausfällen nimmt zu. Die Wirtschaft würde dann zum Erliegen kommen. Kassen in Supermärkten und Bankomaten würden nicht mehr funktionieren. Stromspeicher sind in diesem Sinn ein Beitrag zum Zivilschutz“, sagt Lanbach. (ecke)

 

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Batman v Superman: Auch Weltenretter wollen gerettet werden

Innsbruck – Die Konstellation hat es in sich: Batman gegen Superman. Beide wähnen sich auf der Seite des Guten – und haben ein Legitimationsproblem: Batman, der das Gesetz in die eigene Hand nimmt, ist in seiner Das-Ziel-heiligt-die-Mittel-Attitüde beinahe so bedrohlich wie die Schurken, die er zur Strecke bringt – und nicht minder durchgeknallt.
Superman schwebt als Mensch gewordener Gott sowieso über den Dingen. Wer alles kann, darf auf Gewaltentrennung genauso pfeifen wie auf physikalische Gesetzmäßigkeiten. In seinem Kampf um das Wohl der Welt nimmt er Kollateralschäden ungeahnten Ausmaßes in Kauf. Wie das ausschaut, hat Zack Snyder in „Men of Steel“ (2013) gezeigt: Wolkenkratzer knicken weg wie Streichhölzer – wie viele Unbeteiligte in den Trümmern den Tod fanden, verschwieg der Film zu Gunsten kalkulierter Schauwerte.
Hier setzt Snyders von gehörigem PR-Getöse begleitete Fortsetzung „Batman v Superman: Dawn of Justice“ an. Das krachende Ende des Vorgängerfilms wird noch einmal gezeigt. Aber aus einem anderen Blickwinkel. Aus der Froschperspektive – so wie ihn hilflose Menschen erlebten: Terrorismus von oben. Auch Bruce Wayne (Ben Affleck) wird Zeuge der Zerstörung – und erkennt Superman (Henry Cavill) als unkalkulierbares Risiko. Im Batman-Kostüm will er gegen den Stählernen vorgehen. Eine Senatorin (Holly Hunter) übrigens versucht Ähnliches auf transparenterem Weg: mittels Untersuchungsausschuss. Mit – so viel sei verraten – überschaubarem Erfolg. Auch weil es noch einen gibt, dem allzu Übermenschliches ein Dorn im Auge ist: Lex Luthor (Jesse Eisenberg) nämlich hat von seinem dem sozialistischen Totalitarismus entflohenen Vater nicht nur ein Hightech-Imperium geerbt, sondern krankhaftes Misstrauen gegen alles vermeintlich Gottgleiche. Er also zieht die Fäden, sorgt dafür, dass kommt, was kommen muss: Batman gegen Superman. Der feuchte Traum kultivierten Nerdtums. Dass ein klärendes Gespräch – denn subtil ist weder Luthors Intrige noch Eisenbergs Overacting – viel Gedresche verhindert hätte – geschenkt. Mit solchen Kleinigkeiten hat sich Zack Snyder, seit „300“ (2006) Großmeister des inhaltsleeren Überwältigungsfilms, noch nie abgegeben. Wen interessiert schon die Story, wenn man tief in die Effektkiste greifen kann? Riesenmonster, Atompilz, Hexenverbrennung, Wüstenstürme: Aufgefahren wird alles, was ein hochgerüsteter Rechner bietet. Und die Menschen? Henry Cavills leerer Blick beweist nach „Man of Steel“ erneut, dass er die Figur des Superman bestenfalls optisch begriffen hat. Ben Affleck, dessen Besetzung als Batman vorab für Unmut in Fan-Kreisen sorgte, gibt als dunkler Ritter in klobiger Rüstung eine gute Figur ab. Obwohl ihn das Drehbuch nur bedeutungsschwere Nichtigkeiten sagen lässt. Viel sagen darf auch die bislang eher unbekannte Gal Gadot nicht. Im Endkampf hat sie als Wonder Woman einen folgenreichen Gastauftritt. Denn die US-Comic-Schmiede DC, deren Zugpferde Superman und Batman sind, hat die Lektion von Konkurrent Marvel („The Avengers“) gelernt. Auch „Batman v Superman“ ist als Appetitanreger gedacht: „Wonder Woman“ wird im Juni 2017 in die Kinos kommen. Und bereits wenige Monate später will Zack Snyder mit „Justice League Part One“ nachlegen – die das Duell der Giganten überlebt haben, werden wieder dabei sein. (jole)

 

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Beat the Prof: Was wissen Sie über bayrische Gene?

Diethard Tautz ist Direktor am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön. Er untersucht molekulargenetische Prozesse der evolutionären Anpassung und Artentstehung. Dabei erforscht er insbesondere genetische Unterschiede zwischen Individuen und Gruppen. Auf seiner Forschung basiert die Technik des "genetischen Fingerabdrucks", die weltweit in der Kriminalistik und für Vaterschaftstests verwendet wird.

 

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Zwölf Tote bei Verkehrsunfall in Frankreich

Bei einem Frontalzusammenstoß sind im zentralfranzösischen Departement Allier zwölf Menschen ums Leben gekommen. Wie die Zeitung "La Montagne" berichtet, war ein Kleinbus gegen Mitternacht aus bislang ungeklärter Ursache gegen einen Lastwagen geprallt. 
Alle zwölf Passagiere des Minibusses seien sofort tot gewesen. Es habe sich offensichtlich um eine Gruppe Portugiesen gehandelt, die auf der Rückreise aus der Schweiz in die Heimat war. Der Fahrer des Kleinbusses wurde verletzt in ein Krankenhaus nach Moulins gebracht.
Die französische Zeitung "La Montagne" twitterte ein Bild von der Unglücksstelle - zu diesem Zeitpunkt waren erst acht Tote bestätigt:
Accident Rcea A Montbeugny : 8 morts dans un choc frontal entre un minibus portugais et un PL. pic.twitter.com/rRsKjvlDs4

 

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Transfer-König, Trainer-Entdecker, Bank-Manager | BILD macht den HEIDEL-TÜV

Auf Schalke hat endgültig die Ära von Christian Heidel (52) begonnen! Nach dem Gipfel vergangenen Freitag bei Klub-Boss Clemens Tönnies (59) in Rheda trifft der Bald-Manager (Vier-Jahres-Vertrag bis 2020) alle Entscheidungen. Noch-Manager Horst Heldt (46) unterschreibt nur, was aus Mainz ferngesteuert wird. Wie tickt der neue starke Mann bei Königsblau? Worauf können sich die Fans freuen? Was müssen die Profis fürchten? BILD macht den Heidel-TÜV!
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GZSZ-Star Philipp Christopher ist Papa: So hat sein Sohn sein Leben verändert

Auch ein knallharter Typ ist mal sprachlos. „So richtig habe ich es noch gar nicht realisiert“, sagt GZSZ-Star Philipp Christopher (38). Was er damit meint, ist sein Sohn – vor vier Monaten wurde der Schauspieler zum ersten Mal Vater.
Als Christopher vor Kurzem dann einem Bekannten von seinem Baby erzählte, benutzte er zum ersten Mal die Beschreibung „mein Sohn“. Der Schauspieler: „Da wurde mir wirklich klar, dass ich Vater bin.“
Ein Ereignis, das sein Leben veränderte. Mit BILD spricht der Berliner über Vaterfreuden und Stillen.
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Mandeln kann man nicht nur als Kern knabbern, sondern auch in ihrer rohen grünen Variante.

Jedes Jahr im Frühling habe ich grüne Mandeln auf dem Markt bewundert, wusste aber nie recht, was tun mit ihnen. Sie sind flaumig und grün wie junge Pfirsiche. Kein Wunder, denn Mandeln sind keine Nüsse, sondern Steinfrüchte. Wie Pfirsiche, nur ohne Fruchtfleisch. Grüne Mandeln sind nur wenige Wochen lang auf den Markt. Im April, wenn die Saison in den Ländern rund ums Mittelmeer nach und nach beginnt, kann man die grüne Schale noch mitessen. Der Mandelkern ist dann noch transparent und ganz weich. Mit etwas Salz werden die Mandeln roh geknabbert. Das wussten weder ich noch zwei Sternekoch-Kollegen, die ich danach fragte. Es klingt aber toll, also musste ich es natürlich ausprobieren: Die ganz jungen, grünen Mandeln schmecken knackig, frisch und leicht herb, eben wie unreife Pfirsiche. Ich kann sie mir in dünnen Scheiben und mit reichlich Zitrone sehr gut auf Spargel, Risotto oder auf Salaten vorstellen. Auch die traditionelle Knabbervariante würde ich um ein paar Tropfen Zitronensaft ergänzen. Später, wenn die Schalen schon längst härter und bitter geworden sind, schmecken die unreifen inneren Mandelkerne immer noch sehr gut. Gleichzeitig sind sie dann zart, ein wenig wie Schäl-Walnüsse oder halbreife Haselnüsse direkt vom Strauch. Allerdings entsteht dann viel zu viel Abfall, deshalb verwende ich sie in dieser zweiten Reifephase eher nicht. Denn die kleinen Dinger sind sowieso nur wirklich bezahlbar, weil man mit ganz kleinen Mengen viel erreichen kann beim Kochen. Um meine Testmandeln möglichst lange genießen zu können, habe ich sie eingelegt. Meistens reichen ja zwei oder drei Mandelkerne, um einem Gericht einen zusätzlichen Kick zu verleihen.200 g grüne Mandeln1 große, saftige Bio-Zitrone1,5 TL Salz (8 g)40 g Honig2 Lorbeerblätter1 Stängel Melisse oder MinzeMandeln waschen. Eine halbe Zitrone in Scheiben schneiden, die zweite Hälfte auspressen. Mandeln, Zitronensaft und -scheiben mit Salz, Honig und 150 ml Wasser mischen. Mit Lorbeer und Melisse in ein Glas füllen. Im Kühlschrank mindestens einen Tag lang durchziehen lassen, kühl halten sie sich problemlos einige Wochen. In der Türkei werden die Mandeln mit Essig statt Zitronensaft eingelegt und dann als Çağla Turşusu 3-4 Wochen fermentiert, ähnlich wie unsere Tsukemono. Das geht auch ganz einfach, dabei muss man nur darauf achten, dass alles restlos von Flüssigkeit bedeckt ist – am besten Mandeln, Zitronenscheiben und Kräuter mit einem säurebeständigen Stein oder einem Stück Glas beschweren. Ob fermentiert oder klassisch eingelegt, zum Servieren die Mandeln in Scheiben schneiden und zum Beispiel über gebratenes Huhn, Gemüse oder Salate streuen. Eine schöne Anwendung dafür finden Sie hier in der kommenden Woche.

 

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Auto überschlägt sich auf der A 7

Bei einem Unfall auf der Autobahn 7 bei Hamburg-Bahrenfeld ist ein 35 Jahre alter Mann am späten Donnerstagabend schwer verletzt worden. Er war mit seinem Wagen von der Fahrbahn abgekommen und hatte sich dann überschlagen, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Die Feuerwehr befreite den zunächst eingeklemmten Mann aus seinem Auto. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Die Ursache für den Unfall ist noch unklar. Zeugen gaben an, dass der Mann von einem anderen Wagen erst geschnitten und dann ausgebremst worden sei. Dabei könnte er das Lenkrad verrissen und so den Überschlag verursacht haben. Die Polizei wollte die Angaben zunächst nicht bestätigen.
Für die Rettungsarbeiten wurde die A 7 auf einer Spur in Fahrtrichtung Flensburg für mehr als zwei Stunden gesperrt. Zu größeren Staus kam es aber nicht.
Staus, Baustellen und Gefahren-Hinweise für die Straßen in ganz Norddeutschland.
mehr

 

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Bahn-Unternehmen führt Frauenabteile ein

Leipzig. Weibliche Fahrgäste der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) können sich bald zwischen Leipzig und Chemnitz in spezielle Frauenabteile setzen. Das kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Die Abteile sollen alleinreisenden Frauen sowie Müttern mit Kindern zur Verfügung stehen.
Zunächst erklärte die MRB, sie wolle mit den Abteilen das Sicherheitsgefühl der weiblichen Fahrgäste stärken. Die Abteile seien im mittleren Wagen direkt neben den Ruhezonen sowie dem Dienstabteil zu finden. "Die örtliche Nähe zum Kundenbetreuer ist dabei bewusst gewählt", hieß es. Die Abteile sollen mit einem speziellen Piktogramm gekennzeichnet werden.
Diese Nachricht rief in den sozialen Netzwerken wütende Reaktionen hervor. Viele Menschen fragten, ob es sexuelle Übergriffe gegeben habe. Auf Twitter schimpfte eine Frau: "Super. Die Islamisierung schreitet voran. " Eine andere Nutzerin meinte: "Ich wäre eher für ein Abteil nur für muslimische Männer. " Jemand schrieb: "Am besten, Frauen bleiben zuhause oder gehen nur in männlicher Begleitung. " Ein anderer fragte: "Bekommen wir dann bald auch 'Nur Deutsche'-Abteile? Oder wie wäre es mit Abteilen nur für Schwarze? "
Die MRB will es ganz anders gemeint haben. Die Abteile hätten nichts mit sexuellen Übergriffen zu tun, versicherte ein Firmensprecher auf Nachfrage. So etwas habe es nicht gegeben. Der Sprecher räumte ein, dass die Formulierung unglücklich gewählt worden sei.
Das Unternehmen wolle Frauen lediglich etwas mehr Komfort bieten, vor allem Müttern, die mit ihren Kindern unterwegs seien – sie hätten in den Abteilen mehr Platz als in den Großraumwaggons. Das gleiche gelte für ältere Fahrgäste, die mit einer Gehhilfe unterwegs seien. Auch sie sollen in den Abteilen einen Platz finden.
Viele Fahrgäste hätten nach einem solchen Angebot gefragt, erklärte der Firmensprecher. Die MRB reagiere deshalb nur auf diesen Wunsch. Vorbild seien ähnliche Abteile in der österreichischen Bahn oder den ICE und IC der Deutschen Bahn.
wer

 

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Ein Tango mit Barack Obama

Buenos Aires. Der US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle haben bei ihrem Staatsbesuch in Argentinien mit einem Tango Eindruck gemacht. Das US-Präsidentenpaar legte bei einem Staatsbankett mit professionellen Tänzern in Buenos Aires eine flotte Sohle aufs Parkett.
Der Präsident habe ihr gesagt, "dass er keinen Tango tanzen kann", sagte seine Partnerin, die argentinische Profitänzerin Mora Godoy, der argentinischen Zeitung "La Nación".
"Ich sagte zu ihm: 'Folgen Sie mir einfach!'" Obama habe eingewilligt und losgelegt. Und schon bald habe die erfahrene Tänzerin sich seiner Führung hingegeben, sagte Godoy. "Er ist ein sehr guter Tänzer. " Die First Lady der USA überzeugte unterdessen den Tänzer José Lugones von ihren Tanzkünsten.
Obama ist derzeit auf Staatsbesuch in Argentinien. Das Abendessen mit Präsident Mauricio Macri fand im Néstor Kirchner Kulturzentrum in der argentinischen Hauptstadt statt.
Aber ausgerechnet aus seinem Heimatland wurden kritische Stimmen laut. Der Fernsehsender CNN berichtete von republikanischen Abgeordneten, die sich über Obamas Reaktion auf die Anschläge von Brüssel empörten. Obama sei kaum auf die Ereignisse in Europa eingegangen, stattdessen hätte der Präsident auf Kuba Baseball gespielt und in Argentinien Tango getanzt.
David Gergen, der bereits die Präsidenten Clinton, Ford und Nixon beraten hat, erklärte die Haltung Obamas. "Der Präsident möchte sich stark zeigen, nach all den Anschlägen in Frankreich, den USA, der Türkei und nun auch in Brüssel. Und das ist die richtige Reaktion. Mehr als Worte möchten die Menschen aber Taten sehen", erklärte der Berater dem Sender CNN.
dpa/abr

 

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"Der größte Medienboss der Türkei ist Erdogan. "

Istanbul. Can Dündar ist Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" in der Türkei. Die Staatsanwaltschaft wirft Dündar und dem Hauptstadt-Büroleiter, Erdem Gül, unter anderem Veröffentlichung von geheimen Dokumenten, Spionage und Unterstützung einer Terrororganisation vor. Hintergrund ist ein Bericht der "Cumhuriyet" aus dem vergangenen Jahr über angebliche Waffenlieferungen der Türkei an Extremisten in Syrien. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sagte, es habe sich um Hilfslieferungen gehandelt und stellte persönlich Strafanzeige gegen Dündar und Gül.
Can Dündar saß drei Monate in Untersuchungshaft, bevor er auf Anordnung des Verfassungsgerichts freikam. Dennoch droht ihm unter anderem wegen Spionage lebenslange Haft. Im Interview erzählt er, warum der Druck auf die Presse in der Türkei zugenommen hat.
Sie waren drei Monate in Untersuchungshaft, nun droht Ihnen lebenslänglich. Glauben Sie, dass Sie wieder ins Gefängnis müssen?
Natürlich gibt es eine solche Wahrscheinlichkeit. Das ist die Türkei. Wenn es in einem Land keine Justiz gibt, dann sind solche Risiken unumgänglich.
Das Verfassungsgericht hat vor kurzem entschieden, dass Sie aus der Untersuchungshaft entlassen werden. Präsident Erdogan kritisierte das und sagte, er respektiere die  Entscheidung nicht. Glauben Sie, dass die Äußerungen des Präsidenten den Prozess beeinflussen?
Ein Präsident eines Landes kann nicht sagen, ich erkenne die Entscheidung des Verfassungsgerichts nicht an. Das ist verfassungsrechtlich gesehen eine Straftat. Es ist auch eine Drohung, denn die Richter, die sich nicht nach ihm richten, werden entlassen oder versetzt.
Versetzen Sie sich einmal in die Lage des Richters, der uns am Freitag vernehmen soll. Und ihr Schicksal hängt vom Präsidenten ab. Was würden Sie tun? Natürlich spüren die Richter diesen Druck. Deshalb ist auch die Justiz in der Türkei in einem solchen Zustand. Ein Richter, der sich dagegen wehrt, muss äußerst mutig sein. Wir hoffen, dass sie mutig sein werden.
Haben Sie jemals daran gedacht, das Land zu verlassen?
Nein, daran habe ich nie gedacht und denke auch jetzt nicht daran. Das würde auch bedeuten, dass ich meine Schuld eingestehe. Ich denke nicht, dass ich schuldig bin, deshalb werde ich weiterhin mich, mein Land und meinen Beruf verteidigen. Wenn die Verteidigung der Demokratie in der Türkei einen Preis hat, dann müssen wir den bezahlen. Dazu gehört auch, im Gefängnis zu sitzen.
Wie schätzen Sie die Lage der Medien in der Türkei ein?
Die Türkei war noch nie ein Paradies für Journalisten. Alleine die Zeitung, für die ich arbeite, verzeichnet vier Berufsmärtyrer, also vier ermordete Journalisten. Wir sind also eine Zeitung, die in jeder Periode Druck erlebt hat. Das geht vielen Zeitungen in der Türkei so. Manche fielen Bomben zum Opfer, andere wurden zensiert oder wurden in Zeiten des Militärputsch geschlossen. Aber ehrlich gesagt, haben wir nicht einmal in militärischen Putschzeiten einen derart intensiven Druck erlebt.
Erdogan hat sich diesmal, im Unterschied zu seinen Vorgängern, seine eigenen Medien geschaffen. Also er hat die Zeitungen gekauft. Er hat sympathisierende Geschäftsleute dazu gebracht, Zeitungen zu kaufen. Deshalb ist der größte Medienboss der Türkei heute Erdogan.
Ihnen wird unter anderem Spionage vorgeworfen, weil die "Cumhuriyet" über Waffenlieferungen der Türkei nach Syrien berichtet hat. Würden Sie das so wieder tun?
Natürlich. Es geht um das direkte Eingreifen in die Angelegenheiten Syriens. Die Tatsache, dass der Geheimdienst eines Landes Waffenlieferungen durchführt, ist ein Vergehen auf internationaler Ebene. Das ist kein Staatsgeheimnis, sondern das persönliche Geheimnis von Erdogan. Und weil wir das aufgedeckt haben, wird wohl so heftig auf uns reagiert. Sie leugnen es also nicht, sondern beschuldigen uns dafür, dass wir das aufgedeckt haben. Denn sie wurden auf frischer Tat ertappt.
Sie haben Europa immer wieder vorgeworfen, dass es zur schwierigen Lage der Presse in der Türkei schweigt. Was halten Sie von dem Flüchtlingsabkommen, das Europa vor kurzem mit der Türkei abgeschlossen hat?
Europa hat einen großen Fehler gemacht. Erdogan hat den Flüchtlingsjoker vorgehalten und seine repressive Politik vergessen lassen. Anders ausgedrückt: Europa hat Erdogan gesagt, mach drinnen was du willst, aber schicke mir keine Flüchtlinge. Leider ist das ein schmutziger Handel. Wir fühlen uns in dieser Sache geopfert.
Ähnlich denken auch die Kurden, die beklagen, dass Europa sich nicht für den Konflikt im Südosten interessiert. Ist es nicht so, dass dieser Konflikt auch in der Westtürkei kaum beachtet wird?
Leider ist es so, ja. Die Türkei ist leider nicht nur geografisch, sondern auch soziologisch und psychologisch gespalten. Der Osten und der Westen haben Schwierigkeiten, einander zu verstehen. Aber bevor sie sich nicht verstehen, ist kein Frieden in Sicht.
Wohin steuert die Türkei?
Erdogan steuert ein Auto mit kaputten Bremsen in voller Fahrt auf eine Wand zu. Mir macht das nichts aus, aber leider sitzen wir auch in diesem Auto. Wir sehen, dass er außendynamisch in Bedrängnis ist und auch drinnen mit ernsten Problemen konfrontiert ist. Im Land besteht die Gefahr eines Bürgerkriegs und die Türkei ist außer Kontrolle geraten. Ich glaube, dass wird auf absehbare Zeit ein Ende nehmen. Das eigentliche Problem ist, die Zeit nach Erdogan aufzubauen. Hier fehlt uns noch ein alternativer Plan.
dpa

 

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Rolling Stones auf Kuba: Älter, aber Fidel

Hat man eine Frage zur Musik, geht man zu Gereon Klug. Unser Autor kennt jedes Album, jede Band ,
weiß alles über die Songs und vor allem: Er war dabei, als
Musikhistorie geschrieben wurde. Jedes Mal. Rätselhaft, aber wahr. In seiner Kolumne "Klug weiß es"
offenbart er die großen Geheimnisse der Popgeschichte.
Mick Jagger ist maulig. Diesmal nicht wegen Keith Richards, sondern wegen Obama. Man könne doch gemeinsam performen, lässt der mächtigste Mann der Welt über seinen Presidential Modern Entertainment Campaign Manager ausrichten. In Kuba. Auf dem riesigen Sportfeld der Ciudad Deportiva in der Hauptstadt Havanna geben die Stones ihr erstes Konzert in diesem lange isolierten Land. Er sei zufällig zu selben Zeit dort, Mitte/Ende März.
"Fuck! Wir haben das sechs Monate geplant mit dem Konzert! Und jetzt kommt
dieser Nassauer daher und will nochmal ein paar hippe Credits abgreifen, indem
er bei uns mitspielt. Ausgerechnet auf Kuba! " Jagger nimmt einen tiefen Schluck
aus der innen goldbedampften Edelmineralwasserflasche und regt sich im Stile
eines Arbeiterkämpfers auf. "Da könnten wir nochmal richtig richtig werden! Das
hat noch keiner geschafft: Für umme vor 200.000 Sozialisten spielen! Das bringt
uns wieder auf die Landkarte der wichtigen Bands! Das teil' ich doch nicht mit
dem ersten schwarzen Präsidenten, der hat doch genug Gratiscredibility!
Der Rest der Gruppe döst derweil gelassen weiter im Loungebereich hinter
der Bühne. Sie sind irgendwo in Lateinamerika auf ihrer America-Latina-Olé-Tour. Der Live-Tour zur Exhibitionism -Ausstellung
mit 550 raren original Rolling-Stones-Devotionalien, delivered by DHL. War das
grad Chile oder Sao Paulo? Mexiko? Egal, Hauptsache backstage sind die Organspendeausweise
zusammen und leicht zugänglich.
Sie wissen es ja alle in der Band seit 54 Jahren : Good ole Mick hat einen
hohen Blutdruck und eine kurze Zündschnur. Er bekam nie genug Befriedigung.
Aber in der Sache hat er auch irgendwie recht. Ron Wood nickt mit dem Kopf.
Selbst Keith glaubt im eigenen Resthirn eine theoretische Zustimmung zu des
Sängers Meinung zu erkennen.
Was kann man machen? Obama sagen, nö, deine black music passt nicht so zu
den Stones, lass mal? Scheidet bei einer Band, die ihre frühe DNA aus
Rhythm 'n' Blues zusammenklaubte, wohl aus. Oder: Nein, sorry, Barackman, wir haben in Havanna ausnahmsweise keine Gäste geplant? Just Stones, pure false and
clean dirty. Wirkt auch nicht gerade überzeugend oder vaterlandstreu.
"Aber wir sind doch eigentlich aus London, oder? " Zum ersten Mal seit
beinahe 30 Jahren fällt Keith Richards auf, dass sie Engländer sind und keine
Amerikaner. Charlie Watts lacht sein berühmtes synkopiertes Stones-Lachen, die Zunge
nie zusammen mit der Snare schnalzend. Die Stimmung ist merkwürdig wirr. So viele
Gedanken hat man sich seit der Telekom-Werbung mit Paint it black nicht mehr
gemacht. Verdammte Hitze auch hier in Uruguay oder Buenos Aires.
"Was will er denn spielen, der Obama? " fragt Wood plötzlich. Seine Stimme ist
getränkt von Millionen Jack Daniels und ewiger zweiter Gitarre. Alle überlegen
so angestrengt, dass ihre Gesichter ganz runzelig werden. Ihnen geht auf, dass
Clinton der Typ mit dem Saxofon war, aber Obama, der spielt doch gar kein
Instrument! Sondern? Der tanzt doch gern. Und singt dann mit. Singt! 
Sofort dreht Mick wieder im roten Bereich und zeigt seine berühmte Zunge: "Ich
singe, ich alleine! Ich bin der Sänger der Stones! Ich bin fit wie ein
6o-Jähriger! Fidel wie Castro! Ich will das allein machen! Wir spielen seit 38
Jahren erstmals wieder in einem Land, in dem der Staatspräsident älter ist als wir. Das ist
Rekord! "
Rekord wird das Konzert eh, deshalb hat man es ja auch
angesetzt: Erste westliche Gruppe in Kuba seit dem Sozialismus. Größtes Konzert
for free der Stones ever. Jüngste Gruppe in Havanna seit dem Ende des Buena
Vista Social Clubs. Und so weiter. Und nun also die feindliche Übernahme durch
einen Mann, der in seiner Amtszeit auch nicht dicker wurde. Wie die Stones
selbst. Also nein, muss nicht sein, muss überhaupt gar nicht sein. Wieder sinnieren die Vier vor sich hin. Die Stille erscheint seniorig, aber man darf eine Band wie
die Stones nie unterschätzen.  
"Ich hab's! " Der Maximo Leader der Glimmer Twins quakt auf.
"Wir ändern unsere Kubapläne ein bisschen um. Aus Solidarität mit den Idealen
der Revolution! " Jagger kommt salonbolschewistisch wieder in Fahrt: "Was ist
Pünktlichkeit? Ich sag's euch: Pünktlichkeit ist Kapitalismus! Survival of the
fittest, just in time, time is money! Termine einhalten ist Sympathie für den
Teufel! "
Fragend schauen Wood, Watts und Richards ihren jumpin' Mick an. Was der wohl
wieder meint? Also genau meint. "Wir spielen unser Konzert nach Obamas Besuch! Aufschieben ist sozial! Veränderung
ist Fortschritt, seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche. Die Uhr
macht unfrei. Ich ruf den Castro an. Wir verlegen das einfach um vier Tage! "
Eine revolutionär einfache Idee. So simpel wie alle guten Ideen.
Backstage gönnen sich nun alle erleichtert eine Zigarre. Wahrscheinlich auch
aus Kuba. Dem Land, where the Beatles played not first. Nun liegen die Stones
wieder vorn im ewigen Spiel gegen die Frisurköppe aus Liverpool.
Keith,
der gerade die amerikanischen Präsidentschaftsvorwahlen im Fernsehen verfolgt,
kommt noch eine weitere Idee: "Jungs! Wenn der Trump gewinnt, sind wir die
ersten, die in Nordkorea spielen werden! " Dann lacht er wie eine Hyäne mit
Mundgeruch.

 

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Griss präsentierte Wahlplakat: „Jetzt oder nie“

Wien - Das Wahlkampfteam von Irmgard Griss hat am Donnerstag das Wahlplakat der Bundespräsidentschaftskandidatin vorgestellt. „Unabhängig. Für Österreich“ und „Jetzt oder nie“ heißt es darauf. Mit den Spenden, die sich bis Donnerstagmittag auf 650.581 Euro beliefen, kann die Kampagne bezahlt werden. Weitere Werbemittel sind von weiteren Spenden abhängig, erklärte Kampagnenleiter Milo Tesselaar.
Mit einer kurzen Choreografie auf der Wiener Mariahilfer Straße haben Griss‘ Unterstützer das Sujet präsentiert: Acht Personen hielten eng zusammengestellt die Plakatteile über ihren Köpfen. Zunächst war für die Journalisten im ersten Stock - zu den Klängen von Peter Alexanders „Ein Stern ging auf“ - die rot-weiß-rote Flagge zu sehen, ehe die Wahlkampfhelfer die Kartons umdrehten und das Plakat zu sehen war.
Darauf ist die Kandidatin Griss vor einem grauen Hintergrund in einem hell gemusterten Blazer und mit Perlenkette zu sehen. Der Slogan lautet „Unabhängig. Für Österreich“. Außerdem findet sich der Zusatz „Jetzt oder nie“ mit dem Wahldatum auf dem Plakat.
Geworben wird mit diesem Sujet auf knapp 1.000 Flächen österreichweit, erklärte Tesselaar. Mit den bisher eingetroffenen Spenden könne man sich genau diese Plakate leisten. Wünschenswert wäre ein Spendenbudget von einer Million Euro, damit ließen sich weitere Werbemittel finanzieren, so der Kampagnenleiter. Das Plakat soll jedenfalls vermitteln, dass es mit Griss eine „historische Chance“ für eine unabhängige Bundespräsidentin und einen neuen Stil in der Politik gebe. (APA)

 

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U21: Sané hofft auf EM, Brandt auf Olympia

Frankfurt/Main. "Für jeden Spieler ist die EM ein Ziel. Aber wenn das nicht klappt, würde ich mich freuen, in Rio dabei zu sein", sagte der 20-Jährige von Bundesligist Schalke 04 nach dem 4:1 der U21 gegen die Färöer in Frankfurt.
Ob Sané die EM (10. Juni bis 10. Juli) oder die Olympischen Spiele in Brasilien (5. bis 21. August) spielt, ist noch offen. Im November hatte er in Frankreich sein Debüt für das A-Team gegeben, steht derzeit aber wieder im U21-Aufgebot von Horst Hrubesch.
Julian Brandt von Bayer Leverkusen, der gegen die Färöer wie Sané zu den Torschützen gehörte, rechnet dagegen nicht mit einer EM-Teilnahme. "Ich mache mir keine großen Hoffnungen oder plane damit, zur EM zu fahren", sagte der 19-Jährige: "Ich habe Bock auf Rio, so wie der Rest der Mannschaft auch. Nicht viele Sportler können sagen, dass sie bei Olympia dabei gewesen sind. "
Bundestrainer Löw hatte zuletzt den U21-Nationalspielern Hoffnung auf eine EM-Teilnahme gemacht. "Die Planungen für den EM-Kader laufen, junge Spieler aus der U21 stehen auch auf meiner Liste", sagte Löw am Mittwoch.
© 2016 SID

 

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Frankreich verhindert offenbar neues Attentat

Der Franzose habe fortgeschrittene Anschlagspläne gehabt. Eine Verbindung zu den Anschlägen von Paris und Brüssel besteht bisher nicht.
25.03.2016 | 07:16 | 
( DiePresse.com )
Die französischen Sicherheitsbehörden haben offenbar ein neues Attentat verhindert. Es habe am Donnerstag eine "bedeutende Festnahme" gegeben, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve. Dadurch sei ein "im fortgeschrittenen Stadium geplantes Attentat in Frankreich vereitelt" worden. "Kein greifbares Element" verbinde aber "diesen Plan mit den Attentaten von Paris und Brüssel".
In Argenteuil bei Paris würden die Hausdurchsuchungen fortgesetzt, an denen auch Bombenexperten beteiligt seien. Bei dem Festgenommenen handelt es sich laut Cazeneuve um einen Franzosen. Er stehe im Verdacht, einem Extremisten-Netzwerk anzugehören. Zuvor habe es über Wochen hinweg intensive Ermittlungen gegeben.
Aus Polizeikreisen verlautete, der Festgenommene sei in einem nicht näher genannten europäischen Land in Abwesenheit im Zusammenhang mit der Anwerbung von islamistischen Kämpfern für Syrien verurteilt worden. Der Radiosender France Info meldete, der Festgenommene sei in Belgien verurteilt worden. Laut Polizeikreisen wurde in der durchsuchten Wohnung des Mannes eine kleinere Menge Sprengstoff gefunden. Die Umgebung sei abgesperrt worden.
Französische Medien spekulieren, der 34-Jährige könnte Kontakte zu dem Mastermind der Paris-Attentate, Abdelhamid Abbaoud, gehabt haben. Denn der Festgenommen verbrachte das gesamte Jah 2015 in Syrien. Ob sich die beiden Männer kannten und wie nahe sie sich standen, ist unklar.
Am Dienstag war der Flughafen Brüssel-Zaventem durch zwei Explosionen erschüttert worden, die von Selbstmordattentätern ausgelöst wurden. Rund eine Stunde später zündete ein weiterer Selbstmordattentäter einen Sprengsatz in einer U-Bahnstation im Europaviertel. Insgesamt wurden mindestens 31 Menschen getötet und 300 weitere verletzt. Am 13. November waren bei koordinierten Attentaten in Paris 130 Menschen getötet worden. Zwischen beiden Angriffen gibt es zahlreiche Verbindungen.
(APA/AFP/Reuters)

 

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Wie jetzt? Wohl doch kein Mega-Frühling am Oster-Wochenende

Doch kein Frühling am Wochenende? Laut den Meteorologen wird es am Wochenende wechselhaft. Dabei hieß es noch kürzlich, dass über Ostern frühlingshafte Temperaturen zu erwarten wären. "Da wurden vorschnelle Erwartungen geweckt", sagt Dirk Mewes vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in München. Die Temperaturen steigen ein wenig an, am Ostermontag sind laut Mewes in Schwaben bis zu 15 Grad möglich. Am Ostersonntag könne es jedoch zu Regenschauern kommen.

 

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Die Saison hat noch nicht begonnen, trotzdem gibt's den ersten Spargel

In Schwaben kann man seit kurzem den ersten Spargel kaufen - und das, obwohl die Spargelsaison eigentlich wetter und temperaturbedingt noch gar nicht richtig begonnen hat. Erst nach Ostern geht es richtig los. Wer es trotzdem nicht mehr erwarten kann: In Augsburg und Umgebung haben seit 22. März die ersten Verkaufsstände geöffnet. Die offizielle Eröffnung der Spargelsaison 2016 findet übrigens am 6. April auf dem Münchner Viktualienmarkt mit Landwirtschaftsminister Helmut Brunner statt.
Zu den Frühstartern beim Spargelstechen gehört der Spargelhof Lohner aus Inchenhofen (Kreis Aichach-Friedberg). Seit drei Wochen wird bei einem der größten Spargelanbauer bayernweit das Gemüse geerntet. "Wir suchen bei unserer Produktion den Mittelweg zwischen Quantität und Qualität", sagt Peter Gutmann, der bei Lohner für die Direktvermarktung des Spargels an den Verkaufsständen zuständig ist. Wichtig sei, dass der Spargel konstant die selbe Wärmezufuhr bekäme, sagt Gutmann. Eine Prognose für die diesjährige Spargelsaison will er nicht wagen. "Dazu ist das Klima unberechenbar, um über Wochen oder Monate eine Prognose zu erstellen", sagt Gutmann.
Schmeckt Spargel, der im März gestochen wurde, anders als während der Hauptsaison? Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, wenn aber Gutmann den aktuellen Spargel beschreiben soll, kommt er zu dem Schluss: "Ich würde sagen, er schmeckt etwas nussig". Für einen Spargel der ersten Kategorie bezahlen die Kunden bei Lohner momentan 17,90 Euro, die unteren Sortierungen sind ab 7,90 Euro zu haben.
Traditionell wird Spargel nur bis zum Johannitag (24. Juni) gestochen. Dass einige Betriebe schon seit Mitte März ernten, ist aber nicht ungewöhnlich. "Die Großbetriebe sind oft früher dran. Das liegt daran, dass sie den Boden aktiv beheizen", sagt Peter Strobl, Geschäftsführer beim Spargelerzeugerverband Südbayern. Nach Ostern gehe es dann für die meisten Betriebe richtig los.
Für den Schrobenhausener Spargel , den sich der Verband markenrechtlich schützen ließ, sei der sandige Boden im 500 Hektar umfassenden Anbaugebiet typisch. "Daher kommt der besondere Geschmack, das ist sozusagen unser Qualitätsmerkmal", sagt Strobl. Der Schrobenhausener Spargel sei deswegen bewusst vom Spargel aus anderen Gebieten abgegrenzt. 90 Betriebe sind im Spargelerzeugerverband Südbayern organisiert.
Beim Spargelanbau fällt immer wieder das Stichwort Folienmanagement. Damit werden unterschiedliche Typen von Folien eingesetzt, unter denen der Spargel wächst: Schwarz-Weiß-Folien, Tunnelfolien und Lochfolien. Je nach Wetter, Sonnenstrahlung und Temperatur müssen die Spargelbauern ihre Folien anpassen und wechseln. Die verschiedenen Folientypen können auch kombiniert werden.
Mit den Folien wird auch auf dem Hof von Anton und Gisela Steib im Schrobenhausener Ortsteil Sandizell gearbeitet. Dort hat das Spargelstechen aber noch nicht begonnen. Ab Mitte April beginnt für Steibs die Spargelsaison. Zeit zum Ausruhen gibt es dann nicht mehr. "Jeden Tag müssen die Folien auf den Feldern überprüft und gewechselt werden", sagt Gisela Steib. Sobald der Spargel wächst, darf aber nicht wild losgestochen werden. Auch der Spargel brauche Ruhepausen und müsse sich erholen.
Neben der Ernte sorgte im vergangenen Jahr eine bürokratische Anforderung für Unmut unter den Spargelbauern. Der Einführung des flächendeckenden Mindestlohns war für die Spargelbauern mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden. Die Arbeitszeiten der Erntehelfer mussten exakt dokumentiert werden. Bereits 2015 stießen die hohen bürokratischen Anforderungen auf heftigen Widerstand. Das sagen sowohl Peter Strobl als auch Gisela Steib. Jedoch wird an der gängigen Praxis in diesem Jahr nichts geändert.

 

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Ab Mitternacht gilt heute Tanzverbot in Bayern

Wer als Gastronom gegen das Tanzverbot verstößt und seine Gäste an Karfreitag & Co. feiern lässt, muss mit einer saftigen Geldbuße rechnen. Die Polizei kontrolliert an den stillen Tagen verstärkt Lokale und Clubs und reagiert auch auf Beschwerden von Anwohnern.
Deshalb wird das Tanzverbot, das heute ab Mitternacht gilt, wohl auch weitgehend eingehalten werden in Bayern - auch, wenn es viele Menschen für unsinnig und nicht mehr zeitgemäß halten. Doch andere sehen das Tanzverbot als Zeichen des Respekts vor Tradition und Religion.
Verboten sind ab Mitternacht öffentliche Veranstaltungen, "die nicht dem ernsten Charakter dieser Tage entsprechen", so das Bayerische Innenministerium. Konkret geht es also vor allem um Partys, Konzerte und andere Feste, bei denen getanzt wird. Sie sind dann verboten. Auch Sportveranstaltungen sind am Karfreitag in Bayern untersagt, ebenso "jede Art von Musikdarbietung in Räumen mit Schankbetrieb".
An Karfreitag und Karsamstag gibt es im Vergleich zu anderen stillen Tagen noch eine Besonderheit, nämlich die Zeitregelung. Im Sommer 2013 hatte der bayerische Landtag entschieden, dass Nachtschwärmer in die meisten stillen Tage in Bayern hineinfeiern dürfen. Der Schutz der stillen Tage beginnt seitdem erst um 2 Uhr in der Früh und nicht mehr schon um Mitternacht. Das betrifft aber eben nicht Karfreitag und Karsamstag. An beiden Tagen gilt das Tanzverbot bereits ab Mitternacht.
Wer am heutigen Gründonnerstag noch auf die Piste will, sollte sich also beeilen und am besten früh losziehen. Denn ab Mitternacht ist, wie es das Bayerische Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage ( Feiertagsgesetz - FTG ) will, Schluss mit lustig.
Karfreitag ist der Freitag vor Ostern und erinnert an die Kreuzigung Christi. Dieser Tag, in der evangelischen Kirche der höchste Feiertag, wird deshalb als strenger Bußtag begangen.

 

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Was für eine Rückkehr von Götze zum BVB spricht - und was dagegen

Es wäre ein Transfer-Coup, der für hitzige Diskussionen in beiden Fanlagern sorgen würde: Einem Bericht der Bild -Zeitung zufolge plant Borussia Dortmund eine Rückholaktion von Mario Götze. Erste Sondierungsgespräche sollen demnach schon stattgefunden haben. Zwar bezeichneten die BVB-Verantwortlichen einen Wechsel in der Vergangenheit wiederholt als "unrealistisch", mittlerweile erscheint eine Rückkehr des "verlorenen Sohnes" aber durchaus möglich.
Vielsagendes Schweigen aus Dortmund: Vom BVB gab es Stand Donnerstagmorgen kein Dementi zu den Bemühungen um Götze. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke bezeichnete die Gerüchte gegenüber dem SID als  "das übliche Theater in der Länderspielpause" und sagte: "Aus unserer Sicht gibt es nichts zu kommentieren. Ich habe überhaupt keine Lust, mich an den Spekulationen zu beteiligen. " Genau das tat er aber, indem er kein klares Dementi abgab.
Dortmunds Transferhistorie: Götze wäre nicht der erste Spieler, den der BVB zurückholt. Auch Shinji Kagawa und Nuri Sahin konnten bei Manchester United beziehungsweise Real Madrid nie richtig Fuß fassen - Borussia Dortmund nutzte die Chance und kaufte die Spieler günstig zurück. Wiederholt sich die Geschichte bei Götze? Fakt ist jedoch auch, dass weder Kagawa noch Sahin bislang an die Form aus ihrer ersten BVB-Zeit anknüpfen konnten.
Götzes Situation bei den Bayern: Seit der 23-Jährige aus seiner Verletzungspause zurück ist, drückt er beim FC Bayern Spiel für Spiel die Bank - das wird bis Saisonende wohl so bleiben. Auch unter Neu-Trainer Ancelotti bleibt die extrem hohe Qualität im Bayern-Kader ein Problem für den Offensivspieler. Im Sturmzentrum ist Robert Lewandowski unantastbar, dahinter hat sich der Konkurrenzkampf durch die Transfer-Volltreffer Kingsley Coman und Douglas Costa weiter verschärft.
Die BVB-Fans: Der Dortmunder Anhang hat dem einstigen Publikumsliebling seinen unrühmlichen Abschied zum Erzfeind nie verziehen. Bei seinen Auftritten im Trikot des FC Bayern im Signal-Iduna-Park wurde Götze jedes mal gnadenlos ausgepfiffen und auf Plakaten beschimpft. Auf die Gerüchte um seine Rückkehr reagierten die Fans mit lautstarken Protesten in den sozialen Medien. An der Stimmung gegen den 23-Jährigen dürfte sich auch nach einem Wechsel erst einmal nichts ändern - nicht gerade verlockende Aussichten.
Ablösesumme und Gehalt:  Mario Götze zählt mit angeblich zwölf Millionen Euro Jahresgehalt zu den Top-Verdienern beim FC Bayern. Kaum vorstellbar, dass der BVB da mithalten kann. Bei einem Wechsel müsste der WM-Held wohl mit deutlichen Gehaltskürzungen rechnen. Dagegen verfügen viele Interessenten aus Spanien und England über deutlich größere finanzielle Mittel. Unter anderem soll der FC Liverpool mit Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp an Götze interessiert sein. Der FC Bayern kann nur noch in diesem Sommer eine Ablösesumme für Götze kassieren, dessen Vertrag 2017 ausläuft. Die 20 Millionen, die Dortmund laut der Bild bereit ist zu zahlen, können diese Vereine locker überbieten.
Guardiolas Abschied: Der Trainer war bislang das Hauptproblem für Götze. Das ändert sich im Sommer, wenn Pep Guardiola den FC Bayern in Richtung Manchester City verlässt. Mit Carlo Ancelotti kommt ein neuer Coach zum FCB, der einen vollkommen anderen Fußball spielen lässt als der Spanier. Die Chance für Götze? Laut SportBild will der das Gespräch mit dem neuen Trainer suchen, bevor er eine endgültige Entscheidung über seine Zukunft trifft.
hubc

 

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Unna -Geschwindigkeitsmessungen Verkehrsring Unna

Unna (ots) - Beamte des Verkehrsdienstes der KPB Unna führten am gestrigen Abend zwischen 19:00 - 01:00 Uhr, Geschwindigkeitsmessungen mittels Radargerät am Ostring in Unna durch. Insgesamt wurden 1843 Fahrzeuge gemessen. 97 Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden festgestellt, fünf im Anzeigenbereich, 92 im Verwarnungsgeldbereich. Die Höchst-gemessene Geschwindigkeit war 82 km/h.

 

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Fußball: Löw schließt England-Vorbereitung ab

Berlin (dpa) - Der erste Klassiker rückt näher. Mit dem Abschlusstraining am späten Nachmittag im Berliner Olympiastadion schließt Bundestrainer Joachim Löw die Vorbereitung auf das erste Länderspiel des Jahres gegen England weitgehend ab.
Personell sieht es nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Bastian Schweinsteiger, der sich in der ersten Übungseinheit am Dienstag einen Innenbandteilriss im rechten Knie zugezogen hatte, für die Partie am Samstagabend (20.45 Uhr) durchaus positiv aus.
Spielmacher Mesut Özil konnte am Donnerstagabend erstmals mit der Mannschaft üben. "Alles gut", meldete der Profi des FC Arsenal, den ein geschwollenes Sprunggelenk zu einer Ruhepause gezwungen hatte. Die Behandlung durch die medizinische Abteilung schlug anscheinend gut an. "Fürs Wochenende bin ich fit", versicherte Özil.
Löw kann damit auf einen Weltmeister mehr für die Startformation zurückgreifen. Und Özil ist natürlich besonders motiviert für die Kraftprobe mit den Kollegen aus der englischen Premier League. "Die Engländer können schon kicken", sagte der 27 Jahre alte Techniker.
Das Team von Trainer Roy Hodgson, das am Abend ebenfalls seine abschließende Trainingseinheit im Olympiastadion absolvieren will, spiele auf Konter, erläuterte Özil. Die deutsche Elf dürfte das Geschehen auf dem Platz also diktieren müssen. "Wir wollen den Fans was bieten, dominieren und gewinnen", kündigte Özil selbstbewusst an.

 

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Vier Tote bei Unfällen an Windkraftanlagen

Bei Unfällen an Brandenburger Windkraftanlagen sind in den vergangenen Jahren vier Arbeiter getötet worden. Zwei Montagetechniker wurden zudem schwer verletzt, wie das Umweltministerium auf eine parlamentarische Anfrage der AfD mitteilte. Alle vier getöteten Arbeiter stürzten in die Tiefe. Darüber hinaus kam es seit 2003 zu 16 weiteren Unfällen an den Anlagen. Bei acht Zwischenfällen rissen Rotorblätter oder Teile davon ab, einige verursacht durch Blitzeinschläge. Drei Mal brannten die Gondeln in Aufzugsschächten. Brände verursachten weitere Schäden.

 

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DGB gegen mehr Privatschulen in Schleswig-Holstein

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) lehnt den Ausbau des Privatschulwesens in Schleswig-Holstein ab. Alle Schüler sollten die gleichen Bildungschancen erhalten, sagte der DGB-Nord-Vorsitzende Uwe Polkaehn der Deutschen Presse-Agentur in Kiel. Eine Unterscheidung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern sei grundgesetzlich verboten. Der DGB kritisierte Pläne eines privaten Betreibers, mit öffentlichen Mitteln eine Schule in Pinneberg zu eröffnen, die eine monatliche Schulgebühr von 570 Euro erheben wolle. "So eine Bezahlschranke vor einer öffentlich geförderten Bildungseinrichtung darf nicht hingenommen werden", sagte Polkaehn.

 

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Angeblich scharfes Sturmgewehr löst SEK-Einsatz aus

Wegen eines vermeintlich scharfen Sturmgewehrs hat ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei eine Wohnung in Rotenburg (Kreis Hersfeld-Rotenburg) durchsucht. Zeugen hatten zuvor beobachtet, wie ein junger Mann eine teilweise abgedeckte Waffe in das Haus trug, wie die Polizei mitteilte. Bei der Durchsuchung am Donnerstagabend stellte sich heraus, dass der Mann eine sogenannte Dekowaffe in das Haus brachte. Dabei handelt es sich in der Regel um ehemalige Schusswaffen, die unbrauchbar gemacht wurden. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler war es ein ehemaliges Sturmgewehr vom Typ Kalaschnikow.
Die Dekowaffe wurde sichergestellt und sollte überprüft werden. In der Wohnung wurden zudem geringe Mengen Rauschmittel gefunden. Drei 18, 23 und 24 Jahre alte Männer wurden den Angaben nach vorübergehend festgenommen. Ob ihnen ein Strafverfahren droht, war zunächst unklar.

 

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Fröndenberg -Einbruchsdiebstahl-Wohnungseinbruch

Fröndenberg (ots) - Fröndenberg, Brückenstr., 25.03.2016, 01:40 Uhr Bisher unbekannte Täter drangen durch Aufschlagen eines Fenster in ein Einfamilienhauses ein und durchsuchten das gesamte Haus, u.a. wurde Schmuck entwendet.

 

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Deutsche für Abschaffung der Abgeordneten-Immunität

Berlin. Die Deutschen begrüßen mehrheitlich den Vorschlag von Bundestagspräsident Norbert Lammert ( CDU ), die Immunität von Bundestagsabgeordneten, die sie vor einer direkten Strafverfolgung schützt, aus dem Grundgesetz zu streichen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid für das Nachrichtenmagazin FOCUS.
Demnach sind 78 Prozent der Bundesbürger für die Abschaffung, 19 Prozent für die Beibehaltung der Immunität. Nach geltendem Recht darf gegen Bundestagsabgeordnete nur ermittelt werden, wenn der Bundestag zuvor deren durch das Grundgesetz garantierte Immunität aufgehoben hat.
Hintergrund: Emnid befragte 1012 Personen am 21. und 22. März 2016. Die Fragestellung lautete: „In Deutschland sind Parlamentsabgeordnete vor Strafverfolgung durch Immunität geschützt. Diese kann vom Parlament aufgehoben werden, wenn die Staatsanwaltschaft dies beantragt. Was halten Sie von dem Vorschlag, diese Immunität grundsätzlich aufzuheben, sodass Polizei und Staatsanwaltschaft künftig direkt gegen Parlamentsabgeordnete ermitteln können?“ Antwortmöglichkeiten: „finde ich richtig“, „finde ich falsch“, „weiß nicht, keine Angabe“.

 

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Tennis: Petkovic und Witthöft scheitern in Miami - Görges weiter

Miami (dpa) - Die deutsche Fed-Cup-Spielerin Andrea Petkovic ist in ihrem Auftaktmatch beim hochrangig besetzten Tennis-Turnier in Miami gescheitert. Die Nummer 21 der Setzliste verlor gegen die Französin Carolina Garcia nach hart umkämpften 2:49 Stunden mit 6:7 (5:7), 6:3, 6:7 (2:7).
In der ersten Runde hatte die Darmstädterin von einem Freilos profitiert. Vor zwei Wochen war die Weltrangliste-21. bei der Hartplatz-Veranstaltung im kalifornischen Indian Wells ebenfalls gleich zu Beginn ausgeschieden.
Auch Carina Witthöft schied in der zweiten Runde aus. Trotz einer guten Leistung unterlag die Nummer 82 der Weltrangliste der an Position 19 geführten Russin, Swetlana Kusnezowa, in drei Sätzen. Witthöft verlor nach 2:20 Stunden mit 3:6, 6:4, 4:6. Es war im zweiten Duell mit Kusnezowa ihre zweite Niederlage. 
Julia Görges steht dagegen beim mit 6,844 Millionen Dollar dotierten Event nach einem Dreisatz-Erfolg in der dritten Runde. Die Fed-Cup-Spielerin aus Bad Oldesloe gewann ihr Zweitrunden-Duell mit der Australierin Samantha Stosur 3:6, 6:1, 6:4. Für ihren siebten Sieg der Saison benötigte die Nummer 66 der Weltrangliste 1:46 Stunden. Nächste Gegnerin ist die Rumänin Simona Halep oder Darja Kassatkina aus Russland.

 

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ExoMars: „ExoMars“ entgeht offenbar Katastrophe

Am späten Abend des 14. März waren der Jubel und die Erleichterung im Satellitenkontrollzentrum der europäischen Weltraumorganisation Esa groß: Auf einem Monitor im Hauptkontrollraum war das erste Signal der Raumsonde "ExoMars" zu sehen - die europäisch-russische Sonde war erfolgreich auf den Weg zum Mars gebracht worden, wo sie im Oktober ankommen soll. Zuvor war "ExoMars" - bestehend aus dem Mars-Satelliten "Trace Gas Orbiter" (TGO) und dem Lander "Schiaparelli" - von einer russischen Proton-Rakete erst in eine Erdumlaufbahn und anschließend in eine Flugbahn in Richtung Mars gebracht worden.
Doch nun stellt sich heraus: Möglicherweise ist die europäisch-russische Mission zum Mars nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Das zumindest legen Aufnahmen nahe, die Astronomen am OASI-Observatorium in Brasilien von der abgetrennten Breeze-M-Oberstufe gemacht haben. Die Breeze-M ist die letzte Stufe der Rakete, die sich von der Nutzlast - in diesem Fall der Sonde "ExoMars" - trennt. Vorher führt sie mehrere Schubmanöver durch, mit denen sie "ExoMars" in eine Flugbahn in Richtung Mars schiebt.
Nach der Trennung sollen zwei weitere Schübe dafür sorgen, dass die Oberstufe sich von der abgetrennten Nutzlast entfernt und dabei auch die Flugbahn ändert - schließlich soll die Raketenstufe im Gegensatz zu "ExoMars" nicht zum roten Planeten fliegen. Doch offenbar ist etwas schiefgegangen, wie die Bilder zeigen, die vom OASI-Observatorium aufgenommen wurden: Darauf sind neben der Breeze-M-Oberstufe sechs Trümmerteile zu sehen, die eigentlich nicht dort sein dürften.
Anatoly Zak vom Webportal "Popular Mechanics" , das zuerst über die Trümmerteile berichtete, geht davon aus, dass die Oberstufe explodiert ist - und zwar zu einem Zeitpunkt, als "ExoMars" noch in der Nähe der Breeze-M war. Die Explosion hätte der europäisch-russischen Mars-Mission durchaus Schaden zufügen können, doch die Esa gibt sich gelassen: "Nach den ersten kritischen Tagen im Weltraum verhält sich TGO fehlerlos", erklärt Esa-Flugdirektor Michel Denis. In den kommenden Wochen werden alle Systeme der Raumsonde routinemäßig überprüft.
Das Portal "Spaceflight Now" zitiert Flugdirektor Denis: "Wenn es wahr ist, dann war die Entfernung zwischen ExoMars und Breeze-M groß". Daher gebe es kein Risiko für "ExoMars". "Wir haben definitiv nichts an der Sonde gesehen", wird Denis weiter zitiert.
"ExoMars" ist also weiter auf dem Weg zum Mars, nachdem die Sonde offenbar knapp einer Katastrophe entgangen ist. Den roten Planeten soll "ExoMars" Mitte Oktober erreichen. Während der Satellit TGO dann um den Mars kreisen und das Methan-Vorkommen in der Atmosphäre untersuchen wird, soll "Schiaparelli" auf dem Mars landen und den Weg für eine weitere europäisch-russische Mars-Mission ebnen: "Schiaparelli" soll eine Lande-Methode auf dem roten Planeten testen, die beim zweiten Teil der "ExoMars"-Mission ab 2018 zum Einsatz kommen soll.
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AfD Parteiprogramm: AfD will Strafmündigkeit für Zwölfjährige

Die AfD bekräftigt im Entwurf ihres neuen Parteiprogramms eine Reihe teils stark umstrittener Forderungen unter anderem in Strafrecht und Energiepolitik. So heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Leitantrag zum Grundsatzprogramm der rechtspopulistischen Partei, die AfD wolle „Schluss mit der Klimaschutzpolitik“ machen und lehne eine Reduzierung des deutschen CO2-Ausstoßes als Schwächung des Wirtschaftsstandorts ab. Die „weltweit sichersten“ Kernkraftwerke in Deutschland sollten dagegen vorerst weiterbetrieben werden.
„Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert“, schreibt die AfD in ihrem Programmantrag zum Bereich Energiepolitik. Studien des UN-Weltklimarates, die einen menschlich verursachten Effekt auf das Klima belegen, weist die Partei als „unbestätigt“ zurück. CO2 betrachtet die AfD nicht etwa als schädliches Nebenprodukt industrieller Tätigkeit, sondern als „unverzichtbaren Bestandteil allen Lebens“, der das Pflanzenwachstum und somit die Lebensmittelversorgung weltweit verbessere.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zur staatlichen Förderung alternativer Energiequellen lehnt die Partei als „Planwirtschaft“ ebenso ab wie den Ausbau der Windenergie, die „das Bild unserer Kulturlandschaften“ zerstöre und zudem eine „tödliche Gefahr“ für Vögel darstelle. Den Atomausstieg hält die AfD für „sachlich nicht begründet“ und fordert neben einer Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken außerdem, die Fördermethode „Fracking“ in Deutschland stärker zu nutzen, um so „kriegerische Auseinandersetzungen um Erdöl und -gas“ zu verringern.
Auch im Bereich Steuerpolitik und Strafrecht hält die AfD an bereits vorab bekannt gewordenen Forderungen fest: So möchte die Partei die Erbschaftsteuer als „mittelstandsfeindlich“ abschaffen. Das Strafmündigkeitsalter soll laut Leitantrag als „Signal der Warnung und Prävention“ von 14 auf zwölf Jahre sinken und ab 18 Jahren rigoros Erwachsenenstrafrecht angewendet werden.
Die AfD spricht im Zusammenhang mit dem auf Stellungnahmen von rund 9000 Parteimitgliedern basierenden Antrag von einem „wahrscheinlich einmaligen Vorgang demokratischer Willensbildung“. Im Vorwort sieht sie sich „in der Tradition der beiden Revolutionen von 1848 und 1989“. Weiter fordert die AfD, ein „politisches Kartell, das die Schalthebel der staatlichen Macht“ in den Händen halte, durch Wiedererlangung der „Volkssouveränität“ absetzen zu wollen.
Darüber hinaus wirbt die AfD für eine neue Asylpolitik, eine Volksabstimmung über den Euro, die Rückkehr zur Wehrpflicht und ein traditionelles Familienbild. Das geht aus dem 74-seitigen Entwurf eines Grundsatzprogramms hervor, der am Donnerstag von der Partei veröffentlicht wurde. Die AfD-Mitglieder können nun Änderungsanträge einbringen, ehe ein Parteitag am 30. April über den Leitantrag der Programmkommission abstimmt.
Nach einem Bericht des Recherchezentrums „Correctiv“ hat die AfD ihren ursprünglichen Entwurf binnen weniger Tage noch einmal deutlich entschärft. In der Urfassung war demnach etwa eine Privatisierung der Arbeitslosenversicherung vorgesehen, was sich im aktuellen Entwurf nicht mehr findet. Gestrichen worden sei auch die Forderung nach einer Privatisierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Jetzt ist nur noch von einer grundlegenden Reform der Finanzierung die Rede.
Beim Thema Einwanderung heißt es: „Die aktuelle deutsche und europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik kann nicht weitergeführt werden.“ Zwar müssten „echte Flüchtlinge“ geschützt werden, doch der „überkommenen Politik der großzügigen Asylgewährung“ wird eine Absage erteilt. Zudem fordert die AfD eine „vollständige Schließung der EU-Außengrenzen“ sowie die Errichtung von „Schutz- und Asylzentren“ in den Herkunftsregionen der Flüchtlinge.
Der Programmentwurf basiert auf einer Mitgliederbefragung. Für eine Einschränkung des Asylrechts hatte es dabei eine ebenso deutliche Mehrheit gegeben wie für die Wiedereinführung der Wehrpflicht und das Leitbild der traditionellen Familie. Im Programmentwurf wird „die Familie aus Vater, Mutter und Kind als Keimzelle der Gesellschaft“ gewürdigt. Ausdrücklich wenden sich die Autoren „gegen die vom Gender Mainstreaming propagierte Stigmatisierung traditioneller Geschlechterrollen“.
Darüber hinaus bekennt sich die AfD in dem Programmentwurf zur „deutschen Leitkultur“, die sowohl auf der humanistischen Tradition als auch auf dem Christentum basiere. Zwar bekennt sich die AfD uneingeschränkt zur Glaubensfreiheit, doch der Programmentwurf betont auch eindeutig: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ (dpa/afp)
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Innenminister Hermann fordert Neuordnung des Schengen-Raums

Berlin. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ( CSU ) fordert nach den Attentaten in Brüssel , den Schengen-Raum der EU neu zu organisieren, in dem sich einmal eingereiste Ausländer frei bewegen können. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS.
Voraussetzung für die künftige Mitgliedschaft im Schengen-Club soll nach Herrmanns Vorstellung die Mitarbeit an einem europäischen Ein- und Ausreiseregister nach US-Vorbild sein, bei dem Passdaten und Fingerabdruck gespeichert werden. „Wir müssen wissen, wer zu uns kommt, wer da ist und wer wieder ausreist“, so der Unionspolitiker. Staaten, die nicht mitmachen wollten oder könnten, „müssen den Schengen-Raum verlassen“.
Damit stünde der Verbleib Griechenlands im Schengen-System auf der Kippe: Dem südeuropäischen Krisenstaat trauen die meisten Experten keine wirksame Kontrolle zu.

 

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Innenminister wollen über Bundeswehreinsatz bei Terror im Inland beraten – IMK-Vorsitzender Bouillon: „Das müssen wir uns zutrauen“

Berlin. Angesichts der gestiegenen Terrorgefahr wollen die Innenminister der Länder über Einsätze der Bundeswehr im Inneren beraten. Das kündigte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU), an. „Wir müssen auch die Bundeswehr im Inneren schnell einsetzen können. Als Amtshilfe für die Polizei , auf Antrag des Bundesinnenministers“, sagte der saarländische Innenminister in einem Interview des Nachrichtenmagazins FOCUS. „Ich kenne die rechtliche Problematik, bin aber klar dafür. Sicherheit geht vor. Und die verfassungsrechtlichen Bedenken lassen sich ausräumen.“
Das Bundesverfassungsgericht lasse diese Amtshilfe in begründeten Ausnahmefällen zu, so Bouillon: „Wir reden über terroristische Gefahren. Wo mit Bomben und Kriegswaffen agiert wird, stößt unsere Polizei schnell an ihre Grenzen. Deshalb sollten wir wie in einigen europäischen Ländern auch unsere Streitkräfte einsetzen dürfen.“ Er verstehe zwar die historischen Bedenken dagegen wegen der Erfahrungen aus der Weimarer Republik. „Aber wir sind heute eine gefestigte Demokratie und ein gewachsener Rechtsstaat. Das müssen wir uns zutrauen“, sagte der CDU -Politiker. „Nichts würde unseren Staat mehr erschüttern als das begründete Gefühl der Bürger, erklärten Staatsfeinden ausgeliefert zu sein. Deshalb werden wir bei der nächsten Innenministerkonferenz im Juni auch über den Einsatz der Bundeswehr im Inneren sprechen.“
Bouillon sprach sich auch für mehr Videoüberwachung an Brennpunkten, an zentralen Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln aus. Videoüberwachung solle überall dort eingerichtet werden, wo es Menschenansammlungen gibt. „Das Argument Datenschutz kann ich da nicht mehr hören“, so der Innenminister. „Wir müssen bei diesem Eingriff in die Privatsphäre klar zu Gunsten der Sicherheit abwägen.“ Die Kameras könnten zumindest helfen, Täter im Ernstfall zu identifizieren und schneller unschädlich zu machen.

 

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Terror in Brüssel: Hessen warnen: Datenschutz nach Brüssel nicht lockern

Hessens Datenschutzbeauftragter und die Landtagsopposition sind gegen eine Lockerung des Datenschutzes als Konsequenz aus den Terroranschlägen von Brüssel. Michael Ronellenfitsch wies am Donnerstag Vorwürfe scharf zurück, der Datenschutz erschwere die Terroristenfahndung. «Der Datenschutz ist überhaupt kein Hinderungsgrund. Er wird bei Ermittlungspannen immer nur vorgeschoben», sagte der Experte dem Radiosender hr-Info.
«Wir haben nicht nur einen Schönwetter-Datenschutz, sondern auch einen Datenschutz für Krisenzeiten», betonte Ronellenfitsch. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) habe Unrecht, wenn er dem Datenschutz die Schuld für Defizite bei der Terrorbekämpfung zuweise.
Der Bundesinnenminister hatte nach den Anschlägen von Brüssel gesagt, ein Austausch von sicherheitsrelevanten Daten in Europa sei bislang vor allem auch durch Datenschutzhindernisse verhindert worden. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte angeregt, Datenschutzregeln auf den Prüfstand zu stellen.
Die Datenschutzexperten von Linken und FDP warnten wie Ronellenfitsch davor, den Datenschutz einzuschränken. Ein bloßes mehr an Daten biete keinerlei Sicherheitsgewinn, erklärte der FDP-Abgeordnete Jörg-Uwe Hahn in Wiesbaden. Die vorhandenen Daten sollten stattdessen zielgerichteter ausgewertet und die Kommunikation zwischen den Sicherheitsbehörden verbessert werden.
Ähnlich argumentierte Ulrich Wilken von der Linken-Landtagsfraktion: Es bestünden ausreichende Möglichkeiten der Datenerhebung und des Datenaustauschs. «Das Problem ist vielmehr der stümperhafte Umgang mit den bestehenden Möglichkeiten», kritisierte Wilken. «Eine Lockerung des Datenschutzes hilft bei der Verhinderung von Terroranschlägen nicht.»
Ronellenfitsch macht sich derweil für einen europäischen Datenaustausch bei der Terrorfahndung stark. «Ich würde geeignete Kriterien suchen», erklärte der Datenschutzbeauftragte. «Dazu gehört die Beteiligung eines Verdächtigen an terroristischen Straftaten oder ein Migrationshintergrund aus kritischen Gegenden.» (dpa)
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Ukraine: „Es wird nach wie vor gekämpft“

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist wieder unterwegs. In Moskau erörterte er mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow neben den Terroranschlägen in Brüssel und der Lage im syrischen Bürgerkrieg die Situation in der umkämpften Ostukraine; der Deutsche warnte vor der Gefahr einer neuerlichen Eskalation des Krieges. Knapp zwei Jahre nach Ausbruch des Konfliktes und ein gutes Jahr, nachdem sich die Kriegsparteien in Minsk auf einen Friedensvertrag geeinigt haben, geht dessen Umsetzung nur langsam voran. Im Donbass gilt seit Monaten eine Feuerpause zwischen Militär und prorussischen Separatisten, die aber immer wieder gebrochen wird.
Die Inspektoren der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die die Waffenruhe kontrollieren, müssen fast täglich Verstöße dagegen feststellen. Am Mittwoch meldete das ukrainische Militär wieder einen getöteten Soldaten bei neuen Kämpfen. Der Vize-Chef der OSZE-Mission, Alexander Hug, der erstmals 2014 im Zuge der Untersuchungen zum Abschuss des Verkehrsfliegers MH17 ins Licht der Öffentlichkeit geriet, muss zwar konstatieren, dass die Arbeit seiner Mitarbeiter im Donbass regelmäßig behindert wird, doch Fortschritte vor Ort sieht er ebenfalls.
Herr Hug, am Mittwoch sprach Außenminister Steinmeier mit seinem Kollegen Lawrow auch über die Umsetzung des Minsker Friedensabkommens für die Ukraine. Was können Sie als Vizechef der OSZE-Beobachtermission über die Umsetzung von Minsk vermelden?
Es gibt Licht und Schatten. Der Konflikt wird heute anders geführt als vor einem Jahr. Es ist das Verdienst von Minsk, dass die schweren Waffen aus der Sicherheitszone abgezogen sind und sich ihr Einsatz stark reduziert hat. So gibt es weniger Tote, Verletzte und weniger Schäden an der Infrastruktur. Das hat die humanitäre Lage verbessert.
Aber?
Insgesamt wird das Minsker Abkommen nicht so stetig umgesetzt wie erhofft. Es geht zwei Schritte voran, einen zurück. Wir registrieren noch immer fast täglich Brüche gegen die Waffenruhe – in den letzten drei Wochen auch wieder mit schweren Waffen wie Mörsern und Raketenwerfern, mehrmals pro Woche, von beiden Seiten. Es liegt wohl auch an der sinkenden internationalen Aufmerksamkeit, dass der Umsetzungsdruck nachlässt und die Hemmschwelle wieder sinkt.
Wie kommt es zu den Gefechten?
Entlang der Kontaktlinie, die in Minsk festgeschrieben wurde, wird nach wie vor stark gekämpft, vor allem um Donezk herum. Die schweren Waffen sind zwar von der Kontaktlinie weggeschafft worden. Aber als Kleinfeuerwaffen, die jetzt bevorzugt werden, gilt alles unterhalb der nach Minsk verbotenen Waffen – auch Granatwerfer und schweres Maschinengewehr. Auch damit kommen sich die Parteien an der Kontaktlinie meist viel zu nahe.
Heißt das, die Trennlinie ist noch umkämpft?
Es wird nicht versucht, sie zu verschieben, und sie wird auch nirgends systematisch überschritten. Aber es gibt immer mehr Regionen, in denen sich die Parteien in größerem Abstand voneinander positioniert hatten, so dass dazwischen Gebiete entstanden waren, in denen niemand effektive Kontrolle hatte. Nun rücken bewaffnete Einheiten beider Seiten immer wieder näher an die Trennlinie. Schon das verstößt gegen Minsk – und provoziert die Reaktion des Gegners. So nähern sich beide schnell wieder bis auf wenige Meter an.
Nach den jüngsten Verhandlungen mit Kiew und Moskau Anfang März warnte Steinmeier, die Lage könne jederzeit wieder eskalieren. Jetzt auch wieder.
Natürlich. An den Kontrollpunkten sind sich beide Seiten so nah, dass sie einander hören. Das führt zu Anspannungen, die sich zuerst in kleinen Scharmützeln entladen und immer wieder hochschaukeln – bis zum Einsatz schwerer Waffen. Der Konflikt kann da jederzeit wieder aufflammen. Beide Parteien müssen wieder voneinander abrücken.
Wie kommt es, dass Truppen an mehreren Stellen zeitgleich vorrücken? Wird das zentral angeordnet?
Es geschieht nicht zufällig, das sind bewusste Entscheidungen. Aber wer sie wo trifft, ist schwer zu sagen. Ein Grund ist sicher, dass die schweren Waffen früher größere Gebiete abdeckten. Weil sie nun teilweise abgezogen wurden, rückt man mit den leichteren Waffen näher an die Kontaktlinie, um seine Einflusssphäre abzusichern.
Ein paradoxer Effekt: Wegen des Abzugs schwerer Waffen wird die Waffenruhe häufiger gebrochen – wenn auch mit leichten Waffen.
Ja. Außerdem gibt es entlang der Kontaktlinie Ortschaften, die keine Seite unter effektiver Kontrolle hat. Weil aber die Polizei vom Militär nicht durchgelassen wird oder sie sich nicht zuständig fühlt, kommen eben Soldaten, wenn die Bewohner nach Recht und Ordnung rufen. Das müsste aber durch zivile Polizei geregelt werden.
Früher wurde die Arbeit der OSZE-Beobachter oft behindert, um Truppenbewegungen oder Gefechte zu vertuschen. Hat sich das gebessert?
Auf Regierungsseite ja. Da wurden wir früher ebenso massiv behindert, heute fast gar nicht mehr. Auf Rebellenseite hält man uns dagegen in Regionen, wo wir Waffen oder militärische Bewegung vermuten oder davon wissen, oft sogar mit Gewalt ab. Unsere Leute werden mit Waffen aus den Fahrzeugen geholt, zu Boden geworfen, besoffene Kosakenkommandos eröffnen das Feuer in Restaurants, in denen wir sitzen...
Und als Sie gerade selbst in der Ostukraine unterwegs waren?
… habe ich erlebt, dass die Parteien es sehr wohl schaffen, dass stundenlang kein Schuss fällt. Wenn sie nicht überführt werden wollen, sind sie plötzlich in der Lage, Minsk voll und ganz umzusetzen. Das beweist: Es ist möglich, die Kämpfe zu unterbinden. Wenn noch gekämpft wird, dann nicht aus militärischer Notwendigkeit. Sondern weil beide Seiten aus anderen Motiven bewusst weiterkämpfen.
Interview: Steven Geyer
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„Das Ding wird dich lebendig fressen“ – fürchtete der amerikanische Erfolgsautor Garth Risk Hallberg bei der Arbeit an seinem monumentalen Roman „City on Fire“

Berlin. „Ich wurde panisch, wenn ich nur an die Dimensionen dieses Projektes dachte“, sagt das neue literarische Wunderkind aus Amerika, Garth Risk Hallberg, über seinen neuen Roman „City on Fire“. Er sei, erzählt Hallberg dem Nachrichtenmagazin FOCUS beim Spaziergang durch Manhattan, erst 24 gewesen, als er das Konzept für seinen 1000-seitigen Roman festlegte. „Ich wusste: ‚Das Ding wird dich lebendig fressen‘.“
Das Monumentalwerk entwirft ein Porträt der Metropole New York. Während Risk Hallberg, heute 37, an dem Buch arbeitete, wurde das Interesse an Literatur in den USA angeblich immer geringer. Doch das lähmte den Autor nicht: „Ich fühlte mich wie befreit.“ Richtschnur beim Schreiben sei für ihn eine „Art Vertrag mit dem Leser: Wenn du mir deine Aufmerksamkeit über Tage oder Wochen hinweg anvertraust, dann verspreche ich dir, dich nicht zu enttäuschen.“

 

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Nach dem Terror: Belgische Minister bieten Rücktritt an

Belgiens Innenminister Jan Jambon und Justizminister Koen Geens bieten nach Medienberichten wegen der Anschläge in Brüssel ihren Rücktritt an. Ministerpräsident Charles Michel lehne sie aber ab. Damit reagieren die Politiker auf die Vorwürfe gegen die belgischen Sicherheitsbehörden.
Derweil suchen die Behörden unter Hochdruck nach einem vierten Verdächtigen. Die Identität des Mannes, der auf dem Bild einer Überwachungskamera eine weiße Jacke und einen Hut trägt, ist noch unklar. Bis Mittwochabend identifizierten die Behörden drei von vier Angreifern, die in Verbindung zu den Attentätern von Paris gestanden haben sollen.
Aktuell laufen in der Nähe des Brüsseler EU-Viertels zwei Polizeieinsätze. Die Beamten sperrten ein Gebiet in der Gemeinde Ixelles am Donnerstag, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Einem Zeugen zufolge war dort am Morgen ein Mann überprüft und sein Wagen durchsucht worden. Die Polizei sei mit vielen Kräften vor Ort, meldete Belga. In geringer Entfernung lief zeitgleich ein weiterer Einsatz, die beiden Operationen sollten aber nicht in Verbindung stehen. Ob es einen Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom Dienstag gibt, war zunächst unklar.
Zwei polizeibekannte Brüder, Khalid El Bakraoui und Ibrahim El Bakraoui, sprengten sich nach Angaben der belgischen Staatsanwaltschaft am Dienstag im Flughafen und in der U-Bahn in die Luft. Der dritte Selbstmordattentäter sei der Bombenbauer Najim Laachraoui, verlautete am Mittwoch aus Polizeikreisen. Nach dem vierten Mann, dessen Bombe im Flughafen nicht detonierte, wurde am Donnerstag weiter gefahndet.
Jetzt fahndet die Polizei auch nach einem zweiten Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag auf eine U-Bahn-Station in Brüssel. Ein Vertreter der Polizei sagte am Donnerstag, neben dem bereits identifizierten Attentäter Khalid El Bakraoui sei auf Überwachungsbildern ein zweiter Verdächtiger zu sehen, der eine große Tasche bei sich habe. Bei mehreren Anschlägen in Brüssel waren am Dienstag 31 Menschen getötet worden.
Bei den Anschlägen in Brüssel wurden nach jüngsten Angaben des belgischen Gesundheitsministeriums 31 Menschen getötet und 300 weitere verletzt. Auch mindestens ein Deutscher wurde laut Auswärtigem Amt schwer verletzt. Am Mittwochabend gedachten hunderte Menschen am Brüsseler Flughafen der Opfer der Anschläge.
Der Anschlag auf die U-Bahn im Europa-Viertel sei durch den 27-jährigen Belgier Khalid El Bakraoui verübt worden, sagte Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw. Sein 29-jähriger Bruder Ibrahim El Bakraoui habe seinen Sprengsatz in der Abfertigungshalle des Flughafens als einer von zwei Selbstmordattentätern gezündet. Beide Brüder seien wegen zahlreicher Verbrechen gesucht worden, erklärte der Staatsanwalt.
Khalid El Bakraoui soll Medienberichten zufolge unter falschem Namen zwei Verstecke für die Paris-Attentäter angemietet haben, darunter auch eine Wohnung in Brüssel, in der später die Fingerabdrücke des mutmaßlichen Paris-Attentäters Salah Abdeslam gefunden wurden.
Auch Najim Laachraoui stand in Verbindung zu den Pariser Anschlägen. DNA-Spuren des 24-Jährigen waren nach den Attentaten in der französischen Hauptstadt an Sprengstoff entdeckt worden.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, Ankara habe die belgischen Behörden im vergangenen Jahr vor einem der späteren Attentäter von Brüssel gewarnt. Einer der Belgier sei im Juni 2015 im Süden der Türkei als "ausländischer Terrorkämpfer" festgenommen und über die Niederlande in sein Heimatland abgeschoben worden.
Doch "trotz Warnungen" seiner Regierung sei es den belgischen Behörden nicht gelungen, diesen Verdacht zu erhärten. Aus türkischen Regierungskreisen verlautete, es habe sich um Ibrahim El Bakraoui gehandelt. Der belgische Justizminister Koen Geens erklärte dazu, der Mann habe damals nicht als Terrorverdächtiger, sondern als "gewöhnlicher Krimineller" gegolten, der zur Bewährung freigelassen worden sei.
Die EU-Innen- und Justizminister kommen am Donnerstag zu einem Sondertreffen in Brüssel zusammen. Ein ähnliches Treffen hatte es im November auch nach den Anschlägen von Paris gegeben. Der wegen der Anschläge geschlossene internationale Flughafen der belgischen Hauptstadt soll frühestens am Samstag wieder seinen Betrieb aufnehmen.
Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, Devin Nunes, geht davon aus, dass auch die USA Ziel der Attentäter waren. Der Anschlag am Flughafen habe in unmittelbarer Nähe der Schalter von US-Fluggesellschaften wie United, American und Delta Airlines stattgefunden, sagte der Republikaner vor Journalisten. Auch die Metrostation Maelbeek, wo ein weiterer Anschlag stattfand, liege in der Nähe der US-Botschaft.
Unter den Verletzten sind nach Angaben des Außenministeriums in Washington rund ein dutzend US-Bürger. Der Verbleib einer "Reihe" weiterer sei unklar, sagte ein Sprecher. US-Außenminister John Kerry wird am Freitag in Brüssel erwartet. (FR mit afp)
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Staranwalt droht Volkswagen mit Massenklagen

Berlin. Der amerikanische Staranwalt Michael Hausfeld hat dem Volkswagen-Konzern mit einer Klagewelle enttäuschter Kunden gedroht. Falls das Unternehmen nicht bald auf sein Gesprächsangebot eingehe, werde er seinen zehntausenden Mandanten in ganz Europa zur gerichtlichen Auseinandersetzung raten, sagte Hausfeld dem Nachrichtenmagazin FOCUS. Er rechne außerdem mit erheblich mehr VW -Kunden, die sich an seine europäischen Kanzleien wenden könnten. „Wir haben noch keine offizielle Registrierungskampagne gestartet“, begründete der Jurist diese Einschätzung.
Hausfeld sagte dem FOCUS weiter, er rechne damit, dass als Folge der Volkswagen-Affäre möglicherweise künftig auch Massenklagen in Europa möglich würden. Allein in Deutschland seien 2,5 Millionen Diesel-Fahrzeuge von manipulierten Motoren betroffen. „Ich kenne kein Gerichtssystem weltweit, das sich von so vielen Klagen verstopfen lassen will“, sagte Hausfeld.
Der Jurist hatte unter anderem Milliardensummen zur Entschädigung von Umweltopfern in Alaska durchgesetzt. Auch die Rückgabe heimlich von Schweizer Banken einbehaltener Gelder von Holocaust-Opfern an deren Erben war Folge einer Klage Hausfelds.

 

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Terrorismus in Europa: Das fatale Versäumnis der Politik

Von Floo Weißmann
Innsbruck – Brüssel galt schon bisher als besonders terrorgefährdet. Zum einen existiert dort eine verzweigte Jihadistenszene; zum anderen garantiert Europas Hauptstadt helles Scheinwerferlicht. „Symbolik spielt im Terrorismus immer eine Rolle“, sagte der Innsbrucker Politologe und Terrorismusexperte Franz Eder der TT.
Seit den Anschlägen von Paris im November haben die Behörden in Brüssel zahlreiche Razzien durchgeführt und zeitweise sogar die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Erst am Freitag gelang die Festnahme des mutmaßlichen Paris-Attentäters Salah Abdeslam, der weitere Angriffe vorbereitet haben soll.
Eder spekuliert über einen Zusammenhang mit den gestrigen Bomben: „Ich vermute, dass die Anschlagspläne weit gediehen waren und die Akteure (durch die Festnahme) unter Zeitdruck geraten sind, um nicht aufzufliegen.“ Demnach handelte es sich nicht um einen Racheakt, sondern es wurden ohnehin geplante Angriffe rascher umgesetzt.
Staaten der Europäischen Union seien ein Ziel für Terroristen, „weil sie sich im Kampf gegen den Terror profiliert haben“, sagt Eder. Dazu komme ein „Potenzial für Anschläge“ in Europas Gesellschaften. Gemeint sind soziale Bedingungen, die eine Radikalisierung begünstigen können.
Eine beispielhafte Jihadistenkarriere beginnt demnach mit dem Gefühl des Ausgegrenztseins, dem Gefühl, nirgendwo verankert zu sein und ökonomisch nicht mitzukommen, erklärt Eder. Viele spätere Jihadisten haben eine Vorgeschichte als Kleinkriminelle. Irgendwann – etwa im Gefängnis – lernen sie dann Leute kennen, die sich auflehnen. Dann beginne der Radikalisierungsprozess. „Sie erleben Stärke und Halt in der Gruppe und fühlen sich als Teil von etwas Großem“, sagt Eder.
Der Experte erwartet, dass nach den Anschlägen von Brüssel jetzt wieder der Ruf nach schärferen Sicherheitsmaßnahmen laut wird. Doch das habe schon in Frankreich und Belgien nicht geholfen, kritisiert Eder. Stattdessen „muss man klar machen: Wir leben in einer freien Demokratie, und das kostet leider etwas. Es kann Menschen geben, die diese Freiheit ausnützen, um uns weh zu tun“.
Für Eder sollte es nun in erster Linie darum gehen, die nationalen und internationalen Ursachen des Terrorismus zu bekämpfen. Er meint damit im Inland Maßnahmen gegen Radikalisierung – übrigens auch auf der rechten Seite. Und international neue Ansätze bei der Lösung des Syrien-Konflikts, wo die europäische Politik vollkommen versagt habe. Doch er bleibt skeptisch. „Es wird immer wieder gesagt, wir müssen etwas tun, und es passiert nichts. Mir fehlt der Glaube, dass (diesmal) Taten folgen.“

 

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IWF-Experte: „Billiges Öl kein Wachstumsgarant“

Wien – Der US-Ölpreis hat am frühen Donnerstagnachmittag tiefer gegenüber dem Vortag tendiert. Gegen 14 Uhr kostete ein Barrel (159 Liter) der Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) 39,00 Dollar und damit um zwei Prozent weniger als am Mittwoch. Der Future auf ein Barrel der Nordseesorte Brent wurde mit 39,71 Dollar gehandelt.
In diesem Kontext lässt eine Aussage von Maurice Obstfeld aufhorchen. Der Chefökonomen der Internationalen Währungsfons (IWF) Obstfeld hat scheinbar Abschied von der These genommen, dass ein sinkender Ölpreis generell gut für die Weltwirtschaft ist. „Die Ölpreise sind seit mehr als eineinhalb Jahren anhaltend niedrig, aber unser neuer weltwirtschaftlicher Ausblick im April wird zeigen, dass der weithin erwartete Impuls für die globale Wirtschaft immer noch aussteht“, schrieb Obstfeld mit zwei Kollegen in einem IWF-Blog vom Donnerstag.
Aufbau der US-Reserven lasten auf den Ölpreisen
Die deutlichen Preisrückgänge vom Vortag wurden damit ausgeweitet. Das fundamentale Bild für die Ölpreise bleibt schwach, schreiben die Analysten von der Commerzbank. Dem Ölmarkt fehlen schlichtweg belastbare Argumente für einen Preisanstieg außer einer berechtigten Hoffnung auf eine Angebotseinengung in der zweiten Jahreshälfte, hieß es weiter.
Bereits am Mittwoch hatte der massive Rohöllageraufbau in den USA auf den Ölpreisen gelastet. Ungeachtet einer kurzfristig skeptischen Haltung zu Rohöl gehen die Commerzbank-Experten zum Jahresende weiterhin von einem Ölpreisanstieg auf 50 US-Dollar aus.
Auswirkungen des niederen Ölpreises irritieren Experten
Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hatte kürzlich bei einem G-20-Treffen in Shanghai bereits angedeutet, dass eine weitere Rücknahme der Wachstumsprognosen nicht ausgeschlossen ist. Im Jänner hatte die Finanzinstitution ihre Annahmen für die Weltwirtschaft bereits um jeweils 0,2 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent in diesem und 3,5 Prozent im kommenden Jahr nach unten revidiert.
Seit Juni 2014 sind die Ölpreise nach IWF-Angaben um rund 65 Prozent oder 70 Dollar gefallen. Nahezu parallel dazu habe aber auch das Wachstum in vielen Ländern nachgelassen. Das habe viele Beobachter, und dazu gehöre ausdrücklich auch der Internationale Währungsfonds (IWF), irritiert, hieß es in dem Blog. Denn bis dato sei man allgemein davon ausgegangen, das ein Ölpreis-Rückgang unter dem Strich positiv auf die Weltwirtschaft wirke. Die Kernannahme dabei sei, dass die Nachteile bei den Ölförderländern - beispielsweise Russland oder Saudi-Arabien - mehr als aufgewogen würden durch Vorteile bei den Abnehmerländern, zu denen Deutschland gehöre.
Zusammenhang zwischen Ölpreis und Wirtschaftswachstum komplexer als gedacht
Die Entwicklung der Aktienmärkte in den vergangenen Wochen und Monaten allerdings stützt diese Sicht nach Obstfelds Darstellung nicht. Vielmehr seien die Aktienkurse in den letzten sechs Monaten eher gesunken, wenn der Ölpreis abgerutscht sei. Offenbar seien die Zusammenhänge zwischen Ölpreis und Wachstum erheblich vielschichtiger als bisher angenommen.
Dabei spiele auch die Geldpolitik mit der Zinsentwicklung eine Rolle. „Wir argumentieren, dass die weltwirtschaftlichen Vorteile des billigen Öls sich wahrscheinlich paradoxerweise erst einstellen, wenn die allgemeine Preisentwicklung etwas nach oben geht und wenn die Industrieländer besser gelernt haben, mit dem Niedrigzins-Umfeld umzugehen“, schrieben Obstfeld und seine Kollegen. (APA, Reuters, tt.com)

 

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Autos: Immer höher, breiter, länger

Von Philipp Schwartze
Innsbruck – Menschen, die sich aus dem Spalt der minimal geöffneten Autotür zwängen, und Autos, die über die weißen Begrenzungslinien hinausragen: Szenen wie diese sind in Parkhäusern keine Seltenheit. Vergleicht man Automodelle von früher mit ihren heutigen Versionen, fällt auf: Viele Fahrzeuge sind gewachsen. Höhere und längere Pkw sorgen für Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche und dem Einparken. Auch die größere Breite neuerer Autos überrascht viele Fahrzeugbesitzer. „Dieser Trend geht auf die heutigen Sicherheitsanforderungen zurück. So schmal wie in den 70er-Jahren werden Autos nicht mehr werden, da sie ausreichend Schutz bei einem Unfall von der Seite bieten müssen“, erklärt Steffan Kerbl vom ÖAMTC. Inzwischen sind ein Großteil der Fahrzeuge ungefähr 2 Meter breit – und haben damit, geht es nach Kerbl, ihre größte Breite erreicht. Doch das Problem bleibt: Viele Parkhäuser wurden mit einer Parkplatzbreite von 2,30 Metern gebaut. „Parkplätze in neu gebauten Parkhäusern weisen eine Breite von 2,50 Metern auf“, betont Hubert Kohler von der BOE, die allein in Innsbruck 13 Parkgaragen betreibt. Eigene Plätze für größere Autos hält er für denkbar, sieht aber derzeit keinen Handlungsbedarf: „Die meisten Zweitautos sind Kleinwagen.“
Verschiedene Parkplatzgrößen anzubieten, sei zwar generell möglich, der ÖAMTC bevorzugt aber, die Parkplätze anzugleichen und eine einheitliche Größe zu erzeugen. „Eigene Parkplätze für SUVs könnten zu sozialen Problemen führen“, glaubt Kerbl, dass auch Fahrer von Kleinwagen in diesen speziellen Bereichen parken würden. Einen guten Kompromiss zwischen Anzahl von Parkplätzen und Parkplatzgröße hält Kerbl für den besten Weg. Lieber drei breitere Parkplätze als vier, die für die Großzahl der Autos unzureichend breit ist, lautet die Devise. In Schwaz wurde genau das umgesetzt. Die Stadtgalerien Schwaz werben mit breiteren Parkplätzen: „Alle Parkplätze in unserer Komforttiefgarage sind 2,65 Meter breit“, erklärt Kathrin Wurm vom Marketing der Stadtgalerien Schwaz.
Nicht nur in öffentlichen Garagen, auch auf privaten Stellplätzen am eigenen Haus kommt es immer wieder zu unangenehmen Überraschungen: „Ich empfehle, bei einer Probefahrt zu schauen, ob das neue Auto auch in die eigene Garage passt“, hat Kerbl schon einige Beschwerden vernommen.
Beim eigenen Hausbau sollte man daher – wo immer es möglich ist – auch einen Stellplatz für ein größeres Auto einplanen: „Das gebietet die Vernunft. Der Installateur, der gerufen wird, soll schließlich auch irgendwo parken und noch sein Werkzeug ausräumen können“, spricht der ÖAMTC-Techniker nicht von Luxus, sondern von Praktikabilität. „Ein Parkplatz ist nur dann etwas wert, wenn man auch aussteigen kann. Nur hineinpassen reicht nicht“, sagt Kerbl und verweist zugleich auf die bei Wohnanlagen häufig knapp bemessenen Parkplätze. Auch darauf gilt es also bei der Wohnungssuche zu achten.
Ein weiteres Problem ortet der ÖAMTC bei verengten Fahrspuren im Baustellenbereich. Einige Autofahrer würden zwar die eingetragene Breite ihres Fahrzeuges aus dem Fahrzeugschein kennen – beim Überholen in einer Baustelle zählt aber nicht die Karosseriebreite, sondern die Distanz zwischen den beiden Seitenspiegelenden. „Wer es genau wissen will, kann mit einem Maßband vom einen Seitenspiegel durch das Auto bis zum anderen Außenspiegel messen“, zeigt Steffan Kerbl eine Möglichkeit, ganz sicherzugehen. So ließen sich Fälle vermeiden, in denen Fahrer versuchen, trotz ihres zu breiten Fahrzeuges zu überholen.
Die Asfinag verzeichnet jedoch nicht mehr Kollisionen oder Streifunfälle im Baustellenbereich. „Die Fahrer breiterer Autos bleiben in diesen Fällen auf dem rechten Fahrstreifen und überholen nicht“, lobt der Geschäftsführer der Asfinag, Klaus Fink, die Autofahrer. Diese würden durch den optischen Eindruck der Enge, besonders mit Lkw auf der rechten Fahrspur und einer Fahrbahntrennung auf der linken Seite, gehemmt zu überholen. „Der rechte Fahrstreifen im Baustellenbereich ist stärker frequentiert“, berichtet Fink. Dies führt zu Staus: „Im Baustellenbereich kommt es augenscheinlich zu Leistungseinbußen“, sind Fink die Auswirkungen bewusst.
Die Maße des eigenen Autos zu kennen, scheint der effektivste Weg zu sein, um Schäden und Unfälle in Parkhäusern und auf engen Fahrspuren zu vermeiden.

 

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Vorbestrafter Mörder zum zweiten Mal wegen Mordes verurteilt

Renens – In der Schweiz ist ein 39-Jähriger wegen des Mordes an der 19-jährigen Marie zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Fall sorgte für große Empörung, weil es sich bei dem Beschuldigten um einen vorbestraften Mörder handelt. Der Mann befand sich nach zwei Drittel seiner Haft im Hausarrest, als er sein Opfer entführte und tötete.
Der 39-Jährige wurde zusätzlich zu einer lebenslänglichen Verwahrung verurteilt. Das Strafgericht in Renens bei Lausanne verhängte gegen den Angeklagten und Wiederholungstäter somit die Höchststrafe. Das Gericht stellte eine erdrückende Schuld des Angeklagten fest. „Es gibt keine entlastenden Elemente. Der Angeklagte ist voll schuldfähig“, sagte der Gerichtspräsident bei der Urteilseröffnung am Donnerstag. Mit dem Strafmaß folgte das Gericht den Anträgen des Waadtländer Oberstaatsanwalts Eric Cottier.
Der Angeklagte wurde wegen Mordes, sexueller Nötigung, Freiheitsberaubung und Entführung sowie wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gesprochen. Er hatte am 13. Mai 2013 die 19-jährige Marie in ein Auto gezerrt und entführt. In der Nacht auf den 14. Mai erdrosselte er die junge Frau in einem Wald bei Chatonnaye. Nach seiner Festnahme führte er die Polizei selbst zur Leiche. Der Mann verbüßte zum Zeitpunkt der Tat eine Reststrafe im Hausarrest.
Er hatte 1998 seine damalige Ex-Freundin in einem Chalet in La Lecherette vergewaltigt und danach erschossen. Dafür wurde er als 22-Jähriger zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. (APA/sda)

 

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London will Assange trotz UNO-Urteil weiter nicht freilassen

London – Die britische Regierung hat die Forderung des Wikileaks-Gründers Julian Assange nach seiner Freilassung am Donnerstag offiziell zurückgewiesen. Die Schlussfolgerungen einer UN-Arbeitsgruppe vom Februar, Assanges jahrelanges Botschaftsexil in London sei eine „willkürliche Inhaftierung“, entspreche nicht den Tatsachen und müsse überprüft werden, erklärte das Außenministerium am Donnerstag.
Das Vereinigte Königreich habe Assange niemals willkürlich inhaftiert. Vielmehr vermeide er „aus freien Stücken“ seine Festnahme, in dem er in der ecuadorianischen Botschaft verbleibe. Weiter heißt es in der Erklärung, Großbritannien sei weiterhin rechtlich verpflichtet, Assange an Schweden auszuliefern.
UNO sprach Assange ursprünglich auch Entschädigung zu
Der Australier hatte die Stellungnahme des UN-Gremiums vom 5. Februar am selben Tag auf dem Botschaftsbalkon als „Sieg“ gefeiert. Die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen hatte in Genf erklärt, der Wikileaks-Gründer habe ein Recht auf Entschädigung durch London und Stockholm für die vergangenen Jahre.
Assange hatte sich im Juni 2012 unter den Schutz der Botschaft Ecuadors in London begeben, nachdem er in Großbritannien alle Rechtsmittel gegen Schwedens Auslieferungsantrag ausgeschöpft hatte. Seitdem lebt er im Botschaftsgebäude auf beengtem Raum mit Bett, Computer und Balkonzugang.
Beim Verlassen des Botschaftsgeländes will ihn die britische Polizei festnehmen und an Schweden überstellen. Dort werden dem 44-Jährigen Sexualdelikte aus dem Jahr 2010 zur Last gelegt.
Assange vermutet politische Motive
Assange spricht dagegen von „einvernehmlichem Sex“ mit zwei Frauen und weist die Anschuldigungen als politisch motiviert zurück. Er befürchtet, an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm wegen Geheimnisverrats eine langjährige Haftstrafe und möglicherweise sogar die Todesstrafe droht.
Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte in den vergangenen Jahren Hunderttausende geheime Dokumente, die unter anderem das Vorgehen der US-Streitkräfte bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan beleuchten. Assange zog damit den Zorn der US-Regierung und der NATO auf sich. Wikileaks machte auch eine Reihe von Dokumenten publik, die zeigen, wie der US-Geheimdienst NSA Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mehrere deutsche Minister und mindestens drei französische Präsidenten ausspionierte. (APA/AFP)

 

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Donau Chemie mischt beim Kraftwerks-Clinch mit

Von Matthias Reichle
Paznaun – Sie trägt die Donau im Namen, hat aber die Trisanna im Visier: Wie erst jetzt bekannt wurde, will die Donau Chemie AG, die in Landeck Karbid produziert, ihr Kraftwerk in Wiesberg ausbauen. Sie hat die Pläne für die Großinvestition am Zusammenfluss von Ro- und Trisanna bereits Anfang Jänner beim Landesverwaltungsgericht eingereicht. Das Bizarre: Es rittern bereits vier andere Projekte um das Wasserrecht an ebendiesem Abschnitt des Paznauner Talflusses, nur eines dürfte tatsächlich realisierbar sein. Ein Widerstreitverfahren entscheidet, wer zum Zug kommt.
Die vier Talgemeinden See, Kappl, Ischgl und Galtür verfolgen ihre eigenen Interessen und gründeten 2014 mit dem Landecker Unternehmen Geb. Kofler die Gemeinschaftskraftwerk Paznaun-GmbH. Daneben spitzt auch das Bauunternehmen Geb. Haider auf die Nutzung der Wasserenergie. Letztere haben im laufenden Verfahren insgesamt drei verschiedene Kraftwerksprojekte eingereicht, die untereinander und mit dem Gemeinde-Projekt in Konkurrenz stehen.
Die Donau Chemie ist somit der dritte Interessent. „Die Energie würde im dortigen Werk für die Karbidproduktion eingesetzt“, erklärt Projektleiter Marcel Amon. Der Jahresbedarf für Energie liegt bei rund 130 GWh. Das ist der Verbrauch von 30.000 Vierpersonenhaushalten. Im Unterschied zu den anderen Einreichungen handelt es sich beim Vorhaben der Donau Chemie jedoch um keinen kompletten Neubau. Seit Beginn der Karbidproduktion 1902 stellt das Werk auch eigene Energie in Wiesberg her.
Nun will man die bestehende Wasserfassung von Gföllhaus nach See – zur Pegelmessstelle – zurückversetzen, um die Fallhöhe zu vergrößern. Die neuen Maschinen kämen im bestehenden Krafthaus unter. In Folge könnten allein an der Trisanna künftig 50 GWh jährlich produziert werden. Auch über einen Ausbau der Stromproduktion an der Rosanna denkt man nach.
Obwohl die Donau Chemie auch weiterhin Eigentümerin und Betreiberin des Kraftwerks bleibt, hat man sich einen Partner ins Boot geholt, wie Amon bestätigt. Es sind dies die Gebrüder Haider. Amon geht davon aus, dass das Unternehmen nun seine drei anderen Kraftwerksprojekte aus dem Widerstreitverfahren zurückziehen wird.
Für ihn ist es sinnvoll, bestehende Anlagen zu vitalisieren. „Die stetige Erhöhung der Pflichtwasserabgaben führt zu großen Energieeinbußen und stellt einen starken Eingriff in die Wirtschaftlichkeit dar“, so Amon, der beim Ausbau auch mit der Standortsicherheit eines wichtigen Arbeitgebers argumentiert, während die Gemeinden immer dafür plädierten, die Wassernutzung für die Öffentlichkeit zu sichern und damit die Gemeinde­kassen zu füllen.
Welches Kraftwerksprojekt nun zum Zug kommt, ist Thema des laufenden Verfahrens am Landesverwaltungsgericht – bis zum Abschluss des mündlichen Verfahrens können übrigens noch andere Projekte dazukommen.
Der Galtürer Bürgermeister und Geschäftsführer der Gemeinschaftskraftwerk Paznaun-GmbH Toni Mattle regt nun einen runden Tisch zwischen den Konkurrenten an.

 

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Des Kaisers steile Nord-Rinnen

Kirchdorf – Schönen guten Morgen! Wohin des Weges? „Zur Regalpscharte, weil dort sollen die Verhältnisse noch richtig gut sein“, verrät uns eine Gruppe von Skitourengehern, die wir mit ihrem Bergführer am Parkplatz bei der Griesner Alm, am Ausgangspunkt unserer Tour treffen. „Und ihr?“ „Wir gehen mal in das Griesner Kar und entscheiden uns dort“, antworten wir – verlassen uns aber auf das Gespür des heimischen Bergführers und wählen als Ziel auch die Regalpscharte.
An diesem spätwinterlichen oder besser gesagt, schon fast frühlingshaften Tag sind wir nicht die Einzigen, die das herrliche Wetter ausnützen, um die Nordseite des Wilden Kaisers zu entdecken und erkunden. Die unzähligen markanten Türme, Scharten, Übergänge und Gipfel, die dieses Massiv zu bieten hat, lassen fast Dolomiten-Feeling aufkommen.
So schön es in dieser Kulisse auch ist, bringen wir den traurigen Gedanken, dass einige Tage zuvor Vater und Sohn im Zuge einer Skitour unweit unseres Zieles tödlich verunglückt sind, dennoch nicht so schnell aus den Köpfen. Trotzdem, es geht weiter und so starten wir unsere Tour.
So kommt man zur Regalpscharte: Auf der B 176 zwischen St. Johann und Kössen biegen wir mit dem Auto beim Gasthaus Griesenau ins Kaiserbachtal ein und folgen der mautpflichtigen Straße (4 Euro) bis hinein zum Parkplatz vor der Griesner Alm.
An der Alm vorbei führt uns die Tour über eine Brücke, weiter über freie Wiesenflächen und durch lichten Wald hinauf bis zur Waldgrenze. Diesen Abschnitt bringen wir schnell hinter uns, folgen dem Weg in Richtung Fritz Pflaum Hütte bis zum Beginn des Griesner Kars. Einfach nur „wow“, welches Panorama wir hier präsentiert bekommen.
Über herrliches Skigelände und nicht wirklich steil folgen wir der Aufstiegsspur weiter, bis sich das Kar teilt. Hier halten wir uns links, steigen etwas steiler und östlich des so genannten „Kleinen Kaisers“, der sich stolz inmitten des Kessels zeigt, bis hinauf zur nicht bewirtschafteten Fritz Pflaum Hütte. Hier gönnen wir uns eine kleine Pause und genießen die Aussicht auf die umliegenden Rinnen. Vor uns türmt sich das Schönwetterfensterl, die Regalpscharte und das „Kleine Törl“ auf. Dabei tanken wir Kraft für den richtig steilen und anspruchsvollen Teil der Tour, welcher uns noch bevorsteht.
Noch einmal ein kurzes Flachstück und ohne nennenswerten Höhengewinn folgen wir den Spuren weiter. Direkt vor uns liegt das „Kleine Törl“ – hier zweigen wir scharf links ab und beginnen den Anstieg in die immer steiler werdende Rinne zu unserem Ziel. Spitzkehre für Spitzkehre geht’s die Flanke bergauf. Immer im Schatten und immer steiler und steiler, schma­ler und schmaler werdend. Letztendlich so steil, dass wir die Skier deponieren und zu Fuß zur Regalpscharte hinaufstapfen.
Gipfelkreuz gibt es hier keines, dafür ist das Ambiente inmitten der schroffen Felsen und Zacken des Wilden Kaisers einzigartig. Vor allem der Blick zurück in Richtung Aufstieg und hinüber zur Hochgrubachspitze (vom Schönwetterfensterl aus zu erreichen, aber schwierig) ist grandios. Auch die Gruppe, die wir zu Beginn unserer Tour getroffen haben, ist am Ziel. Mit einem freundlichen „Bergheil“, so wie es sich unter Gipfelstürmern gehört, begrüßen wir uns, bevor wir die rasante Pulverabfahrt zurück ins Griesner Kar genießen.
Einmal wird noch aufgefellt (ca. 100 Höhenmeter), denn für die Talfahrt entscheiden wir uns, die westliche Seite des „Kleinen Kaisers“ zu nehmen.
Fazit: Einfach nur lässig, was wir im Wilden Kaiser zuletzt erleben durften. Harscheisen sollte man zur Sicherheit im Rucksack nicht vergessen und ohne Spitzkehrentechnik ist man falsch am Platz. Aber ansonsten ist die Tour wirklich ein Traum und mit Sicherheit noch lange bis ins Frühjahr hinein gut machbar.
Übrigens: Nicht nur die Reg­- alpscharte ist vom Griesner Kar eine Tour wert. Mit dem „Schönwetterfensterl“, dem „Goinger Törl“ oder dem „Kleinen Törl“ gibt es genügend Alternativen im Gebiet. (flex)

 

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NDR Sinfonieorchester in Kattowitz

Dieses Thema im Programm:
NDR 90,3 |
24.03.2016 | 19:00 Uhr
Konzerte zum Nachhören
Jazz-CD-Tipps
Klassik-CD-Tipps
Pop- und Rock-CDs
Jenseits der Charts

 

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Entsetzen über Details von ELGA

Von Marco Witting
Innsbruck – An der Innsbrucker Klinik laufen derzeit die Vorbereitungen für die strukturellen Einführungen der elektronischen Gesundheitsakte ELGA in Tirol, die im Herbst über die Bühne gehen soll. Doch nach den ersten Besprechungen scheint vor allem in der Ärzteschaft teilweise Entsetzen zu herrschen. Hinter vorgehaltener Hand heißt es stellenweise, dass man der Gesundheitsakte so nicht trauen könne. Die Probleme seien in einigen Details versteckt.
Hinter dem sperrigen Begriff „situativen Opt-Out“ versteckt sich die gesetzlich geregelte Möglichkeit, für einen konkreten Behandlungs- oder Betreuungsfall (vom Arztbesuch bis hin zum Krankenhausaufenthalt) der Aufnahme in die Gesundheitsdaten zu widersprechen. Das heißt: Man nimmt zwar an der Gesundheitsakte teil. Einzelne Erkrankungen scheinen dort aber auf eigenen Wunsch nicht auf. Insbesondere bei HIV-Infektionen, psychischen Erkrankungen, Schwangerschaftsabbrüchen ist der Patient vom Arzt oder der Klinik aktiv aufmerksam zu machen, dass diese Option besteht. Und es gibt auch die Möglichkeit, die Aufnahme von Medikamenten in die E-Medikationsliste zu sperren.
In der Praxis, so die Befürchtung, bedeutet dies dann aber letztlich kein umfassendes Bild für die behandelnden Ärzte – was aber eigentlich die Stärke der Gesundheitsakte sein soll. Seitens der ELGA Gmbh bestätigte man auf Anfrage der TT prinzipiell derartige Regelungen. Man merkt aber auch an, dass die Rechte sich ab- und wieder anzumelden gesetzlich so geregelt wurden. „Ob ein Patient dieses Recht ausübt, obliegt seiner Entscheidung – das sind essentielle Eckpunkte des Datenschutzes. Die Entscheidung der Patienten ist in jedem Fall zu respektieren, auch wenn aus ärztlicher Sicht zu empfehlen ist, sich nicht von ELGA abzumelden oder Befunde unzugänglich zu machen.“
In der Praxis wurde hinter vorgehaltener Hand bereits erklärt, dass man der Akte so eben nicht trauen könnte. Zumal auch Diagnosen nach zehn Jahren gelöscht werden würden. Ob eine unvollständige Auflistung gefährlich sei, wollte man bei der ELGA Gmbh nicht beantworten. „So wie auch jetzt schon seien Patienten nicht verpflichtet, ihrem Arzt alles zu berichten, auch wenn es aus medizinischer Sicht empfehlenswert ist.“ Die Verantwortung dafür liege – wie bisher – allein beim Patienten selbst. Generell abgemeldet haben sich in Österreich bisher 245.000 Menschen. Wie viele Tiroler darunter sind, wurde nicht erhoben.

 

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Osttirol: Letzte Bahnkreuzung mit der B100 verschwindet

Von Catharina Oblasser
Assling – Ein Plus an Geschwindigkeit und vor allem an Sicherheit: Das werden die Bauarbeiten in Thal, Gemeinde Assling, an der Drautalbundesstraße B100 bringen. Dort wird die Straße unter die Eisenbahntrasse verlegt, die Kreuzung von Bahn und Autoverkehr ist dann Geschichte. Zum Spatenstich des Vorhabens am Donnerstag war LHStv. und Straßenreferent Josef Geisler ebenso angereist wie der Leiter von Brücken- und Tunnelbau des Landes, Günter Guglberger.
Zurzeit wird der Straßenverkehr an der Kreuzung mit der Bahn jedesmal angehalten, wenn ein Zug durchfährt. Und das ist seit Einführung des Stundentaktes zwischen Lienz und Franzensfeste immer häufiger der Fall. „Pro Tag sind die Schranken mindestens zwei Stunden oder länger geschlossen“, erklärt der Asslinger Bürgermeister Bernhard Schneider. 25- bis 30-mal täglich gehen die rotweißroten Balken zu. Besonders wichtig ist für alle Projektbetreiber jedoch, dass eine Gefahrenstelle entschärft wird. Immer wieder war es an der kurvigen Bahnkreuzung zu Unfällen gekommen, auch Todesopfer waren zu beklagen. Weiters bedeutet eine schrankenfreie Fahrt auf einer begradigten Trasse auch für Einsatzkräfte wie Feuerwehr oder Rettung ein Verbesserung. „Im Fall des Falles zählt jede Minute, die die Helfer schneller am Unfallort sind“, macht Josef Geisler aufmerksam. Nicht zuletzt profitieren auch die Anrainer davon, dass es keine Schrankengeräusche mehr geben wird und der Straßenverkehr in einer Unterführung verschwindet. Dort werden Lärmschutzwände installiert.
Fertigstellungstermin für die Bauarbeiten ist Ende November oder Anfang Dezember. Das Land investiert 3,3 Millionen Euro in das Projekt, weitere 900.000 Euro verwenden die ÖBB für die Verlegung von Kabeln oder andere Baubegleitmaßnahmen.
Auf dem neuen Abschnitt der B100 sind künftig 80 Stundenkilometer erlaubt. Die Kuppe vor der Haltestelle Thal wird abgetragen. Mit dem Wegfall der Eisenbahnkreuzung Thal verschwindet der letzte Überschneidungspunkt zwischen Bundesstraße und der ÖBB-Strecke Innichen – Bleiburg (Kärnten).

 

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Die Brennerachse ist noch keine Ausweichroute

Innsbruck – Nach Ostern, Anfang oder doch Mitte April: Viele Termine schwirrten in den vergangenen Tagen nördlich und südlich des Brenner über den Beginn der Grenzkontrollen herum. Im Innenministerium beurteilt man die Situation trocken. „Wir bereiten uns darauf vor, aber die Aktivierung der Grenzkontrollen ist situationsabhängig“, sagt Sprecher Karl-Heinz Grundböck. Aufgrund der geographischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird das Innenministerium erst dann grünes Licht für das so genannte Grenzmanagement geben, wenn sich die Flüchtlingsströme tatsächlich wie befürchtet auf die Brennerroute verlagern. Und das ist aktuell nicht der Fall.
Derzeit werden täglich rund 20 bis 50 Aufgriffe in den internationalen Zügen und in den Regionalzügen registriert. „Nach drei Tagen mit bis zu 1000 Flüchtlingen in Süditalien kamen zuletzt ebenfalls keine über das Mittelmeer“, sagt Landespolizeidirektor Helmut Tomac. Die Vorbereitungen für das Grenzmanagement werden jedoch planmäßig durchgeführt und Verträge für die notwendigen infrastrukturellen Einrichtungen vorbereitet. Das alles erfolgt in Abstimmung mit dem Innenministerium und ist natürlich bürokratisch. Indessen gibt es auch erste Kostenschätzungen für das Grenzmanagement, der finanzielle Aufwand dürfte sich bei zwei Mio. Euro einpendeln.
In Südtirol regt sich allerdings weiter großer Widerstand, die Wirtschaft befürchtet massive Nachteile. Gleichzeitig wird vor einem Nadelöhr vor der Grenze gewarnt, schließlich gibt es dort einen Tunnelabschnitt. Der Präsident der Südtiroler Handelskammer Michl Ebner bezeichnet unlängst beim Treffen des europäischen Top-Business-Netzwerkes, dass Grenzen im Widerspruch zum europäischen Gedanken stehen würden. „Der Unmut ist vor allem in der Wirtschaft groß, die Transporteure beklagen schon derzeit die Situation an der bayerischen Grenze“, sagt er gegenüber der TT. Ebner sieht große Probleme auf den Abschnitt Sterzing–Brenner zukommen, sollten die Grenzkontrollen eingeführt werden. „Auch bei Sichtkontrollen muss die Geschwindigkeit massiv reduziert werden.“
Der Handelskammerpräsident erneuert deshalb seine Forderung nach einer vorgelagerten Kontrolle, „die ich schon in Rom und Wien deponiert habe“. Die österreichische Polizei sollte bereits in Sterzing kontrollieren dürfen. Dass sich die Behinderungen durch die Kontrollen auf der Autobahn, der Bundesstraße und im Zug in Grenzen halten würden, das kann sich Ebner nicht vorstellen.
Landespolizeidirektor Tomac beruhigt. Zusätzlich zu den technischen Kontrollen wird es bei den Grenzkontrollen Stichproben geben. „Im Gegensatz zu Bayern haben wir vier Spuren zur Verfügung, natürlich wird es Behinderungen geben, aber keinen Stop-and-go-Verkehr.“ (pn)

 

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Mann in Innsbruck mit Schreckschusspistole bedroht

Innsbruck – Ein Streit in einer Werkstatt in Innsbruck geriet am späten Mittwochnachmittag außer Kontrolle. Ein 36-Jähriger bedrohte einen 67-Jährigen, beide aus Innsbruck, zuerst mit einer Schreckschusspistole. Dem nicht genug, zog der Jüngere noch einen Pfefferspray aus der Tasche und sprühte den Inhalt dem Pensionisten ins Gesicht. Der 67-Jährige wurde dabei leicht verletzt. (TT.com)

 

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Unterwurzacher kehrt in Tiflis auf die Wettkampfmatte zurück

Tiflis - Die Tirolerin Kathrin Unterwurzacher kehrt am Wochenende beim Grand Prix von Tiflis auf die Judo-Matte zurück. Die 23-jährige Tirolerin hatte Ende 2015 eine Lungenembolie außer Gefecht gesetzt. Nun nimmt sie den Kampf um das Olympia-Ticket wieder auf. Die Qualifikationsphase endet Ende Mai. Interne Konkurrentin in der Klasse bis 63 kg ist Hilde Drexler. Auch die Wienerin ist in Georgien dabei.
Pro Gewichtsklasse gibt es pro Nation nur einen Rio-Platz. Unterwurzacher ist gegenüber Drexler in der Pole Position. Sie ist in Tiflis auch als Nummer eins gesetzt. Drexler ist auf Position sechs eingestuft.
Unter knapp 400 Judoka aus 67 Nationen sind mit Düsseldorf-Siegerin Bernadette Graf (-70 kg) und Marcel Ott (-81 kg) zwei weitere Österreicher zu finden. Sabrina Filzmoser musste wegen der Folgen eines grippalen Infekts absagen. Die Welserin hofft auf ein Antreten in der nächsten Woche beim Grand Prix in Samsun in der Türkei.
Der Grand Prix in Tiflis findet von Freitag bis Sonntag statt. Alle vier ÖJV-Aktive sind am Samstag im Einsatz (alle Finalblocks ab 14.00 Uhr live ORF Sport +). (APA)

 

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Zeitzeuginnen erzählen: Schießpulver als Lieblingsspielzeug

Von Denise Daum
Innsbruck, Schwaz – „Als ich die Tiroler Tageszeitung aufgeschlagen habe, kamen die Erinnerungen. Der Bericht hat mich tief ergriffen.“ Zahlreiche Tiroler haben sich gemeldet, um ihre Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg und die Zeit danach zu teilen. Um von Hungersnöten, verletzten Seelen, zerstörten Häusern, aber auch von erfahrener Hilfe und glücklichen Momenten zu erzählen. Hintergrund ist das 70-Jahr-Jubiläum der Hilfsorganisation Care, die Zeugenberichte für eine Jubiläumsfeier im Juni in Innsbruck sucht.
„Oma, wie war das früher?“, haben Waltraud Bistan­s Enkelkinder gefragt. Die 76-jährige Schwazerin hat ihre Erinnerungen daraufhin niedergeschrieben. Aufgewachsen ist Bistan mit ihren Eltern und ihrer Schwester in Hall. „Wir haben neben dem Fliegerabwehrkommando gewohnt und dort auch als Kinder gespielt. Viel haben’s mit ihrer Fliegerabwehr eh nicht erwischt.“ Untertags waren die Kinder meist auf sich allein gestellt. „Dementsprechend viel Blödsinn haben wir gemacht. Unser Lieblingsspielzeug waren die Patronen. Die haben wir aufgekitzelt, das Pulver verstreut und dann angezündet. Das hat gebrannt“, erinnert sich Bistan. Das sei eben ihre Kindheit gewesen – „ohne zugestöpselte Ohren und so Drucker in der Hand“.
Hunger musste die Familie während des Krieges nicht leiden. „Es war für uns Kinder ,nur‘ Krieg.“ Die Mutter arbeitete bei Recheis und brachte Mehl und Nudeln mit. Zudem besaßen sie Hasen, aus deren Fell Bekleidung für die Kinder angefertigt wurde. „Wir haben auch Hasen an die Front geschickt. Mir haben die Viecherln schon leid getan, aber damit hatten die Soldaten halt auch was zum Kuscheln“, erzählt Bistan. Der Anblick der zerstörten Hauptstadt nach den Bombenangriffen hat sich der 76-Jährigen indes ins Gedächtnis gebrannt. „Die Zerstörung war enorm, alle waren traumatisiert.“
Nachdem die Familie in Hall ausgebombt wurde, kam sie in Absam unter. Bei der Rotkreuzstelle wurden damals die Care-Pakete ausgegeben, an deren Inhalt sich Bistan noch erinnerte: Trockenmilch, Trockenei, eine „grauslige“ Zahnpasta und Corned Beef – „das war das Beste. Wenn ich so nachdenke, bekomme ich heute noch Gefühle der Dankbarkeit.“
An erstaunlich viele Details erinnert sich die Innsbruckerin Edith Schreyer. Die pensionierte Direktorin der Hauptschule Wilten wurde 1924 geboren und kam kurz nach Kriegsende als junge Lehrerin nach Fieberbrunn. „In der Anfangszeit habe ich echt gehungert, ich bekam mit einer Lebensmittelkarte viel zu wenig zu essen“, sagt Schreyer. „Ich kann mir ein bisschen vorstellen, wie es den Menschen in Syrien jetzt geht. Wir haben damals auch Flüchtlinge gehabt in Fieberbrunn: die gut betuchten Wiener, die vor den Russen geflohen sind“, sagt die rüstige Pensionistin. Sie könne sich noch gut erinnern, als sie in die Schule gekommen sei und plötzlich Kinder mit feinen Kleidern in der Klasse gesessen seien. „Da haben die Bauernkinder geschaut“, erinnert sich Schreyer. „Einmal hat ein Wiener Herr zu mir gesagt: ,Küss die Hand, gnädiges Fräulein.‘ Ich hab’ mir gedacht, was sag’ ich denn darauf? So was hat ja bei uns in Innsbruck keiner gesagt. Ich kann ja nicht ,Küss die Hand‘ zurücksagen“, erzählt sie mit einem herzlichen Lachen.
Die Zeit des Hungers war mit dem Beginn der organisierten Ausspeisungen für Edith Schreyer vorbei. Von da an sei es ihr besser gegangen. Später hat sie dann von der Gemeinde einen Kartoffel­acker bekommen. „Die Buben aus meiner Klasse haben mir dann geholfen, Kartoffeln zu setzen. Ich hatte ja keine Ahnung“, sagt Schreyer. Zuerst habe sie Hunger gelitten, dann säckeweise Kartoffeln nach Hause gebracht. Zudem habe sie Schwarzbeeren geklaubt und in Innsbruck verkauft. „Doch, ich hatte schon auch eine schöne Zeit. Trotz allem“, blickt Schreyer zurück.

 

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Immer mehr Paare ohne Trauschein

Wien – Die Zahl der Ehepaare in Österreich ist in den vergangenen Jahren fast unverändert geblieben, stark gestiegen ist aber die Zahl der nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften. Das geht aus Berechnungen der Statistik Austria hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Lebten vor 30 Jahren nur 4,1 Prozent der Paare ohne Trauschein zusammen, so waren es im Vorjahr 18,1 Prozent.
Insgesamt gab es im Jahr 2015 rund 2,389.000 Familien in Österreich, darunter 1,713.000 Ehepaare und 379.000 Lebensgemeinschaften sowie rund 296.000 Ein-Eltern Familien, wie die Statistik Austria auf Basis der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung erhob.
Von 1985 bis 2015 nahm die Zahl der Familien in Österreich um 16 Prozent von 2,052.000 auf 2,389.000 zu. Die absolute Zahl der Ehepaare veränderte sich dabei kaum (1985: 1,710.000; 2015: 1,713.000). Zuwächse gab es hingegen bei den nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften: Lebten vor 30 Jahren nur rund 73.000 Paare (4,1 Prozent aller Paare) ohne Trauschein in einem Haushalt zusammen, war es im Jahresdurchschnitt 2015 bereits mehr als jedes sechste Paar (18,1 Prozent; 379.000).
Obwohl die Zahl der Paare mit Kindern insgesamt in den vergangenen 30 Jahren fast unverändert blieb, ist der Anteil der Ehepaare mit Kindern an allen Familien rückläufig. Während 1985 noch 53,8 Prozent (1,104.000) aller Familien aus verheirateten Paaren mit Kindern bestanden, war dies 2015 nur noch zu 39,0 Prozent (931.000) der Fall.
Dagegen erhöhte sich die Zahl der Lebensgemeinschaften mit Kindern deutlich von 27.000 (1,3 Prozent aller Familien) im Jahr 1985 auf 163.000 (6,8 Prozent) im Jahr 2015. 14,2 Prozent aller Familien mit Kindern unter 15 Jahren waren im Vorjahr Ein-Eltern-Familien. Dieser Wert hat sich in den letzten zehn Jahren nur unwesentlich verändert.
In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um alleinerziehende Mütter (13,3 Prozent), bei denen 11,7 Prozent aller Kinder unter 15 Jahre lebten. Hingegen gab es unter allen Familien mit Kindern unter 15 Jahren nur rund 1 Prozent alleinerziehende Väter, bei denen 0,7 Prozent aller Kinder im betreuungspflichtigen Alter unter 15 Jahren lebten. (APA)

 

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UNO kündigt Waffenruhe im Jemen ab 10. April an

New York – Die Konfliktparteien im Jemen haben sich nach Angaben der Vereinten Nationen auf eine Waffenruhe ab dem 10. April verständigt. Am 18. April sollen dann in Kuwait die Friedensgespräche zwischen der jemenitischen Regierung und den Houthi-Rebellen wieder aufgenommen werden, wie der UN-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed am Mittwoch in New York mitteilte.
Die schiitische Houthi-Miliz hatte Anfang vergangenen Jahres die Hauptstadt Sanaa und andere Städte erobert und den sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi zur Flucht gezwungen. Seit März 2015 fliegt eine Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens Luftangriffe im Jemen, um die vom Iran unterstützten Rebellen zurückzudrängen und Hadi zu ermöglichen, an die Macht zurückzukehren.
Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt seit dem saudi-arabischen Eingreifen etwa 6300 Menschen getötet. Bisherige Friedensverhandlungen verliefen erfolglos, eine Mitte Dezember in Kraft getretene Feuerpause scheiterte. (APA/AFP)

 

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Spannung auch bei Vize-Wahl in Nassereith

Von Hubert Daum
Nassereith – Man erinnere sich: Bei den GR-Wahlen in Nassereith gab es die Skurrilität, dass beide stärksten Listen exakt die gleiche Stimmenanzahl verzeichneten. Das Los musste entscheiden. Auch bei der Wahl des Bürgermeisters musste man in die Stichwahl.
Bei der konstituierenden Sitzung, erstmals geleitet vom frischgebackenen BM Herbert Kröll, ist die Zeit der zweiten Wahlgänge üblicherweise vorbei – nicht in Nassereith: Der Vizebürgermeister wird bekanntlich von den Gemeinderäten gewählt. In Nassereith 15 an der Zahl, die eigentlich eine Stimmengleichheit ausschließt. Als allerdings Wahlhelfer Hannes Fitsch nach dem geheimen Wahlgang die Botschaft verkündete, dass nochmals gewählt werden muss, waren die Ortsparlamentarier verblüfft: Sieben Stimmen fielen auf Gerhard Spielmann, sieben auf Martin Sterzinger. „Ein Stimmzettel ist leer“, zeigte Fitsch das weiß­e Blatt. Im zweiten Wahlgang bemüßigte sich der „Weißwähler“ dann doch, sich für einen Dorfchef zu entscheiden. Acht zu sieben hieß es letztendlich für den Amtsleiter Gerhard Spielmann. Für viele, auch für die zahlreich gekommenen Zuhörer, eher überraschend, war doch im Vorfeld Sterzinger favorisiert worden. Die kolportierte eng­e Zusammenarbeit im Gemeinderat der Bürgermeisterliste „Trendwende“ (fünf Mandate) und der Liste „BIN“ (vier Mandate) dürfte also nicht obligatorisch werden, die Mehrheite­n werden wohl durch die Themen bestimmt.
Der neue Gemeinderat – mit acht Mitgliedern über die Hälfte mit frischen Kräften besetzt und der Frauenanteil wurde von einer auf zwei verdoppelt – hatte bei dieser ersten Sitzung naturgemäß mehrere Grundsatzentscheidungen zu treffen. Zum Beispiel auch die der Ausschüsse, deren personelle Besetzung – außer die des Überprüfungsausschusses – auf vier Mitglieder reduzier­t wurde. Den genannten wird künftig Obmann Martin Kranewitter (BIN) leiten, den Bau- und Raumordnungsausschuss Marin Sterzinger, Wirtschaft, Tourismus und Verkehr Herbert Kröll, Sport und Vereine fiel auf Daniel Hammerle, Umwelt, Landwirtschaft und Jagd auf Markus Leitner und Christoph Schultes wird dem Ausschuss für Bildung, Jugend, Familie, Kultur und Soziales vorstehen.
„Sehr gut“ fühlte sich der neue Dorfchef Herbert Kröll an seinem ersten offiziellen Arbeitstag: „Ich stehe zu meine­m Wort, dass ich grundsätzlich 24 Stunden für die Bürger zur Verfügung steh­e. Vieles kann allerdings in meinen Amtsstunden zwischen acht und elf Uhr besprochen werden.“ Er werde im April seine Firma zur Hälft­e an seinen Sohn übergeben. Kröll weiß als bisheriger Vize natürlich, dass bezüglich des Zustandes des Gewerbe­parkes Handlungsbedarf besteht. „Eine Neugestaltung ist allerdings schwierig“, dämpft Kröll die Erwartungen, „die Eigentümer streiten vor Gericht.“ Grundsätzlich werde er sich stark bemühen, Unternehmen in Nassereith an­zusiedeln: „Es gibt Firmen, für deren Logistik der Standort keine Rolle spielt.“ Für die Verwertung des leer stehenden „Setz-Gebäudes“ sehe er gute Chancen.
Eine der dringlichen Aufgaben sieht der neue Dorfchef in der Klärung der Tennisplatzfrage. Man werde den möglichen neuen Standort neben dem Fußballplatz in Bälde prüfen. Bereits am Dienstag folgt die zweite GR-Sitzung, für die Beratung großer Fragen sei es allerdings zu früh.

 

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2:1 gegen Schweden: Türkei gewinnt Hochsicherheitsspiel - 2:1 gegen Schweden: Türkei gewinnt Hochsicherheitsspiel

Der Ex-Frankfurter Cenk Tosun (32./81.) traf doppelt für die Türken, Schweden hatte zwischenzeitlich durch Andreas Granqvist (74.) ausgeglichen. 1600 Polizisten im Stadion, Bombensuchtrupps und Hundertschaften von Sicherheitskräften im Umkreis der Arena waren im Einsatz. 
Der ehemalige Frankfurter Georgios Tzavellas (54.) und Nikolaos Karelis (63.) trafen für den Gastgeber, Zarko Tomasevic (56.) hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt. 
Nach seinem Schiri-Schubser gegen Bochum ist Jürgen Gjasula vom Zweitligisten Greuther Fürth für fünf Spiele gesperrt worden. Das Sportgericht des DFB ahndete damit Gjasulas Fehlverhalten im Spiel am vergangenen Sonntag. Dort hatte sich Gjasula zunächst eine Tätlichkeit gegen seinen Gegenspieler geleistet, anschließend schubste er Schiedsrichter Robert Schröder und beleidigte den Vierten Offiziellen Benjamin Bläser.
Der ehemalige englische Nationalspieler Adam Johnson (28) muss wegen sexueller Aktivitäten mit einer 15-Jährigen ins Gefängnis. Ein Richter verurteilte ihn zu sechs Jahren Haft. Johnson, der für Sunderland und Manchester City gespielt hatte, gab zu, ein Kind zu sexueller Aktivität verführt zu haben. Dem Richter zufolge war das Mädchen Fan des englischen Erstligisten Sunderland, Johnson sei der Lieblingsspieler der Jugendlichen gewesen.
Freiburg-Trainer Christian Streich hat sich nach den Diskussionen um die „privaten Eskapaden” seines früheren Schützlings Max Kruse zum medialen Druck auf Spieler geäußert: „Ich finde, die Profis heute sind extrem professionell und fokussiert. Aber sie sind leicht erpressbar. Es wird alles Mögliche verkauft. Wenn einer ein Foto macht, dann gibt es ja noch Medien, die das abkaufen”, sagte Streich bei Sky.
So ich habe meine OP heute Morgen gut überstanden. Die Platte,inklusive der Schrauben,wurde erfolgreich entfernt.🔩 Nächste Woche kann ich wieder voll einsteigen :) Bis dann! Nur für @ruppinho8 du FISCH
Ein von Kevin (@fischkreutz) gepostetes Foto am 24. Mär 2016 um 6:36 Uhr
Das wars für Tennis-Queen Eugenie Bouchard (22). Beim WTA-Turnier in Miami verlor sie gleich in der ersten Runde gegen die Tschechin Lucie Hradecka mit 4:6, 6:3, 2:6. Für die im Ranking auf Rang 45 abgestürzte ehemalige Nummer fünf der Welt und Wimbledon-Finalistin von 2014 Bouchard ein weiterer Rückschlag.
Die Fußball-Welt trauert um einen seiner größten Helden: Johan Cruyff ist tot. Er starb an Lungenkrebs.
Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone ist davon überzeugt, dass der Große Preis von Italien in Monza eine Zukunft hat. „Am Schluss werden wir zu einem positiven Abschluss der Verhandlungen gelangen, da bin ich sicher”, sagte der 85-jährige Brite der Gazzetta dello Sport.
Der österreichische Skilangläufer Harald Wurm ist wegen Dopings für vier Jahre gesperrt worden. Wurm habe gegen diverse Bestimmungen verstoßen. Die Sperre wurde rückwirkend ausgesprochen und dauert noch bis Ende 2019. Nach einer Hausdurchsuchung im vergangenen Jahr wurde Wurm bereits vom ÖSV suspendiert.
Australien kann auf Russland 2018 hoffen. Im vorletzten Gruppenspiel der zweiten Asien-WM-Qualifikationsrunde gelang dem Team von Ange Postecoglou in Adelaide ein 7:0 gegen Tadschikistan. Mathew Leckie vom FC Ingolstadt wurde nach 76 Minuten von Robbie Kruse von Bayer Leverkusen ersetzt. Bis zu einer möglichen Teilnahme an der WM in zwei Jahren muss die Mannschaft aus Down Under noch zwei weitere Qualifikationsrunden überstehen.
Ein Ringer und der Meister eines Sumo-Stalls sind in Tokio wegen der Misshandlung eines Nachwuchsathleten zu einer Strafe von umgerechnet rund 257.000 Euro verurteilt worden. Ein Gericht in der japanischen Hauptstadt sah es laut „Jiji Press“ als erwiesen an, dass die beiden Männer das Opfer im täglichen Training misshandelt hatten. Die Verletzungen sollen zur Erblindung des Sumo-Ringers auf einem Auge geführt haben.
Der geplatzte Traum von den Olympischen Spielen 2024 kommt Hamburg offenbar teuer zu stehen. Nach Informationen des Deutschlandfunks hat Bundesinnenmister Thomas de Maiziere der Regierung der Hansestadt vergangene Woche schriftlich mitgeteilt, dass der Bund sich nicht an den Kosten für die gescheiterte Olympiabewerbung beteiligen wird. Demnach müsste Hamburg einen Großteil der 12,6 Millionen Euro selbst aufbringen.
Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter will ungeachtet seiner Sechsjahressperre zur WM 2018 nach Russland reisen und damit einer Einladung von Wladimir Putin folgen. „Wenn ich eingeladen werde, pflege ich die Einladungen auch anzunehmen”, sagte Blatter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Juventus Turin reicht beim Fußballverband FIGC Einspruch wegen der Sperre gegen Sami Khedira ein. Das Sportgericht der Serie A hatte den Weltmeister nach einer Schiedsrichterbeleidigung für zwei Spiele aus dem Verkehr gezogen.
EM-Außenseiter Ungarn und sein deutscher Nationaltrainer Bernd Storck hoffen im Sommer auf eine Überraschung. Storck im „kicker“: „Unser Ziel ist das Achtelfinale. Das wäre ein Traum. Dafür versuchen wir alles.”
Bei den Bauarbeiten für ein WM-Stadion in der südrussischen Millionenstadt Wolgograd ist eine Trägerkonstruktion unter der Last von Beton zusammengebrochen. Verletzt wurde niemand. Das Bauunternehmen Strojtransgas schloss einen Materialfehler als Ursache nicht aus. Bauleiter Sergej Kamin spielte den Fall der Agentur R-Sport zufolge als Fehler der Arbeiter herunter, der keine weitere Bedeutung habe. Es ist bereits der dritte Unfall innerhalb von fünf Monaten an der „Wolgograd-Arena”. Bei Vorfällen im November und Februar waren der Agentur Tass zufolge drei Arbeiter verletzt worden.
Einen Tag nach den Enthüllungen über Hinweise zu systematischem Doping im russischen Schwimmsport hat die englische Times nachgelegt. Laut eines Berichts der Tageszeitung wurden fünf chinesische Schwimmer positiv getestet, die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) soll Ermittlungen eingeleitet haben.
Deutschlands Golfstar Martin Kaymer ist mit einem knappen Sieg in die Matchplay Championships in Austin/Texas gestartet. Der 31-Jährige aus Mettmann gewann am Mittwoch (Ortszeit) sein erstes Gruppenspiel gegen den Iren Shane Lowry erst auf der 18. und letzten Spielbahn. Kaymer war nach dem wechselvollen Match, bei dem die Zahl der gewonnenen Löcher entschied, auf der 17. Bahn in Führung gegangen und rettete den Vorsprung ins Ziel.
Eishockey-Nationalspieler Dennis Seidenberg steckt mit seinen Boston Bruins in der NHL in der Krise und muss um den Einzug in die Play-offs bangen. Der sechsmalige Stanley-Cup-Sieger unterlag bei den New York Rangers mit 2:5, es war die vierte Niederlage in Folge.
Dank Ex-BVB-Star Jakub Blaszczykowski (30, Florenz) hat Deutschlands Gruppengegner Polen den EM-Härtetest gegen Serbien gewonnen. In Posen traf der von Borussia Dortmund an den AC Florenz ausgeliehene Mittelfeldspieler in der 28. Spielminute zum entscheidenden 1:0 für den Gastgeber.
Der frühere Bundesliga-Profi Ivan Perisic (Wolfsburg, BVB) führte Kroatien zum Sieg im EM-Test gegen Israel. Beim 2:0-Heimerfolg der Kroaten in Osijek sorgte der Flügelstürmer für die Führung (4.), sein Teamkollege bei Inter Mailand, Marcelo Brozovic (34.), erhöhte zum Endstand.
Ex-England-Profi Izzy Iriekpen (33) wurde nach einer Attacke gegen einen Türsteher zu drei Jahren Haft verurteilt. Der ehemalige Verteidiger von West Ham und Swansea City griff im Juli 2014 in London nach einem Pub-Besuch einen Türsteher an und schlitzte ihn regelrecht auf. Während eines Streits soll Iriekpen den Türsteher am Hals gepackt und ihm ein Glas seitlich an den Kopf gehauen haben. Das Glas zerschellte, der Türsteher wurde notoperiert und mit insgesamt 61 (!) Stichen genäht. Iriekpen gewann 1999 den FA-Cup mit West Ham.
Der wegen seiner Doping-Vergangenheit umstrittene Baseball-Superstar Alex Rodriguez wird Ende 2017 seine Karriere beenden. Der 40 Jahre alte Third Baseman der New York Yankees erklärte gegenüber espn.com, dass die übernächste Saison seine letzte sein wird.
„Ich habe die Jahre genossen, aber es wird Zeit, nach Hause zu gehen und ein Dad zu sein”, sagte Rodriguez, der wegen seiner Verwicklung in den Biogenesis-Skandal für die gesamten 162 Spiele plus Play-offs der Saison 2014 aus dem Verkehr gezogen worden war.
Erstmals seit dem Rauswurf von Max Kruse aus der Nationalelf wurde in Wolfsburg trainiert. Nun bietet Dieter Hecking Kruse Hilfe an.
Werder Bremen hat im Fall der Kopf-ab-Geste von Defensiv-Star Papy Djilobodji (27) einen Sieg vor dem DFB-Sportgericht davon getragen.
Die deutsche und englische Fußball-Nationalmannschaft werden beim Länderspiel am Samstag (20. 45/ZDF) in Berlin mit Trauerflor in Gedenken an die Opfer der Terroranschläge von Brüssel spielen. Zudem wird es vor dem Spiel eine Schweigeminute geben. Das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Mittwoch bekannt.
Mittelfeldspieler Aaron Hunt hat wegen seiner langwierigen Rückenschmerzen erneut nicht am Mannschaftstraining des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV teilgenommen. Der 29 Jahre alte Regisseur muss wie in den vergangenen Wochen kürzertreten. Nach der Länderspiel-Pause treten die Norddeutschen am 2. April beim abstiegsgefährdeten Bundesligisten Hannover 96 an.
Dirk Zingler, der Präsident von Zweitligist 1. FC Union Berlin, hat eingeräumt, dass die Burnout-Erkrankung des früheren Trainers Sascha Lewandowski für den Köpenicker Verein eine große Überraschung war. „Es hat uns von heute auf morgen total überrascht. Er hat mich informiert. Fortan waren wir mit ihm und seinen Ärzten in Kontakt. Es war aber eine Situation, auf die man nicht im Ansatz vorbereitet sein kann”, sagte Zingler in einem Interview der „Sport Bild”.
Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim hat am Mittwoch ein Testspiel in Zuzenhausen gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim mit 2:4 (1:2) verloren. Die Kraichgauer traten jedoch ohne die für ihre jeweiligen Nationalmannschaften abgestellten Spieler an. Auch Mark Uth, Ermin Bicakcic, Pirmin Schwegler, Tarik Elyounoussi sowie Jens Grahl wurden nicht eingesetzt.
Beim VfL Wolfsburg gibt es Hoffnung auf eine Rückkehr von Stürmer Bas Dost zum Bundesligaspiel am 1. April bei Bayer Leverkusen. Der Niederländer absolvierte am Mittwoch wieder Lauftraining in Wolfsburg. „Der Mittelfuß sieht gut aus. Jetzt geht es darum, die Belastung langsam zu steigern”, sagte Trainer Dieter Hecking anschließend. Torjäger Dost hatte im Winter-Trainingslager nach einem Zweikampf mit seinem Mitspieler Dante einen Mittelfußbruch erlitten. Maximilian Arnold, der sich beim 1:1 gegen Darmstadt 98 am vergangenen Samstag die Wade gezerrt hatte, soll nach Ostern wieder in das Mannschaftstraining einsteigen.
Fußball-Zweitligist Karlsruher SC hat seinen Innenverteidiger Martin Stoll bis zum 30. Juni 2018 an den Verein gebunden. Der 33-Jährige, dessen Vertrag zum Saisonende ausgelaufen wäre, unterschrieb am Mittwoch einen neuen Zweijahreskontrakt beim Tabellenzehnten aus Baden.
Kapitän Bastian Schweinsteiger fällt nach einer neuerlichen Knieverletzung für die Fußball-Länderspiele gegen England und Italien aus. Das gab Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch in Berlin bekannt. Der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler von Manchester United hatte sich nach Angaben von Löw im Geheimtraining des Weltmeisters am Dienstagabend ohne Fremdeinwirkung bei einem Pass verletzt. Der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler reiste am Mittwoch mit Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zu einer Kernspin-Untersuchung nach München.
Bundestrainer Joachim Löw wird den Kader für die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich am 17. Mai benennen. Den Termin gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Mittwoch auf einem Medienworkshop in Berlin bekannt. Löw dürfte drei Tage nach dem letzten Bundesliga-Spieltag zunächst wie vor vergangenen Turnieren mehr als 23 Akteure in das vorläufige Aufgebot berufen, mit dem er am 23. Mai ins Trainingslager in die Schweiz nach Ascona reist.
Tennisprofi Carina Witthöft rückt ins Porsche Team Deutschland um Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber (Kiel) auf. Die 21-jährige Witthöft steht derzeit auf Position 82 der Weltrangliste. „Carina war schon auf dem Sprung in die Top 50 und spielt konstant in den Hauptfeldern der großen Turniere mit”, sagte Fed-Cup-Teamchefin und Bundestrainerin Barbara Rittner: „Momentan hat sie eine schwierige Phase, die sie aber sicher mit viel Einsatz und Training gut überstehen wird. Das sind wichtige Erfahrungen, die nun einmal dazu gehören.”
Nach den Terroranschlägen in Brüssel ist das für nächsten Dienstag angesetzte Fußball-Länderspiel zwischen Belgien und Portugal abgesagt worden. Das gab der belgische Verband am Mittwoch bekannt. Aus Sicherheitsgründen habe die Stadt Brüssel darum gebeten, dass der EM-Test des Weltranglistenersten im König-Baudouin-Stadion nicht stattfindet, hieß es in einer Mitteilung.
Zuvor war bereits das Training der Mannschaft von Nationaltrainer Marc Wilmots wie schon am Dienstag abgesagt worden. Am Dienstagvormittag hatte es am Flughafen in Brüssel und in der Metro Explosionen mit zahlreichen Todesopfern gegeben.
Prothesen-Springer Markus Rehm schließt bei seinem Kampf um ein Startrecht für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro selbst einen Gang vor Gericht nicht mehr aus. „Das ist die allerletzte Instanz. Aber wenn ich das Gefühl habe, respektlos behandelt und nicht ernst genommen zu werden, würde ich das in Erwägung ziehen”, sagte der unterschenkel-amputierte Paralympics- Sieger aus Leverkusen in einem Interview der „Sport Bild”. Der 27 Jahre alte Weitspringer fühlt sich vom Leichtathletik- Weltverband IAAF allein gelassen: „Ich glaube, der Verband spielt auf Zeit.”
Neue Sorgen um Bastian Schweinsteiger: Der Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft hat sich im Training am Dienstag am rechten Knie verletzt und fehlte bei der Einheit am Mittwochmorgen ebenso wie Mesut Özil und Karim Bellarabi. Schweinsteiger werde sich im Tagesverlauf einer Kernspinuntersuchung in der Praxis von Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München unterziehen, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit.
Die deutsche U21-Nationalmannschaft kann am Donnerstag zu Beginn des Olympia-Jahres einen großen Schritt in Richtung EM 2017 machen. Im letzten Heimspiel von Trainer Horst Hrubesch peilt das DFB-Team in Frankfurt gegen die Färöer (20.00/Eurosport) den sechsten Sieg im sechsten Qualifikationsspiel an. Sollte auch am Dienstag in Russland ein Sieg gelingen, ist das EM-Ticket so gut wie sicher.
Nach den Terroranschlägen in Brüssel hat Belgiens Fußball-Nationalmannschaft sein Training auch am Mittwoch abgesagt. Das teilte der Verband mit. Demnach solle zeitnah entschieden werden, wie es in den kommenden Tagen weiter geht. Am kommenden Dienstag ist ein Testspiel der Belgier in Brüssel gegen Portugal geplant. Bereits am Dienstag, dem Tag der Anschläge, war das geplante Training abgesagt worden. „Der Fußball ist heute nicht wichtig”, hieß es bei Twitter von dem Team. Die Gedanken seien bei den Opfern.

 

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Das Leben geht weiter – mit Toleranz

Innsbruck – Im Wiener Einkaufszentrum Hietzing gibt es einen Walk of Fame, und der erste Stern für einen zeitgenössischen Komponisten wurde 2012 Erich Urbanner gewidmet. Nicht nur, weil er ein „Hietzinger Bürger“, sondern weil er einer der wichtigsten österreichischen Komponisten und Musikpädagogen ist.
Wie es in Tirol ähnlich schon öfter geschah: Ein Feriengast hörte den jungen Hochbegabten in der Kirche an der Orgel improvisieren und empfahl den 17-Jährigen an die Wiener Musikhochschule. Dort studierte der am 26. März 1936 in Innsbruck geborene Erich Urbanner von 1955 bis 1961 Komposition bei Karl Schiske und Hanns Jelinek, Klavier bei Grete Hinterhofer und Dirigieren bei Hans Swarowsky. Vor allem Schiske erwies sich für den jungen Musiker als großes Glück, weil er innerhalb eines noch restriktiven Lehrerkreises sich als offen und tolerant erwies. Wie seine Kollegen, zu denen Iván Eröd, Gösta Neuwirth, Kurt Schwertsik, Otto M. Zykan u. a. zählten, befasste sich Urbanner in Gegenposition zum herrschenden Konservativismus mit den Techniken der Avantgarde. Bei den Darmstädter Ferienkursen belegte er Kurse bei Wolfgang Fortner, Karlheinz Stockhausen und Bruno Maderna und begegnete den neuen Anschauungen von Pierre Boulez und Luigi Nono.
Ab 1961 unterrichtete Urbanner, der ein vorzüglicher Pianist ist, später zu dirigieren begann und auch zu einem begehrten Aufnahmeleiter wurde, an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst Partiturspiel. 1969 wurde er ordentlicher Professor für Komposition und Tonsatz. Von 1969 bis 1974 leitete er das Zwölftonseminar, von 1986 bis 1989 das Institut für Elektroakustik und experimentelle Musik. Urbanners reiches Werkverzeichnis enthält Kammermusik, Stücke für Soloinstrumente, Orchesterwerke, eine Messe, ein Requiem und Opern. Ab 1969 („Improvisation III für Kammerensemble“) wählte Urbanner nach dodekaphonischen und seriellen Phasen eine freiere Kompositionsweise und blieb stets offen für aktuelle Entwicklungen und ein Überdenken tradierter Formen.
Diese auf das Vorbild Schiskes zurückgehende Haltung kam besonders seine Studenten zugute, denen er mit seinem Können und seiner Toleranz die Möglichkeit gab, sich individuell zu entwickeln. Unter den Generationen seiner Schüler sind viele namhafte Komponisten.
Die Verbindung zu Tirol blieb aufrecht. Urbanner war wesentlich bei den Innsbrucker Jugendkulturwochen präsent, er hatte enge Verbindung zu Othmar Costa und dessen Tiroler ORF-Reihe „Musik im Studio“, wo es zahlreiche Uraufführungen gab. Seine Oper „Ninive oder Das Leben geht weiter“ wurde 1987 am Tiroler Landestheater uraufgeführt. (u.st.)

 

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Bewegende Trauerzeremonie in den französischen Alpen

Le Vernet, Haltern – Am ersten Jahrestag des Germanwings-Absturzes haben hunderte Hinterbliebene bei einer Trauerzeremonie in den französischen Alpen der Toten gedacht. In dem nahe der Absturzstelle gelegenen Dorf Le Vernet wurde am Donnerstag um 10.41 Uhr eine Schweigeminute abgehalten - zu diesem Zeitpunkt war der Airbus A320 mit 150 Menschen an Bord vor einem Jahr an einem Berghang zerschellt.
Bei der Gedenkveranstaltung wurden auch die Namen der Todesopfer verlesen. Auf dem Friedhof der kleinen Gemeinde, wo die nicht identifizierten sterblichen Überreste der Opfer in einem Gemeinschaftsgrab bestattet wurden, war eine Kranzniederlegung vorgesehen. In die französischen Alpen waren auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann gereist.
Der Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings war am 24. März 2015 auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in den südlichen französischen Alpen abgestürzt. Den Ermittlungen zufolge ließ Copilot Andreas Lubitz die Maschine absichtlich abstürzen. Er hatte in der Vergangenheit unter schweren Depressionen gelitten und informierte sich in den Tagen vor dem Absturz im Internet über Möglichkeiten eines Suizids.
Bereits am Mittwochabend waren Angehörige in Marseille zusammengekommen. Abgeschirmt von Sicherheitskräften trafen sich Verwandte und Bekannte in einem Kongresszentrum der südfranzösischen Hafenstadt.
Auch in Spanien wurde bereits an die Opfer erinnert. „Ich denke an den Tag mit großem Schmerz zurück“, sagte der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy während einer Gedenkfeier im Flughafen von Barcelona.
Unmittelbar vor dem Jahrestag sollte eine Klage gegen die Lufthansa-Flugschule in den USA eingereicht werden. Eine US-Anwaltskanzlei sei mit der millionenschweren Zivilklage beauftragt, teilte Rechtsanwalt Christof Wellens mit. (dpa)

 

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Peter Handke mit Preis für Europäische Literatur ausgezeichnet

Stuttgart – Der umstrittene Autor Peter Handke ist in Stuttgart mit dem mit 25.000 Euro dotierten Würth-Preis für Europäische Literatur ausgezeichnet worden. Geehrt wurde der 73 Jahre alte Österreicher am Mittwochabend für „seinen besonderen Blick auf ein Europa der kulturellen Vielfalt“.
Die Publizistin Sigrid Löffler lobte als Jury-Mitglied Handkes „feinnervige Sprache“ in seinen mehr als 80 Werken sowie seinen „entschlossenen Willen zur Weltfremdheit“.
Den Geehrten verteidigte sie auch gegen die im Literaturbetrieb verbreiteten Anfeindungen und gegen „Häme“. „Seine Gegner ignorieren beharrlich, dass Handke in seinen jüngsten Werken kritischer mit sich selbst ins Gericht geht als sie es je vermochten“, sagte Löffler. Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) bezeichnete Handke („Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“, „Publikumsbeschimpfung“) als großen europäischen Schriftsteller.
Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen - von einer Stiftung des schwäbischen Unternehmers Reinhold Würth. Zu den bisherigen Preisträgern zählen auch Herta Müller (2006), Peter Turrini (2008), Ilja Trojanow (2010) und Peter Nadas (2014). (APA/dpa)

 

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Rückkehr zum alten Quali-Format noch nicht beschlossene Sache

Rom - In der Formel 1 herrscht wieder einmal ein Regelchaos. Chefvermarkter Bernie Ecclestone hält die angekündigte Rückkehr zum alten Qualifikationsmodus keinesfalls für sicher. „Die Teams diskutieren darüber, aber die Einstimmigkeit für einen Schritt zurück ist nicht da“, erklärte der 85-jährige Brite der italienischen Sportzeitung „Gazzetta dello Sport“ (Donnerstag-Ausgabe).
Obwohl sich die Teamchefs und Teammanager aller Rennställe bei einem Treffen zuletzt beim WM-Auftakt in Melbourne darauf verständigt hatten, glaubt Ecclestone nicht an eine Einigung vor dem nächsten Rennen am Sonntag in einer Woche in Bahrain. „Wenn ich Ihnen in diesem Moment eine Meinung sagen müsste, würde ich sagen, dass es so weitergeht wie in Australien.“
Nach dem Saisonstart hatte es verheerende Kritik am neuen Format gegeben, auch von Ecclestone. Nun verteidigte er den Modus, der mit dem Ausscheiden des langsamsten Fahrers nach einer gewissen Zeit für mehr Spannung sorgen sollte. „Neue Dinge müssen ausprobiert werden“, forderte Ecclestone. „Es soll die Dinge in Bewegung bringen, um zu verhindern, dass das Ergebnis schon vorher feststeht.“ (APA)

 

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Geldtasche gestohlen und mit Zug geflüchtet: Dieb gefasst

Schwaz – Für einen 23-jährigen Lokalbesucher klickten am späten Montagabend in Schwaz die Handschellen. Der Mann stahl eine Kellnergeldtasche und flüchtete Richtung Bahnhof. Der Lokalinhaber und drei Gäste nahmen die Verfolgung auf. Am Schwazer Bahnhof zückte der 23-Jährige ein Messer, bedrohte einen der Männer und stieg in einen Zug.
Der Tiroler wurde aber von der in der Zwischenzeit alarmierten Polizei noch im Zug gestellt und festgenommen. Er bestreitet die Tat und wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in die Innsbrucker Justizanstalt eingeliefert. (TT.com)

 

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Noch elf neue Golfplätze sind in Tirol möglich

Von Peter Nindler
Innsbruck – Das Tiroler Golfplatzprogramm wird nach acht Jahren geändert. Still und leise wurde der neue Verordnungsentwurf von der schwarz-grünen Landesregierung in die Begutachtung geschickt. Von den möglichen Standorten her kommt es zu einer Gebietsverschiebung hin zum Großraum Innsbruck. Gleichzeitig werden Golfregionen gestrichen und die Anzahl derer, wo in den nächsten Jahren neue Golfanlagen errichtet werden können, auf elf reduziert. Für Diskussionen dürfte einmal mehr der Umgang mit dem Naturschutz in Bereich von geplanten Golfplätzen sorgen. Umweltanwalt Johannes Kostenzer kritisiert nämlich in seiner Stellungnahme, dass aus naturkundlicher Sicht keine Verbesserungen auszumachen seien.
Insgesamt gibt es derzeit in Tirol 29 Golfplätze und acht Übungsanlagen. Im vorliegenden Verordnungsentwurf will das Land die maximale Anzahl an Plätzen mit 40 beschränken, dafür werden wie bisher so genannte Golfregionen bzw. Planungsverbände ausgewiesen. Elf Gebiete wurden ausgewählt oder bleiben im Golfplatzprogramm. Freuen dürfen sich jetzt die Touristiker im Stubaital und am Seefelder Plateau. Dort wird künftig ebenfalls die Errichtung einer (zusätzlichen) Anlage ermöglicht. „Wie die Evaluierung gezeigt hat, ist unter der Vorgabe einer durchschnittlichen Golfverbreitung im Zentralraum Tirols um die Landeshauptstadt ein ausreichendes Potenzial an Golfspielern gegeben“, argumentiert die Landesregierung. Deshalb soll der Standortraum ausgeweitet werden.
Acht der Planungsverbände sind hingegen aus dem Raumordnungsprogramm für die Golfplätze gefallen. Hier wird kein (weiterer) Bedarf für die Ausübung des Golfsports als Teil der touristischen Infrastruktur gesehen, wie es heißt.
Keine Freude mit der neuen Regelung über die „Integration“ von Moorböden in Golfplätze, auch wenn sie aus naturkundefachlicher Sicht in ihrem Bestand und ihrer ökologischen Funktion erhalten werden können, hat der Landesumweltanwalt. Er pocht auf den Moorschutz, ausnahmslos müssten alle Moorböden Ausschlussflächen bleiben. „Es wird dezidiert festgehalten, dass sich der Landesumweltanwalt dezidiert gegen eine Widmung von Sonderflächen für Golfplätze in Mooren, welcher Ausprägung auch immer, ausspricht“, heißt es.
Und noch eine Änderung stößt Kostenzer sauer auf. Künftig dürfen Hoteliers Golfübungsanlagen von zehn Hektar bei ihren Betrieben bauen, auch wenn der nächstgelegene Golfplatz innerhalb einer halben Stunde erreicht werden kann.

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